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23.06.2015

14:05 Uhr

Streik bei der Post

SPD schlägt sich auf die Seite der Arbeitnehmer

Die streikenden Mitarbeiter der Deutschen Post bekommen Rückendeckung aus der Politik. Die stellvertrende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig sagte bei einer Kundgebung in Berlin, es sei Zeit, „dass wir uns einmischen“.

SPD unterstützt Poststreik

Manuela Schwesig: „Jetzt muss sich die Politik einmischen!“

SPD unterstützt Poststreik: Manuela Schwesig: „Jetzt muss sich die Politik einmischen!“

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BerlinDie SPD schlägt sich im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post auf die Seite der Arbeitnehmer. „Wenn wir das Gefühl haben, dass man aus guten Tarifverträgen aussteigt und Tarifflucht begeht, dann ist es Zeit, dass wir uns einmischen“, sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig am Dienstag auf einer Streikkundgebung in Berlin.

Die Politik sei bei der Post oft eingesprungen und habe ihre Situation gestärkt. Daher habe sie nun einen Anspruch darauf, dass sich der Vorstand an Regeln halte und auf faire Arbeitsbedingungen schaue.

Die Gewerkschaft Verdi hatte der Post Einschüchterung von Streikenden vorgeworfen. SPD-Chef Sigmar Gabriel habe sich daher an den Post-Vorstand gewandt und „darauf aufmerksam gemacht, dass man sich an die Regeln hält“, sagte Schwesig.

Post-Streik - Eine Chronik

5. Dezember 2014

Pünktlich am Abend vor dem Nikolaustag beruft die Gewerkschaft Verdi bei der Post Betriebsversammlungen ein. Das Muskelspiel ist Auftakt der laufenden Tarifverhandlungen. Weil für mehrere Stunden der Betrieb ausfällt, bleiben Feiertags-Pakete liegen.

28. Januar 2015

Verdi berichtet öffentlich über die Pläne der Deutschen Post, 49 Zustellgesellschaften unter dem Namen „Delivery“ zu gründen, die nicht mehr dem üppigen Haustarifvertrag unterstehen. Befristet Beschäftigten der Post, von denen es mehr als 15.000 gibt, soll der Wechsel in die Delivery-Gesellschaften mit einer Festanstellung schmackhaft gemacht werden. Statt der durchschnittlichen 17,70 Euro Stundenlohn nach dem Haustarifvertrag müssen sie aber mit rund 13 Euro vorlieb nehmen, die der Flächentarifvertrag in den meisten Ländern vorsieht. Die Gewerkschaft kündigt Widerstand an.

1. April 2015

Am ersten Tag nach dem Auslaufen des Manteltarifvertrags startet Verdi erste Warnstreiks bei der Post, die das Ostergeschäft beeinträchtigen. Zahlreiche weitere Warnstreiks folgen, an denen sich jeweils 4000 bis 8000 Mitarbeiter beteiligen. Allerdings sind die Auswirkungen überschaubar: Rund sechs Prozent der Briefzustellungen verzögern sich.

26. Mai 2015

Das Bonner Amtsgericht weist eine Klage von Verdi zurück. Die Gewerkschaft hatte durchsetzen wollen, dass die Post keine Beamten als Streikbrecher einsetzen darf.

27. Mai 2015

Vor den Toren der Frankfurter Jahrhunderthalle, wo sich an jenem Tag die Aktionäre zur Hauptversammlung treffen, demonstrieren Tausende Verdi-Mitglieder, angeführt von Gewerkschaftschef Frank Bsirske, gegen die Tarifpolitik der Deutschen Post.

2. Juni 2015

Im Anschluss an die sechste Verhandlungsrunde unterbreitet Verdi das Angebot, beim neuen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 27 Monaten im ersten Jahr auf eine lineare Gehaltserhöhung zu verzichten. Eine Einmalzahlung von 500 Euro soll vorerst ausreichen. Im Gegenzug fordert die Gewerkschaft aber, die Delivery-Gesellschaften dem Haustarifvertrag zu unterstellen, was sie faktisch überflüssig machen würde. Die gesetzte Antwortfrist lässt der Post-Vorstand verstreichen.

8. Juni 2015

Verdi ruft zu unbefristeten Streiks auf.

5. Juli 2015

Die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Post einigen sich auf einen Tarifabschluss. Der soll in der Nacht von Montag (6.7) auf Dienstag (7.7.) in Kraft treten.

Post-Mitarbeiter sind seit mehr als zwei Wochen in einem unbefristeten Streik. Am Dienstag waren rund 31 000 Beschäftigte dazu aufgerufen. Laut Post werden etwa 80 Prozent der Briefe und Pakete pünktlich befördert. Millionen Lieferungen verzögern sich aber jeden Tag. Gestreikt wird vor allem, weil die Post Regionalgesellschaften für die Paket-Zustellung gegründet hat, bei denen nach niedrigeren Tarifen bezahlt wird.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

24.06.2015, 08:19 Uhr

Für Rentenbezieher ist das politische "sich Kümmern" offensichtlich ausgeschlossen und selbst soziale Institutionen fühlen sich selbst bei Kleinstrentenbezieher nicht zuständig:
VBL zuzügl. 1% (Zahlbetrag von 134,58 auf 135,93)
Deutsche Rentenvers. zuzügl. ~2,05% (Zahlbetrag von 355,59 auf 363,06)
Ansprüche werden NICHT geltend gemacht, aber der Strick ist bereits gekauft.
Nichts mit "plus 10%" (Politiker 2*5)
Nichts mit "...aber mindestens 'X' EURO" bei Minieinkünfte (auch öffentlicher Dienst)
Dafür ist gerade der Friseir um 25% teurer geworden.

Herr Ingo Ulrich

24.06.2015, 10:00 Uhr

"SPD-Chef Sigmar Gabriel habe sich daher an den Post-Vorstand gewandt und „darauf aufmerksam gemacht, dass man sich an die Regeln hält“, sagte Schwesig."

Die "richtige" Partei, die den deregulierten Arbeitsmarkt und den Privatisierungs- Wahn, den die SPD selber unter ROT/GRÜN entfesselt hat, Stellung bezieht ! Alibi-Politik ?

Zu spät liebe SPD, für mich nicht mehr wählbar, in dieser Besetzung und mit dieser "Politik" !

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