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13.02.2018

09:42 Uhr

Streit um SPD-Parteivorsitz

Diese Frau fordert Andrea Nahles heraus

Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange will für den SPD-Parteivorsitz kandidieren – und so die Genossen wachrütteln. Wer ist sie?

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Berlin, Flensburg, DüsseldorfEs ist eine Kampfansage an Andrea Nahles und die Führungsriege der SPD: Die Flensburger Oberbürgermeisterin Simone Lange hat überraschend ihre Kandidatur für den Parteivorsitz angekündigt.

„Ich werbe für eine Basiskandidatur und möchte den Mitgliedern wieder eine Stimme geben und sie an diesem Entscheidungsprozess ernsthaft beteiligen“, begründete die 41-Jährige in einem am Montagabend veröffentlichten Brief an den Vorstand ihren Schritt.

Sie wolle den Mitgliedern wieder das Gefühl geben, „dass sie es sind, die die Stimmung und die Richtung der Partei bestimmen“. Dies wäre „ein erster Schritt, die SPD wieder zu dem zu machen, was sie einst war: eine stolze Partei der sozialen Gerechtigkeit.“

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SPD-Fraktionschefin Nahles könnte bereits an diesem Dienstag kommissarisch den Parteivorsitz übernehmen. Präsidium und Vorstand der Sozialdemokraten wollen am Nachmittag über das weitere Vorgehen beraten. Lange will das nicht hinnehmen. „Eine Einzel-Kandidatur, die von Funktionsträgerinnen und -trägern beschlossen und ohne große Diskussion durchgewunken wird, kann kein Zeichen für einen Aufschwung oder einen Neuanfang sein“, schreibt sie.

Sie könne das Gefühl der Ohnmacht vieler Mitglieder gegenüber denen, die in Berlin Entscheidungen treffen, ohne die Basis einzubeziehen, sehr gut nachvollziehen. Das Amt des Bundesvorsitzenden sei von „weitreichender Bedeutung für die gesamte Partei und das gesamte Land und dürfe nicht von einer kleinen Gruppe intern festgelegt werden“.

Lange wuchs im thüringischen Rudolstadt auf. Fürs Studium zog es sie nach Kiel, wo sie an der Fachhochschule ein Diplom zur Verwaltungswirtin im Fachbereich Polizei erwarb. Lange ist seit 2003 SPD-Mitglied, nach vier Jahren im schleswig-holsteinischen Landtag wurde sie in Flensburg Anfang 2017 Oberbürgermeisterin – als erste Frau. In den lokalen Medien wird sie für ihr schnelles Handeln und ihre Kommunikationsfähigkeit gelobt. Bevor sie in die Politik wechselte, arbeitete die Mutter von zwei Kindern mehr als zehn Jahre als Kriminalbeamtin in der Stadt.

„Mutige Politik braucht mutige Entscheidungen“, schreibt Lange am Ende ihres Briefes. Dass weitere vier Jahre in einer Großen Koalition für sie nicht dazuzählen, ließ sie in der Vergangenheit immer wieder durchblicken. Nach Ende der Koalitionsverhandlungen mit der Union schrieb Lange beim Kurznachrichtendienst Twitter: „Glaubwürdigkeit kommt von Glauben und Würde, nicht von Macht und Erhalt!“ Zudem verteidigte sie die Anti-GroKo-Linie der Jusos.

Dass Lange eine echte Chance auf den Parteivorsitz hat, dürfte eher unwahrscheinlich sein: Sie ist in der Bundespolitik bislang wenig in Erscheinung getreten. Aber vielleicht geht es der Bürgermeisterin aus dem hohen Norden vielleicht auch gar nicht um das Amt, sondern vielmehr darum, die Genossen wachzurütteln.

Kommentare (8)

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Herr Holger Narrog

13.02.2018, 10:01 Uhr

Die Frau sieht auf den ersten Blick wesentlich angenehmer aus als Fr. Nahles.

Persönlich vermute ich, dass die Frau eine starke Beharrerin ist, geprägt von ökosozialistischer Ideologie.

Interessant ist, dass die beiden einstigen Volksparteien durch Frauen geführt werden. Vermutlich agieren diese in den Schlangengruben (für solche Ausdrücke wurde der Chefredakteur des HB gefeuert) des Parteienkampfs geschickter.

Es ist faszinierend welche Parteien man in Deutschland wählt und welche Politikertypen sich durchsetzen.

Herr Thomas Behrends

13.02.2018, 10:03 Uhr

Na, das sind doch einmal gute Nachrichten von Seiten der SPD.

Zumindest wirkt Simone Lange rein äußerlich auf mich wesentlich sympatischer als die aufgeblasene Andrea Nahles, die in ihrem diktatorischen Anfall anfängt herumzuschreien, weil ihr abweichende Meinungen nicht passen.

Herr Roland Kober

13.02.2018, 10:56 Uhr

Erfrischend neues Gesicht!
Würde der SPD sehr gut tun.
Nahles ist die alte Riege, die abgewirtschaftet hat.
Außerdem: Mit Nahles gewinnt die SPD keinen einzigen Sympathiepunkt, denn diese Frau schreckt doch nur ab.
Mit Nahles an der Spitze ist der weitere Verfall der SPD vorprogrammiert.

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