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07.04.2006

18:11 Uhr

Streikplanung

IG Metall in NRW bereitet Urabstimmung vor

Im Metall-Tarifstreit erwarten die Arbeitnehmer eine längere Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeberlager ein. Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen hat dazu erste Schritte zur Vorbereitung auf eine Urabstimmung eingeleitet.

HB DÜSSELDORF. Nach dem enttäuschenden Tarifangebot der Metallarbeitgeber entschied die Tarifkommission der IG Metall am Freitag in Sprockhövl bei Dortmund, mit der Streikplanung zu beginnen. Das sagte ein Sprecher der IG Metall am Freitag. So seien unter anderem alle Mitglieder der Tarifkommissionen aufgerufen, die notwendigen Vorarbeiten zu treffen.

Unterdessen fordert IG Metallbezirksleiter Detlef Wetzel die Arbeitgeber erneut auf, ein „verhandelbares“ Angebot auf den Tisch zu legen. „Mehr Geld, mehr Qualifizierung und ein Beitrag der Arbeitgeber zur Alterssicherung, das gesamte Paket muss stimmen“, erklärte er. Die Arbeitgeber hatten am Donnerstag jeweils 1,2 Prozent mehr Lohn zum 1. März 2006 und zum 1. März 2007 und außerdem betriebliche Einmalzahlungen von 0,6 Prozent und 0,4 Prozent angeboten. Die IG Metall verlangt für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche fünf Prozent mehr Geld für 12 Monate.

Die Gewerkschaft wertete die Offerte als Provokation und Kampfansage. Hiermit steuerten die Arbeitgeber auf einen tarifpolitischen Großkonflikt zu. IG-Metall-Vize Berthold Huber bezeichnete im Deutschlandradio Kultur das Verhalten der Arbeitgeber als „nicht überlegt und fahrlässig“. Womöglich wollten sie den Gewerkschaften angesichts der politischen Lage und des Globalisierungsdrucks „grundsätzlich eine reinwürgen“, sagte Huber. Er habe den Eindruck, dass seit geraumer Zeit ein rücksichtsloser Kapitalismus nach Deutschland zurückgekehrt sei und die Beteiligung der Arbeitnehmer im Zweifelsfall überhaupt nichts mehr zähle.

Hingegen wollen die Metall-Arbeitgeber einen langen Streik vermeiden. „In unserer Industrie mit ihren weltweiten Kundenverpflichtungen wäre das gar nicht machbar, dann würde uns der ganze Apparat in die Luft fliegen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser am Freitag im RBB-Inforadio auf die Frage nach den Folgen einer langen Arbeitsniederlegung. Man werde sich deshalb weiter um eine Einigung mit der IG Metall bemühen. „Wir werden versuchen, aus dem gesamten Paket, das auf dem Tisch liegt ... etwas zu machen.“

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