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21.01.2007

18:27 Uhr

Streit um Parteivortsitz

CSU-Anhänger haben klaren Favoriten

Erwin Huber und Horst Seehofer schenken sich nichts: In der CSU tobt nach wie vor ein harter Machtkampf um den künftigen Parteivorsitz. Dabei haben die bayerischen Wähler einer aktuellen Umfrage zufolge schon eine ganz klare Vorstellung. Ginge es nach ihnen, wäre der Streit längst entschieden.

Chaostage im Süden: Eine Kampfkandidatur um den CSU-Vorsitz ist kaum noch zu verhindern. Foto: dpa Quelle: ap

Chaostage im Süden: Eine Kampfkandidatur um den CSU-Vorsitz ist kaum noch zu verhindern. Foto: dpa

HB MÜNCHEN. In der CSU tobt nach dem angekündigten Rückzug Edmund Stoibers ein harter Machtkampf um den künftigen Parteivorsitz. Weder Bundesagrarminister Horst Seehofer noch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber zeigten am Wochenende Bereitschaft zum Einlenken. Beide bekräftigten ihre Absicht, als CSU-Chef zu kandidieren und überzogen sich mit gegenseitigen Vorwürfen.

Auch vor einem Gespräch Seehofers mit Stoiber am späten Sonntagnachmittag in München gab es keine Anzeichen für eine Beilegung des Konflikts. In mehreren Interviews zeigte sich der stellvertretende CSU-Chef fest entschlossen, für die Nachfolge Stoibers an der Parteispitze anzutreten.

Bestärkt fühlen dürfte sich Seehofer durch eine Infratest-dimap-Umfrage für die ARD, wonach 39 Prozent der Bayern und sogar 41 Prozent der CSU-Anhänger ihn als Parteichef bevorzugen. Huber kam nur auf 23 Prozent bei allen Befragten und 30 Prozent bei den CSU-Wählern. Seehofer warf Beckstein unfaire Methoden vor, weil sie quasi „im Hinterzimmer“ die Stoiber-Nachfolge unter sich aufgeteilt hätten.

Huber wies dies zurück und empfahl Seehofer im Gegenzug „mehr Zurückhaltung statt Vorwürfe“. Der Vorschlag für das Tandem Beckstein/Huber sei aus der CSU-Landtagsfraktion gekommen und werde von der CSU-Landesgruppe im Bundestag zumindest mehrheitlich unterstützt. „Das kann man doch nicht als Geheimbündelei oder dergleichen bezeichnen“, wird Huber zitiert. In einem anderen Interview bot er Seehofer ein Drei-Mann-Team für die Führung der Partei zusammen mit ihm selbst und Beckstein an.

Letzterer warb für Huber als Parteichef und forderte Seehofer offen zum Rückzug auf. Ein Wettbewerb zwischen zwei Kandidaten könne in einer bestimmten Situation sinnvoll und möglich sein. „Beim Parteivorsitz aber eine mehrere Monate lange, quälende, streitige Situation ist etwas anderes“, warnte Beckstein. Die Partei habe ganz schmerzhafte Wochen hinter sich, die tiefe Spuren hinterlassen hätten. „Es besteht die Gefahr, dass die CSU erheblich beschädigt wird“, fügte der designierte Ministerpräsident hinzu.

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