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08.05.2017

18:26 Uhr

Stromnetz in Deutschland

Stromautobahnen sollen bis 2025 stehen

Der Ausbau der Stromnetze kommt langsam in Bewegung. Bis 2025 sollen die neuen Großleitungen von der Küste in den Süden fertig sein. Geht es auch bei Breitband-Kabeln für das Internet schnell genug voran?

Strommasten könnten zukünftig in Deutschland selten werden, da die Bundesregierung beschlossen hat die Leitungen vorrangig unter der Erde zu verlegen. dpa

Bald verschwunden?

Strommasten könnten zukünftig in Deutschland selten werden, da die Bundesregierung beschlossen hat die Leitungen vorrangig unter der Erde zu verlegen.

BonnDie drei großen Stromautobahnen für den Transport von Windstrom nach Bayern und Baden-Württemberg sollen nach den Planungen der Bundesnetzagentur fristgerecht bis 2025 fertig werden. „Wir legen ein erhebliches Tempo vor. Bis 2025 sollten sie - wenn es irgend geht - stehen“, sagte der Chef der Bonner Behörde, Jochen Homann, am Montag bei der Vorstellung seines Jahresberichts. Für die Projekte, die zentral für ein Gelingen der Energiewende sind, habe die Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen. Die Konferenzen sollten bis zu den Sommerferien abgeschlossen sein. „Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen“, meinte Homann.

Konkret geht es um das Herzstück des deutschen Leitungsausbaus: die rund 700 Kilometer lange „Südlink“-Trasse von Brunsbüttel nach Großgartach bei Heilbronn und Grafenrheinfeld in Bayern sowie „Südostlink“ von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt zum Netzpunkt Isar nordöstlich von Landshut. Hinzu kommt eine mehr als 600 Kilometer lange Leitung im Westen, die Nordsee-Strom von Emden über Osterath in Nordrhein-Westfalen bis Philippsburg in Baden-Württemberg transportieren soll.

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Nach heftigen Diskussionen hatte die Bundesregierung beschlossen, die Leitungen vorrangig unter der Erde zu verlegen, was Milliarden an Mehrkosten bringt. Dafür zahlen die Verbraucher über die sogenannten Netzentgelte. „Der Anteil der Netzentgelte am Strompreis wird weiter steigen“, sagte Homann voraus. Andererseits seien ohne ausreichend dimensionierte Stromnetze immer wieder teure Noteingriffe der Netzbetreiber nötig. Sie hätten 2015 insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro gekostet, 2016 dank günstigen Wetters etwas weniger. Dort sei aber keine Trendwende erreicht.

Auch der Ausbau des Telekommunikationsnetzes mit Breitband-Kabeln werde „intensiv vorangetrieben“, versprach Homann. Etwa 75 Prozent der Verbraucher in Deutschland könnten derzeit schnelle Leitungen mit über 50 Megabit pro Sekunde nutzen. Dabei seien Städte aber mit 90 Prozent im Verhältnis zu ländlichen Regionen überrepräsentiert.

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Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen um das sogenannte Vectoring sei nun der Weg frei für die schnelle Verbesserung der Kupferverbindungen. Dies stelle aber nur eine Übergangstechnologie dar, die bald an ihre Grenzen stoßen werde, betonte Homann. Die Datenvolumina wüchsen weiter in rasantem Tempo. So seien allein 2016 ein Drittel mehr Daten über das Festnetz übertragen worden als ein Jahr zuvor. In den Mobilfunknetzen wuchs die Menge gar um 60 Prozent.

Einen Rekord gab es bei Beschwerden im Telekommunikationsbereich - etwa Ärger mit Telefongesellschaften beim Umzug oder Anbieterwechsel oder über unerwünschte Telefonwerbung. 220 000 solcher Beschwerden seien bei der Behörde 2016 eingegangen, sagte Homann - 18 000 pro Monat. Unerlaubte Werbeanrufe gingen dabei von Hundefutter bis zu Pornoangeboten. Die Aufsichtsbehörde habe über 3000 Telefonnummern zwangsabgeschaltet und fast 900 000 Euro an Bußgeldern verhängt.

Von

dpa

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