Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2011

18:09 Uhr

Strompreis

Trotz Atomausstieg keine Preisexplosionen

Spekulationen über rapide steigende Strompreise auf Grund eines beschleunigten Atomausstiegs fallen auf fruchtbaren Boden. Doch Verbraucherschützer und die Bundesnetzagentur kritisieren die Meldungen als unseriös.

Atomstrom "Nein Danke", aber steigende Preise machen vielen Verbrauchern trotzdem Angst. Quelle: dpa

Atomstrom "Nein Danke", aber steigende Preise machen vielen Verbrauchern trotzdem Angst.

Berlin "Ich glaube, dass es für diese hohen Schätzungen keine belastbare Grundlage gibt", sagte der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Gerd Billen, am Montag in Berlin. "Je weiter man da Prognosen wagt, umso ungenauer werden sie", warnte auch Netzagentur-Präsident Matthias Kurth. Eine seriöse Schätzung könne erst abgegeben werden, wenn die Rahmenbedingungen der Förderung auf dem Tisch lägen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel kritisierte die Diskussion als zu hektisch und mahnte hinsichtlich der künftigen Energieversorgung einer der weltgrößten Volkswirtschaften mehr Sorgfalt im Detail an. "In diesem Fall ist das Kleingedruckte möglicherweise das Wichtigste", sagte er nach energiepolitischen Gesprächen mit Experten. "Die Gefahr, dass das am Ende viele Leute viel Geld kostet, ist riesengroß." Die Belastungen gerade für die energieintensiven Industrien dürften nicht zu groß werden.

In der Debatte über steigende Strompreise kursieren die unterschiedlichsten Zahlen. Die Prognosen rangieren zwischen ein bis zwei Milliarden Euro im Jahr bis hin zu zweistelligen Milliardenbeträgen. Die teilstaatliche Deutsche Energie-Agentur (dena) rechnet mit einer Erhöhung des Strompreises um vier bis fünf Cent pro Kilowattstunde, was einen Stromkostenanstieg von etwa 20 Prozent für Privathaushalte bedeuten würde. Der Umstieg sei jedoch gerechtfertigt und werde sich langfristig auszahlen, erklärte die dena. Die Regierung verweist darauf, dass erst im Juni nach Verabschiedung eines Gesamtkonzepts Aussagen über die Kosten und deren Verteilung getroffen werden können.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Handelsblatt_Leser

18.04.2011, 19:50 Uhr

Ist den "Verbraucherschützern" eigentlich bekannt, daß die Strompreise (ohne Steuern und Abgaben) seit der Liberalisierung 1998 inflationsbereinigt sogar gesunken sind? Entweder nicht, dann sollten sie ihre Hausaufgaben machen, oder sie wissen es und führen die Bürger bewußt hinters Licht.

Realist

18.04.2011, 21:08 Uhr

Dem kann ich nur zustimmen. Zum Einen werden die bösen "Strommultis" von verschiedenen Interessensgruppen (BNetzA, Verbraucherschützer, SPD und Linke) als profitgierig hingestellt, dabei kassiert eigentlich der Staat das meiste. Darüber hinaus erhalten die Erneuerbaren Stromproduzenten satte Subventionen und sind eigentlich diejenigen, die mit satten Renditen jenseits der 20% daherkommen.
Leider haben es die meisten noch immer nicht verstanden. Abschaltung von Atomkraftwerken erhöht den Strompreis. Demnach werden die Versorger (Vertriebe) auch am Ende des Jahres die Preise erhöhen müssen. Zudem wird mittelfristig die Förderung der Erneuerbaren Energien den Strompreis belasten. Diese Kosten (eigentlich Abgaben) werden folgerichtig an den Stromkunden weitergegeben, bzw. müssen dies sogar. Als letztes werden die Investitionen in die Netze die Netznutzungsentgelte belasten. Hier, da hat Hr. Kurth von der BNetzA recht, erfolgt dies geratet, also über mehrere Jahre verteilt. In Summe steigen die Strompreis und der Staat verdient daran.

Was leider schade ist, dass die Bevölkerung noch immer nicht den Unterschied zwischen Produktion und Vertrieb auf der einen Seite und Verteilnetz und Übertragungsnetz auf der anderen Seite verstanden hat. Vielleicht sollte man da anfangen aufzuklären. Das mit dem sogenannten Unbundling die Netze vom Rest rechtlich getrennt wurden und komplett reguliert sind wissen die Wenigsten. Da sollten die Verbraucherschützer sich bei der BNetzA (saßen ja an einem Tisch) dies mal erklären lassen. Dann wissen sie auch, vieviel in die Netze investiert werden sollen. Dies wird behördengerecht erfasst und bis auf die Unterlegzeile abgefragt.

Fazit: Alle wollen Öko sein, am Ende will es keiner bezahlen und Schuld sind die Strommultis. Aber die Wahrheit will ja keiner sehen.

Che

18.04.2011, 22:48 Uhr

Shalom i Spiritui Sancto Vatikan:Im Schizoiden,Schwulen,Viren,Giftgas-Sekten Deutschland ist Lug und Betrug längst Tagesordnung.Dem deutschen fehlt die Zivilcourage um die verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen,Er will die Lüge nur so haben das Er sie auch Fressen kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×