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27.09.2016

17:17 Uhr

Stromnetzausbau

Erste Korridor-Vorschläge für Nord-Süd-Stromtrassen

Erdkabel statt „Monstertrassen“ – mit dieser Formel will die Politik die Blockade beim dringend nötigen Ausbau der Stromnetze auflösen. Dass dies länger dauert und für Stromkunden teurer wird, steht jetzt schon fest.

Die neuen Trassen sollen Strom vor allem aus Windparks im Norden und Osten in den industriereichen Süden transportieren. dpa

Windpark in Mecklenburg-Vorpommern

Die neuen Trassen sollen Strom vor allem aus Windparks im Norden und Osten in den industriereichen Süden transportieren.

Berlin/MünchenDie Vorschläge der Stromnetzbetreiber Tennet und Transnet für mögliche Erdkabel-Korridore vom Norden in den Süden stoßen bei der bayerischen Staatsregierung auf große Zustimmung. „Wir gehen von einer erheblichen Reduzierung des Widerstandes aus“, sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) am Dienstag in München. Sie sei der festen Überzeugung, dass den betroffenen Kommunen, Bürgern und Grundstücksbesitzern eine Erdverkabelung besser zu vermitteln sei als der Bau von bis zu 70 Meter hohen Masten.

Auch die Gesamtkosten für den Bau der beiden Stromautobahnen SuedLink und SuedOstLink mit sechs oder gar sieben Milliarden Euro seien kein Grund für Kritik. Zum einen seien die Investitionskosten auf 40 Jahre angelegt, zum anderen würden Netzengpässe im Falle eines Nichtbaus ebenfalls jährliche Kosten in Milliardenhöhe mit sich bringen. Beide Stromleitungen enden in Bayern, der Suedlink in Unterfranken, der SuedOstLink in Niederbayern, sie sollen den umweltfreundlicheren Windstrom aus dem Norden transportieren.

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Die Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze sieht der 60-Jährige im Interview vor allem in der langen Dauer der Genehmigungsverfahren begründet. Den Zeitplan der Politik hält er für unrealistisch.

Die Vorschläge für die Leitungen sollen nun von der Bundesnetzagentur geprüft und im Dialog mit betroffenen Bürgern diskutiert werden. Der exakte Verlauf der Stromautobahnen soll erst in einigen Jahren festgelegt werden. 2017 werden zunächst die Anträge erwartet. Ein Baubeginn ist frühestens 2020 möglich. Die Leitungen sollen nicht vor 2025 in Betrieb genommen werden.

Die Trassen – je einmal von Schleswig-Holstein nach Baden-Württemberg und nach Bayern sowie eine aus Sachsen-Anhalt nach Bayern – sollen Strom aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Windparks, im Norden und Osten in den industriereichen Süden transportieren.

Mit den Stromautobahnen primär unter der Erde soll der stockende Ausbau der Stromnetze vorangetrieben werden. Bürgerproteste gegen die ursprünglich meist als Freileitungen mit Masten geplanten Stromautobahnen sollen verringert werden.

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