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12.03.2012

12:04 Uhr

Streit über Spitzenkandidatur

Grüne Wahlkämpfer giften gegen Roth

VonDietmar Neuerer

ExklusivIn der Politik gibt es eine Grundregel: erst über Inhalte, dann über Personal sprechen. Mit ihrer Selbstausrufung zur Spitzenkandidatin hat Grünen-Chefin Roth genau das ignoriert. Jetzt droht der Partei ein Dauerzwist.

Claudia Roth. dpa

Claudia Roth.

BerlinDer Anspruch von Grünen-Chefin Claudia Roth auf eine führende Position im Bundestagswahlkampf sorgt in der Partei für heftigen Streit. Die einen freuen sich über eine Besinnung auf alte Quoten-Tugenden. Andere fürchten angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen im Saarland und in Schleswig-Holstein empfindliche Dämpfer. Den ersten kassierte die Partei bereits am gestrigen Sonntag.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt am Main hatte die Grünen-Kandidatin den Bewerbern von SPD und CDU das Feld für eine Stichwahl überlassen müssen. Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour, der zugleich Frankfurter Grünen-Chef ist,  sprach daraufhin von einem „Warnschuss, dass die Grünen aufhören, Personaldebatten über Inhalte zu stellen“. Die grüne Bewerberin Rosemarie Heilig erreichte dort nur 14,0 Prozent. „Das hat auch kommunale Gründe, aber es war alles andere als hilfreich, dass Claudia Roth kurz vor der Wahl den Jahrmarkt der Eitelkeiten eröffnet hat“, sagte Nouripour.

Die Parteichefin hatte eine männliche Einzelspitze der Grünen im Bundestagswahlkampf unter Hinweis auf die Frauenquote abgelehnt, ihre eigene Kandidatur angemeldet und eine Entscheidung per Urwahl der Parteimitglieder gefordert. Es geht darum, wer von den vier

Führungsleuten - neben Roth Jürgen Trittin, Renate Künast und Cem Özdemir - Spitzenkandidat wird oder ob es noch anderen Lösungen gibt.

Schleswig-Holsteins Spitzenkandidat Robert Habeck hatte genervt auf das Personalspektakel im Bund reagiert. Dem „Spiegel“ sagte er, den Wählern der Grünen sei es „weitgehend wurscht, wer an der Spitze der Partei steht“. Das deckt sich mit der Einschätzung von Wahlforscher Manfred Güllner. „Bei den Grünen spielt es für die Wähler keine Rolle, wer sie in den Wahlkampf führt“, sagte der Forsa-Chef zu Reuters. Es gebe die grünen Stammwähler, die würden immer ihr Kreuzchen bei den Grünen machen. Dazu kämen die Protestwähler. „Und denen ist es auch egal, wer die Grünen im Wahlkampf führt.“

Unterstützung für Roth kam dagegen vom Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im  Bundestag, Volker Beck. Er zeigte sich offen für eine Befragung der Grünen-Mitglieder gezeigt. „Es gibt keinen Grund, sich vor der Parteibasis zu fürchten“, sagte Beck Handelsblatt Online. Jetzt müsse der Bundesvorstand den Gremien ein Verfahren vorschlagen, das breit getragen werde. Sympathie zeigte Beck auch für den Quoten-Vorstoß Roths. „Die Quote ist ein Erfolgsmodell grüner Politik. Sie wird auch für die Aufstellung bei der Bundestagswahl eine wichtige Rolle spielen“, sagte Beck.

Kommentare (34)

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dyndre53

12.03.2012, 12:19 Uhr

Frau Roth täte gut daran, es ja mal mit einer Kandidatur in ihrem selbsterklärten Heimatland TR zu versuchen, vielleicht als Frauenbeauftragte oder ähnliches. Hauptsache ihre Zwangsbeglückung der deutschen Bevölkerungsmehrheit mit ihren Multikulti-Wahnvorstellungen bleiben uns erspart!
Am besten, sie nimmt den !!!linken!!!(Aussage in der ARD letzten Sonntag) Trittin und all die anderen Öko-Weltverbesserer auf Kosten der zahlenden Bürger und Steuerzahler gleich mit. Davon dass die vielen verächtliche Aussagen aus den Mündern dieser Grünlinge gegen D. schlicht GG-feindlich und somit ein Fall für den Verfassungsschutz sind , ganz zu schweigen!

SabineM

12.03.2012, 12:22 Uhr

Mich graust es bei jedem Anblick!

norbert

12.03.2012, 12:28 Uhr

Dummheit und Stolz ...

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