Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.04.2015

10:25 Uhr

Streit um Steuerentlastung

Allianz für Alleinerziehende

Seit seiner Einführung vor mehr als zehn Jahren ist der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zementiert. Finanzminister Schäuble lehnt eine Erhöhung ab. Doch Familienministerin Schwesig bekommt weitere Unterstützung.

Die SPD-Politikerin fordert ein Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende. dpa

Familienministerin Schwesig

Die SPD-Politikerin fordert ein Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende.

BerlinFamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) bekommt im Streit um die steuerliche Entlastung von Alleinerziehenden weitere Unterstützung. Nach Kirchen und Gewerkschaften sprachen sich auch Wirtschafts- und Sozialexperten dafür aus, alleinerziehende Väter und Mütter besser zu überstützen.

So verweist die Darmstädter Professorin Anne Lenze darauf, dass 39 Prozent aller Ein-Eltern-Familien auf staatliche Grundsicherung angewiesen sind. Deshalb sei es dringend notwendig, zumindest den Entlastungsbetrag anzuheben, sagte die Expertin für soziale Sicherung. Die Weigerung von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sei auch ökonomisch unsinnig: „Das bedeutet doch, dass viele niemals aus Hartz IV herauskommen und somit auf lange Sicht die Staatskassen belasten.“

Entlastungen für Familien: SPD will mehr Geld für Alleinerziehende

Entlastungen für Familien

SPD will mehr Geld für Alleinerziehende

Schäubles „Familienpaket“ ist auf den Weg gebracht. Doch die Sozialdemokraten lassen nicht locker. Auch Alleinerziehende müssten entlastet werden. Für Unmut sorgt zudem die fällige Anhebung des Kinderfreibetrags.

Schäuble hat in seinen Haushalts-Eckwerten zwar eine Erhöhung des Kindergelds geplant, lehnt Schwesigs Forderung nach einer Anhebung des Entlastungsbetrages für Alleinerziehende aber ab. Er fordert, Schwesig solle höhere Leistungen aus ihrem eigenen Etat finanzieren. Der Entlastungsbetrag ist seit der Einführung im Jahr 2004 nicht angehoben worden, er beträgt trotz gestiegener Lebenshaltungskosten bis heute 1308 Euro.

Der Ökonom Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) plädiert dafür, grundsätzlich zentrale Freibeträge regelmäßig anzupassen. Aus Sicht des Berliner Steuerrechtsexperten Frank Hechtner würden Alleinerziehende deutlich stärker profitieren, wenn sie Betreuungskosten für Kinder voll von der Steuer absetzen könnten: „Das ist die sinnvollere Variante“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×