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28.11.2016

08:59 Uhr

Strengere Asylpolitik

SPD hält CDU-Vorstoß für Populismus

Der baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU) hat sich für deutlich schärfere Regeln in der Asylpolitik eingesetzt. Die SPD kritisierte den Vorstoß scharf und wirft dem CDU-Mann Populismus vor.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat dem CDU-Politiker Thomas Strobl für seine Aussagen über Flüchtlinge Populismus vorgeworfen. Strobl hatte sich in einem Papier unter anderem für die Kürzung von Sozialleistungen und eine verschärfte Abschiebehaft ausgesprochen. dpa

Populismus-Vorwurf

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hat dem CDU-Politiker Thomas Strobl für seine Aussagen über Flüchtlinge Populismus vorgeworfen. Strobl hatte sich in einem Papier unter anderem für die Kürzung von Sozialleistungen und eine verschärfte Abschiebehaft ausgesprochen.

BerlinDie SPD hat die Forderung des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl (CDU) nach einer drastischen Verschärfung der Abschiebepraxis kritisiert. „Nach der CSU bedient jetzt auch die CDU populistische Parolen. Beide Parteien müssen sich fragen, wofür das C in ihrem Namen noch steht“, sagte SPD-Generalsekretärin Katarina Barley der „Passauer Neuen Presse“ (Montag).

Strobl schlägt in einem Positionspapier vor, die Abschiebehaft für abgelehnte Asylbewerber auszuweiten, Sozialleistungen zu kürzen und ein Rückführungszentrum in Ägypten einzurichten. Diese Pläne will der CDU-Bundesvize auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Essen und bei der anstehenden Innenministerkonferenz in Saarbrücken vorlegen.

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Barley nannte es eine Selbstverständlichkeit, dass diejenigen, die nicht in Deutschland bleiben könnten, das Land schnell wieder verlassen müssten. Man könne aber nicht alle Flüchtlinge, ob mit guter Bleibeperspektive oder ernsthaften Erkrankungen, über einen Kamm scheren. In der Union herrsche Chaos in der Asylpolitik. „Ich bin gespannt, was (Kanzlerin) Angela Merkel zu Herrn Strobls Äußerungen sagt.“

Der innenpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Burkhard Lischka, verwies auf eine Reihe von Gesetzesänderungen, mit denen die große Koalition in diesem Jahr Abschiebehindernisse beseitigt habe. So könnten nur noch schwerste Erkrankungen eine Rückführung verhindern, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Der „Rheinischen Post“ sagte Lischka: „Herr Strobl wäre gut beraten, sich als Landesinnenminister erst einmal darum zu kümmern, dass die neuen Abschieberegeln konsequent angewendet werden.“

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Bernhard Ramseyer

28.11.2016, 10:49 Uhr

Es ist kein Populismus - es ist Unfähigkeit.

Ausserdem hatte Herr Strobl die Politik von Frau Dr. Merkel unterstützt und unterstützt sie auch weiterhin - also wird sich mit der CDU auch nichts ändern.

Herr Michael Müller

28.11.2016, 12:06 Uhr

Populismus kommt aus dem lateinischen "populus" und bedeutet Volk (nicht zu verwechseln mit PACK!).

Populismus bedeutet demzufolge für das Volk. Was ist daran falsch, wenn Politiker die Interessen des (eigenen) Volkes vertreten?

Laut SPD muß das Volk die Interessen der Politiker vertreten! SO weit sind wir schon...

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