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02.02.2011

11:56 Uhr

Streit um den Vollschleier

Hessen macht Front gegen Burka im Büro

Der Fall ist bundesweit wohl einmalig - und er schweißt sogar die Kommunalpolitik zusammen: Eine Mitarbeiterin des Bürgeramtes will verschleiert arbeiten. Für ihren Chef kommt das nicht infrage - und auch bei den Muslimen kann die Frau nicht auf Unterstützung hoffen.

HB FRANKFURT/MAIN. Büro oder Burka? In Frankfurt wird sich eine Mitarbeiterin der Stadt entscheiden müssen. Zwar will die 39-Jährige nach ihrer Elternzeit unbedingt vollverschleiert an den Arbeitsplatz im Bürgerbüro zurückkehren. Doch die Stadt will das mit allen rechtlichen Mitteln verhindern. Auch eine Abfindung, die ein Anwalt der Frau ins Spiel gebracht haben soll, kommt für den Personaldezernenten Markus Frank (CDU) nicht infrage: "Sollte jemand das fordern, werden wir uns nicht darauf einlassen. Hier geht es um Steuergeld", sagte er auf Anfrage.

Die Frau müsse sich in den kommenden Tagen entscheiden, ob sie mit Burka ins Büro kommen oder den Job aufgeben wolle, sagte Frank. Die 39 Jahre alte Deutsche mit marokkanischen Wurzeln müsse unverschleiert erscheinen, ein Kopftuch werde allerdings akzeptiert.

Kurz darauf kündigte Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU) ein Burka-Verbot für den öffentlichen Dienst des Landes an: "Beschäftigte des öffentlichen Dienstes und gerade solche, die Bürgerkontakt haben, dürfen nicht verschleiert sein", sagte er. Die Burka könne als Zeichen einer Haltung gegen die Werte der westlichen Welt verstanden werden.

Am Dienstag, dem ersten Arbeitstag nach ihrer Elternzeit, kam die Mitarbeiterin der Stadt Frankfurt noch nicht wie ursprünglich geplant ins Büro. Die Stadt und der Anwalt hatten nach Medienberichten schon am Vorabend verabredet, dass sie zunächst besser zu Hause bleibt - das öffentliche Interesse an dem Fall war einfach zu groß. Nach Franks Worten muss sich offenbar erstmals eine deutsche Großstadt mit einem solchen Fall befassen.

Die Deutsch-Marokkanerin arbeitet seit mehreren Jahren bei der Stadt Frankfurt - bislang ohne Burka. Sie arbeitet im Bürgeramt und hat dort engen Kontakt zu Bürgern. Ihre Burka verhindert nach Franks Ansicht die Nähe zu den Besuchern in der Behörde, zudem sei die Vollverschleierung mit der Emanzipation unvereinbar. "Unsere Mitarbeiter zeigen ihr Gesicht. Das ist eine grundsätzliche Voraussetzung, um Vertrauen aufzubauen", sagte Frank.

Kommentare (4)

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Thomas Melber, Stuttgart

02.02.2011, 13:23 Uhr

Als gläubige Muslima darf die Frau eh nur in begleitung eines männlichen Verwandten auf die Straße, und mit anderen Männern darf sie eh nicht kommunizieren.

Selcuk K.

02.02.2011, 14:29 Uhr

@thomas m.

So eine Vorschrift ist mir neu. Wo steht das denn geschrieben?

Zum Thema,

denke mal das dies nur eine Provokation ist, um die islamofobie weiter voran zu treiben. Als moslem verstehe ich diese Aktion von dieser Frau wirklich nicht.

widerstand10

02.02.2011, 18:00 Uhr

Man kann nur Staunen über die Unverschämtheit dieser Muslima und ihren Hintermännern. Mit burka ins Amt und dann wird die Amtsgebühr direkt über die Augenschlitze bezahlt? Diese Frechheiten werden immer mehr und sind nur die Spitze des Eisbergs.
Schuld haben Wulff und die Grünen, die Moslem ermuntern immer mehr islamische Rechte einzufordern.
Diese burkakämpfer sollte man schnellstens die Augen weit öffnen.

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