Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2011

06:00 Uhr

Streit beendet

Bund verhandelt Steuerabkommen mit Singapur

VonSven Afhüppe

ExklusivNach dem koalitionsinternen Streit um ein Steuerabkommen mit Singapur haben sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle darauf verständigt, die Gewinne deutscher Unternehmen in dem Stadtstaat nach dem sogenannten Anrechnungsverfahren zu besteuern.

Streit beendet: Finanzminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle DAPD

Streit beendet: Finanzminister Wolfgang Schäuble und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle

BERLIN. Die Bundesregierung hat den koalitionsinternen Streit um ein Steuerabkommen mit Singapur beigelegt und die Verhandlungen über einen entsprechenden Vertrag aufgenommen. Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, haben sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) kürzlich darauf verständigt, die Gewinne deutscher Unternehmen in dem Stadtstaat nach dem sogenannten Anrechnungsverfahren zu besteuern. Demnach müssen hiesige Firmen ihre in Singapur erzielten Gewinne auch in Deutschland versteuern. Die im Ausland gezahlten Steuern werden allerdings angerechnet. "Mit dem geplanten Steuerabkommen mit Singapur setzt die Bundesregierung den Kampf gegen Steuerhinterziehung fort", sagte ein Regierungsvertreter.

Singapur hatte Deutschland und anderen Ländern bereits im Frühjahr 2009 angeboten, die Regeln der OECD im Kampf gegen Steuerhinterziehung anzuwenden. Rund 20 Staaten, darunter Frankreich und Großbritannien, haben mittlerweile ein Abkommen mit dem Stadtstaat abgeschlossen, der offenbar den Ruf als Steueroase ablegen will.

Deutschland war bisher nicht auf Singapurs Gesprächsangebot eingegangen, weil sich Union und FDP auf kein gemeinsames Besteuerungsverfahren verständigen konnten. Wirtschaftsminister Brüderle und Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatten sich innerhalb der Koalition für das sogenannte Freistellungsverfahren eingesetzt. Es sieht vor, dass deutsche Unternehmen ihre Gewinne ausschließlich nach den in Singapur geltenden niedrigen Sätzen versteuern. Schäuble pochte jedoch auf das Anrechnungsverfahren, damit keine Einkünfte unversteuert bleiben. Zuvor hatte die Regierung bereits mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein Steuerabkommen auf Grundlage des umstrittenen Anrechnungsverfahrens geschlossen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×