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09.01.2004

08:27 Uhr

Streit um EU-Studie

Antisemitismus-Tagung der EU findet nun doch statt

Edgar Bronfman und Cobi Benatoff, die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses und des Europäischen Jüdischen Kongresses, hatten EU-Kommissionspräsident Romano Prodi für den zunehmenden Antisemitismus in Europa mitverantwortlich gemacht. Eine Entschuldigung für die Vorwürfe steht bisher noch aus.

Paul Spiegel

Zentralrats-Vorsitzender Paul Spiegel warnt vor weiteren Verstimmungen. Foto: dpa

ink/jh BERLIN/BRÜSSEL. Der Streit zwischen der EU-Kommission und internationalen jüdischen Organisationen über Antisemitismus-Vorwürfe an die Adresse der EU-Behörde ist beigelegt: Am Donnerstag sprach der Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer, EU-Kommissionspräsident Romano Prodi in Brüssel sein volles Vertrauen aus. Singer und Prodi legten die Kontroverse zwischen dem Jüdischen Weltkongress und der Kommission mit einer demonstrativen Umarmung bei.

Prodi entschied daraufhin intern, die gemeinsam mit dem Weltkongress und dem Europäischen Jüdischen Kongress geplante und vorgestern von ihm abgesagte Antisemitismus-Tagung nun doch stattfinden zu lassen. Offiziell soll dies aber erst nach einem Treffen Prodis mit den jüdischen Organisationen verkündet werden.

Die Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses und des Europäischen Jüdischen Kongresses, Edgar Bronfman und Cobi Benatoff, hatten Prodi Anfang dieser Woche mitverantwortlich gemacht für den zunehmenden Antisemitismus in Europa. Singer entschuldigte sich gegenüber Prodi trotz seiner Vertrauensbekundung nicht für die in der „Financial Times“ abgedruckten Vorwürfe.

Singer überbrachte Prodi ein Schreiben Bronfmans, in dem dieser um ein baldiges Treffen mit dem Kommissionspräsidenten bat, bei dem die Meinungsverschiedenheiten ausgeräumt werden sollen. Das Gespräch soll in den kommenden zwei Wochen stattfinden.

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