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19.07.2017

15:40 Uhr

Streit um Tonbandaufnahme

NSU-Prozess verzögert sich bis Dienstag

Mehr als vier Jahre dauerte die Beweisaufnahme im Terrorverfahren gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer. Heute sollten die Plädoyers beginnen. Doch eine Auseinandersetzung sorgte für eine Aufschiebung.

Nach vier Jahren Verhandlung

NSU-Prozess steht vor dem Abschluss – Plädoyers beginnen

Nach vier Jahren Verhandlung: NSU-Prozess steht vor dem Abschluss – Plädoyers beginnen

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MünchenDie Plädoyers im Münchner NSU-Prozess werden frühestens am kommenden Dienstag beginnen. Wegen teils heftiger Auseinandersetzungen über mögliche Tonaufnahmen des Schlussvortrags der Bundesanwaltschaft beendete der Vorsitzende Richter Manfred Götzl den Prozesstag am Mittwochnachmittag. Das Verfahren wird am Dienstag fortgesetzt.

Das Oberlandesgericht hatte am Vormittag die Anträge sämtlicher Verteidiger abgelehnt, das Plädoyer der Ankläger aufzuzeichnen. Dagegen intervenierte zunächst der Anwalt des Mitangeklagten Ralf Wohlleben, Olaf Klemke. Er beantragte unter anderem, notfalls einen Stenotypisten mit der Mitschrift des Plädoyers zu beauftragen. Dem schlossen sich fast alle Verteidiger der fünf Angeklagten an. Darüber muss das Gericht nun beraten und entscheiden.

Zschäpe ist die Hauptangeklagte im Prozess – ihr droht lebenslange Haft. Der 42-Jährigen wird Mittäterschaft an sämtlichen Verbrechen der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ vorgeworfen. Zschäpe lebte fast 14 Jahre mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die beiden Männer sollen während dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Zschäpe soll von allen Morden gewusst und diese unterstützt haben; sie selbst bestreitet das. Neben Wohlleben sitzen noch drei weitere mutmaßliche Helfer auf der Anklagebank.

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Am Dienstag hatte Richter Götzl die Beweisaufnahme für beendet erklärt. Als erstes sollte nun die Bundesanwaltschaft mit ihrem Plädoyer beginnen. Bundesanwalt Herbert Diemer schätzte die Sprechzeit für die Anklage auf 22 Stunden.

Nach der Verhandlung am Mittwoch folgen noch fünf Prozesstage, bevor eine vierwöchige Sommerpause beginnt. Sollte die Bundesanwaltschaft bis dahin fertig sein, könnten nach der Sommerpause die Plädoyers der Nebenkläger und der Verteidiger folgen. Der Prozess hatte am 6. Mai 2013 begonnen.

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