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11.01.2005

13:57 Uhr

Streit mit Barmer

Ärzteverband: Gesundheitsreform gescheitert

Aus Sicht der niedergelassenen Ärzte ist die Gesundheitsreform gescheitert. Die angeblichen Milliarden-Einsparungen bei den gesetzlichen Krankenkassen seien lediglich Umschichtungen, bei denen Patienten zusätzlich zur Kasse gebeten worden seien, kritisierte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Hans- Jürgen Thomas, am Dienstag in Berlin.

HB BERLIN. Die angestrebte Beitragssenkung auf 13,6 % sei eindeutig verfehlt worden, was ein „klares Versagen der Reform“ sei.

Der Hartmannbund warnte zudem vor einer „bedenklichen“ Ausweitung der Kompetenzen des Gemeinsamen Bundesausschusses, der Umfang und Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmt. Das Hausarzt-Modell der Barmer-Ersatzkasse zur freien Arzt- und Apothekenwahl sei ein „Werbe-Gag“, der Patienten nichts bringe. Bei dem Modell spare ein Patient im günstigsten Fall 30 € im Jahr. Er verkaufe dafür aber die freie Arztwahl und unterliege zusätzlicher Kassenkontrolle. Die Barmer wies die Vorwurfe als Polemik und gewohnte Übertreibung zurück.

Das uneingelöste Reform-Versprechen von Beitragssenkungen sei besonders ärgerlich angesichts zusätzlicher Belastungen der Patienten durch Praxisgebühr, Kürzung des Leistungskatalogs und Zuzahlungen. Umschichtungen als Einsparungen zu bezeichnen, sei zynisch, sagte Thomas zu Berichten, wonach die Kassen 9,5 Mrd. € eingespart haben sollen. Mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss beschneide der Staat die Handlungsfreiheit des Arztes immer stärker. Medizinischer Fortschritt könne nicht oder nur verspätet genutzt werden, wenn neue Behandlungen erst von diesem Gremium gebilligt werden müssen.

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