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26.05.2012

11:59 Uhr

Streit in der Linken

„Hier fällt auseinander, was nie zusammengehörte“

Die Linkspartei droht am Streit um den Vorsitz zu zerbrechen. Auch Parteienforscher Werner Patzelt sieht ihre Auflösung voraus. Seiner Ansicht nach erlebe die Partei gerade die letzte Generation Realpolitiker.

Mikrofone vor einer leeren Wand: Die Linke steckt eine Woche vor ihrem Parteitag mitten im Streit über die künftige Parteispitze. dpa

Mikrofone vor einer leeren Wand: Die Linke steckt eine Woche vor ihrem Parteitag mitten im Streit über die künftige Parteispitze.

DresdenDer Führungsstreit in der Linkspartei scheint die Partei von innen aufzuzehren. Anfeindungen sind an der Tagesordnung, der Ex-Vorsitzende Lothar Bisky bezeichnet den Zustand als „Super-Horror-Show“ und der Thüringer Fraktionschef Bodo Ramelow spricht von einem „Schmierentheater“, und der Politikwissenschaftler Werner Patzelt stellt fest: „Hier fällt etwas auseinander, was nie zusammengehörte.“

Die Linkspartei scheint sich aufzulösen, und der Parteienforscher Patzelt hält diese Entwicklung keinesfalls für überraschend. Die Partei habe immer schon immer auf wackligen Beinen gestanden: „Die westdeutschen Dogmatiker gehören weder in die Tradition der staatstragenden SED noch der reformsozialistischen PDS“, sagt Patzelt. Problematisch sei, dass nun im Osten ein Generationenwechsel anstehe. Die Partei sei eher für Ideologen als für Realos attraktiv. „Wir erleben die letzte Generation von Realpolitikern. Die können sich mit Dietmar Bartsch vielleicht noch einmal durchsetzen, aber das wird die personelle Auszehrung wahrscheinlich auch nicht stoppen.“

Politikwissenschafter Werner Patzelt sieht die Linkspartei angesichts ihres Führungsstreits vor der Auflösung. dpa

Politikwissenschafter Werner Patzelt sieht die Linkspartei angesichts ihres Führungsstreits vor der Auflösung.

Dass jetzt so viele Kandidaten für den Parteivorsitz aufmarschieren, habe etwas mit dem grundlegenden Konflikt zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil der Partei zu tun, analysierte der Wissenschaftler. „Den Reformern im Osten kommt das Verdienst zu, die SED zu einer wettbewerbsfähigen bundesdeutschen Partei gemacht zu haben.“ Es gebe aber auch im Osten eine Fraktion, die dem „Virus“ aus dem Westen verfallen sei und Vizefraktionschef Bartsch um jeden Preis verhindern wolle. Wenn die Linke in die Hände westdeutscher Ideologen fiele, wäre das für die gesamte Partei fatal.

Nach Ansicht Patzelts hat sich die frühere PDS am „Leichengift“ der linken Ideologen im Westen infiziert. „Es gab im Westen immer linke Hofnarren, denen die SPD zu rechts war und die später auch den Grünen enttäuscht den Rücken kehrten.“ Sie hätten dann beim Protest gegen Hartz IV in der Linkspartei eine neue Heimat gefunden. Allerdings behindere ihr Dogmatismus deren Entwicklung und sorge nun für eine Fieberkrise. „Nur Bartsch kann die Linke wieder zu dem machen, was die alte ostdeutsche PDS gewesen ist - nämlich eine auf Vernunft und Pragmatismus ausgerichtete Alternative zur SPD.“

Kommentare (6)

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26.05.2012, 13:46 Uhr

Ein recht guter Artikel und gute Analyse.
Ich sehe das ähnlich.
Lafo in allen Ehren, aber ich denke, seine Zeit ist rum. Obwohl er ein wahnsinniger Rhetoriker ist, der gehört wird, aber vielfach zu radikal
Aber der eigentlich Fehler der letzte Jahre lag auch in der Vorsitzenden Lötzsch.
Rhetorisch eine Niete, dann ihr Kommunismus-Geschwfel, Telegramme an Castro, all das hat extrem geschadet, denn Kommunismus will niemand mehr, schon gar nicht im Westen.
Und Ernst? ein gesheiterter Gewerkschafter und ein Gröler, was wirklich Fundiertes kam nie von ihm. Er wirkte nur unsympathisch
Dabei bräuchten wir eine Partei, die die Probleme benennt, die ja auch gerade die SPD mit den Grünen zu verantworten hat.
Wir brauchen auch ein Gegengewicht zu dem sozialistischen Unsinn der Merkel, die ganz Europa in einen sozialst. Zentralstaat zwingen will
Aber da kam in der ganzen letzten Zeit gar nichts. Leider aber auch nicht von Gysi.
Warum verlangt z. B. die Linke nicht auch endlich mal die gesamte Aufareitung der DDR? Wie viele alte SED-kader sitzen im Bundestag? Denn man hat sich immer nur die Linke als Feindbild genommen, warum läßt die Linke sich das gefallen? Sie shreien zwar immer mal wider gegen Hartz IV aber fundierte Aussagen dazu waren auch nicht zu hören
Es waren auf allen Ebenen keine Konzepte
Ein weiterer Fehler der Linken war, dass sie in der Frage der Zuwanderug mehr und mehr auf den Zug der antideutschen Grünen aufgesprungen sind und in deren Nazi-Geplärre eingestimmt haben, wenn aus dem Volk Kritik kam.
Ich würde es bedauern, wenn es die Linke nicht mehr gibt, denn dann haben wir nur noch die drei sozialistischen Blockparteien CDU-Grüne-SPD
Das wäre äußerst schädlich für uner Land
Und solche Vorshläge zum Partei vorstz die

Account gelöscht!

26.05.2012, 13:48 Uhr

Teil II
derzeit kommen, sind ja abartig.
Glaubt wirklich jemand, diese Maus Kipping schafft das? Da hätte man auch Lötsch lassen können. Und die Wahlverliererin aus NRW? Einfach nur lachhaft diese Beide
Diese Partei braucht jetzt einen starken Mann, der die Dinge sachlich auf den Punkt bringt.
Bartsch als Vorsitzender, Gysie als Fraktionschef, aber dann nmöchten wir auch mal was hören

Account gelöscht!

26.05.2012, 14:15 Uhr

Hier fällt auseinander, was nie zusammengehörte....

Endlich....

Oh, sorry, ich dachte es ging um den Euro.

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