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20.05.2015

11:12 Uhr

Streikgeld

Beamtenbund lässt die GDL nicht hängen

Der Beamtenbund steht fest zur Lokführergewerkschaft – das sagte ddb-Chef Dauderstädt und widerspricht einem „Bild“-Bericht. Nicht aus mangelnder Unterstützung erhalte die GDL kein Streikgeld – sie habe keines beantragt.

„Wir stehen fest an der Seite der GDL“, sagte dbb-Chef Klaus Dauderstädt im Deutschlandfunk. dpa

Keine Verweigerung

„Wir stehen fest an der Seite der GDL“, sagte dbb-Chef Klaus Dauderstädt im Deutschlandfunk.

KölnDer Chef des Deutschen Beamtenbunds (dbb), Klaus Dauderstädt, hat einem Bericht widersprochen, wonach der Beamtenbund die Lokführergewerkschaft GDL nicht mehr unterstützen würde. Inhaltlich stehe der dbb „fest an der Seite der GDL“, sagte Dauderstädt am Mittwoch im Deutschlandfunk. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor online berichtet, die GDL habe bei ihrer Dachgewerkschaft vor dem neuerlichen Ausstand keinen Antrag auf Streikgeld gestellt, weil der dbb dieses Mal das Geld sowieso nicht bewilligt hätte.

Dauderstädt bestätigte im Deutschlandfunk zwar, dass die Lokführergewerkschaft vor dem laufenden Ausstand keinen Antrag auf Unterstützung gestellt habe, doch dies habe nicht den Hintergrund, dass der dbb-Vorstand einen solchen Antrag ohnehin abgelehnt hätte.

Spartengewerkschaften

Spartengewerkschaften – die mit der großen Macht

Klein, aber schlagkräftig: Im Luftverkehr, aber auch bei der Bahn und bei Medizinern gibt es einflussreiche Spartengewerkschaften, deren Arbeitskämpfe häufig weitreichende Folgen für die Bürger haben. Einige Beispiele.

Vereinigung Cockpit

Der „Verband der Verkehrsflugzeugführer und Flugingenieure in Deutschland“ setzt sich für die Interessen von rund 9300 Cockpit-Besatzungsmitgliedern aus allen deutschen Airlines und von Verkehrshubschrauberführern ein.

Gewerkschaft der Flugsicherung

Zu den etwa 3900 Mitgliedern gehören Lotsen in den Towern, bei der militärischen Flugsicherung und bei den Vorfeldkontrollen.

Unabhängige Flugbegleiter Organisation

Nach eigenen Angaben ist sie die einzige deutsche Gewerkschaft, die sich ausschließlich für das fliegende Kabinenpersonal einsetzt. Die Ufo hat gut 10.000 Mitglieder.

Arbeitnehmergewerkschaft im Luftverkehr

Die erst Ende 2012 gegründete Gruppierung gilt als neuer Machtfaktor im Lufthansa-Konzern. Nach eigenen Angaben vertritt sie alle Beschäftigten von Fluggesellschaften, Airportbetreibergesellschaften und Dienstleistungsunternehmen mit Bezug zur Luftfahrtbranche.

Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Sie hat rund 34.000 Mitglieder und ist Tarifpartner der Deutschen Bahn und mehrerer Privatbahnen. Nach eigenen Angaben organisiert sie mehr als 80 Prozent der Lokomotivführer und zahlreiche Zugbegleiter.

Marburger Bund

Die nach eigenen Angaben einzige tariffähige Ärztegewerkschaft in Deutschland kämpft unter anderem für bessere Arbeitsbedingungen ihrer rund 115.000 Mitglieder in Kliniken.

Ein dbb-Sprecher hatte AFP am Dienstag gesagt, dass die GDL im laufenden Tarifkonflikt bereits zum wiederholten Mal keinen Antrag auf Streikgeld gestellt habe. Um Streikgeld beim Beamtenbund bewilligt zu bekommen, muss eine Gewerkschaft demnach 24 Stunden vor Beginn des Ausstands das Geld beantragen; eine nachträgliche Antragsstellung ist nicht möglich. Werde der Antrag gestellt, könne er angenommen oder abgelehnt werden, sagte der Sprecher.

Dauderstädt warf der Bahn vor, in den Verhandlungen mit der GDL „noch immer“ eine Abhängigkeit zwischen Tarifverträgen, die das Unternehmen mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) abgeschlossen habe, herzustellen. Diese „Abhängigkeitsfrage“ habe erneut zum Scheitern der Verhandlungen geführt.

Seit Mittwochnacht um 02.00 bestreikt die GDL den Personenverkehr in Deutschland. Bereits am Dienstag hatte der Streik im Güterverkehr begonnen. Es ist der mittlerweile neunte Ausstand im laufenden Tarifstreit mit der Bahn. Wie lange er dauern wird, ist ungewiss – die Lokführergewerkschaft hat kein Ende genannt.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Franz Paul

20.05.2015, 12:55 Uhr

Selbstfahrende Autos sind schon in der Entwicklung, automatisierte Züge gibt es sogar schon.
Also: Schnell die Loks automatisieren, und die Lokführer entlassen.
Wesselsky kann einpacken.

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