Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2010

17:14 Uhr

Strittige Afghanistan-Predigt

Käßmann und Guttenberg wollen reden

Nach den Unstimmigkeiten um die Neujahrspredigt der evangelischen Bischöfin Margot Käßmann suchen die Geistliche und Verteidigungsminsiter zu Guttenberg nun das Gespräch. Käßmann hatte erklärt, dass der Krieg „auch nach den weitesten Maßstäben“ aus Sicht der Kirche nicht mehr zu rechtfertigen sei.

Ratsvorsitzende Käßmann: Gespräch mit zu Guttenberg vereinbart. dpa

Ratsvorsitzende Käßmann: Gespräch mit zu Guttenberg vereinbart.

HB BERLIN/HANNOVER. Im Streit um den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr wollen die EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) miteinander reden. Käßmann habe den Kontakt zum Ministerium gesucht und das Gespräch mit Guttenberg angeregt, teilte die Kanzlei der hannoverschen Landesbischöfin am Dienstag in Hannover mit. Dagegen berichtete die „Leipziger Volkszeitung“ (Mittwoch), der Minister habe die Bischöfin nach ihren umstrittenen Äußerungen zu einem klärenden Gespräch eingeladen.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte in ihrer Neujahrspredigt einen erkennbaren Plan für den Abzug der Soldaten gefordert. In einem Interview zu Weihnachten hatte sie gesagt: „Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen.“

„Grundsätzlich bin ich sehr dankbar dafür, dass beide Kirchen auch in Afghanistan selbst mit der Militärseelsorge zur Unterstützung unserer Soldaten beitragen“, sagte Guttenberg der „Leipziger Volkszeitung“. „Ich bin mir sicher, dass Frau Käßmann das sicherlich nicht herabgewürdigt sehen will.“

Für eine „offene und ehrliche Debatte über die Situation unserer Soldaten und deren Auftrag“ sprach sich am Dienstag der katholische Militärbischof der Bundeswehr, Walter Mixa, aus. Die Frage, ob der Einsatz in Afghanistan gerechtfertigt sei, sei „zu jeder Zeit berechtigt“.

Unterstützung erhielt Käßmann am Dienstag von den evangelischen Bischöfen im Norden. „Viele Menschen verstehen nicht mehr, warum der Einsatz nötig ist und welches Ziel er hat. Auch ist unklar, wie er beendet werden kann“, sagte die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Schleswiger Bischof Gerhard Ulrich betonte: „Ich stimme dabei Bischöfin Käßmann unbedingt zu, dass wir mehr Kreativität in unserer Friedenspolitik brauchen."

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Hermann H.

05.01.2010, 18:52 Uhr

Eigentlich ist es Guttenbergs Verdienst das er schon im Herbst die beantwortung dieser Fragen angekündigt hat.
Wir können aktuell aus Afghanistan nicht hinaus, das wäre verantwortungslos. Die veränderte Lage erzwingt allerdings ungeliebte und hässliche Aktionen bei denen immer wieder Tote zu beklagen sein werden und auf die Deutschland nicht vorbereitet ist. Schon deshalb brauchen wir dringend ein Ziel- und Ausstiegsszenario, damit austariert werden kann, wann die Opportunitätskosten zu hoch werden.
Für manche ist das jeder Tote, doch wer sich der Verantwortung stellt weis, dass es teilweise um kalte Zahlen, Erwartungen und Wahrscheinlichkeiten mit großen Unsicherheiten gehen muss.
Sterben mehr Menschen durch den Abzug oder durchs bleiben? ist die Ungerechtigkeit größer jetzt oder wenn wir abziehen?
Verringert die gezielte bekämpfung des Gegners eher den blutzoll oder erhöht es ihn?
Welche Opfer rechtfertigen einen Rückzug? "Nur" Tausend Tote in 10 Jahren danach oder mehr oder weniger? ist ein stabiler Staat überhaupt Menschleben wert? Und wenn ja wieviele und wessen?

Alle diese Fragen werden durch diejenigen, die den Krieg in Frage stellen auch nicht beantwortet. Doch nur mit der beantwortung dieser Fragen, jeder für sich und öffentlich bekundet, wird die Kritik zu gerechten Kritik und der anschließende Konsens zum besten Ergebnis nach bestem Gewissen des Volkes.
Mehr ist dem begrenzten Vermögen der Menschen nicht abverlangbar und deshalb zu respektieren!

H.

MS

05.01.2010, 21:28 Uhr

Unser Verteidigungsminister möge doch bitte die bischöfin Käßmann zu einem Truppenbesuch nach Kunduz einladen und den zuständigen Stab anweisen, dass Rückflug zu stornieren.

bischöfin Käßmann kann dann unter beweis stellen, wie sie den Aufbau staatlicher Strukturen organisiert, sich gegen Taliban erwehrt die genau dies verhindern möchten und dabei nicht Zuflucht im bundeswehr-Feldlager sucht.

Widerstand10

06.01.2010, 00:59 Uhr

Die Amerikaner sehen überall Gespenster und ihr Zögling Deutschland macht überall mit. Die Taliban
haben nicht die Twin Tower zerstört keine botschaften in der Welt zerstört und bedrohen Deutschland nur verbal. Die Taliban sind bauern einfach gestrickt und nur in ihren Regionen tätig.

Anders AL KAiDA, eine mobile Truppe die weltweit in Muslimischen Ländern Schutz findet und Angriffe auf westliche Staaten planen kann.Selbst in Deutschland
das als Ruhezone für Terroristen galt und noch gilt
konnte Al Kaida in Hamburg-Harburg die Pläne für den Angriff auf die Twin Tower planen und dann ausführen.

Das lag daran das die politischen Verhältnisse in
Hamburg bei ROT Grün lagen und die legten ihre schützenden Hände auf jeden der nicht von hier war.
Die 100%prozentige Ausrichtung des Staatsschutzes wurde auf Rechte Gruppen gelegt.

Fazit der Geschichte AL Kaida ist schon weg, Soldaten kämpfen gegen Einheimische Taliban und werden dort gebunden. Jetzt kommt der Jemen und bedroht die westliche Welt durch Al Kaida und die Karavane zieht in den Jemen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×