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14.10.2013

18:28 Uhr

Strompreise

Ökostrom-Umlage für Haushalte steigt erneut

Die Umlage für Ökostrom wird wieder teurer. Nachdem der Preis pro Kilowattstunde bereits im Jahr zuvor erhöht worden war, schrauben ihn die Netzbetreiber erneut nach oben. Dabei müssten sich die Kosten gar nicht erhöhen.

Der Zählerstand eines Wechselstromzählers. Laut Branchenkreisen erhöht sich die Umlage für Ökostrom auch in diesem Jahr. dpa

Der Zählerstand eines Wechselstromzählers. Laut Branchenkreisen erhöht sich die Umlage für Ökostrom auch in diesem Jahr.

Berlin/ReutersVerbraucher müssen im kommenden Jahr für die Ökostrom-Hilfen nach Angaben aus Branchen- und Regierungskreisen knapp einen Cent mehr bezahlen. Die Umlage werde 6,24 Cent je Kilowattstunde betragen, sagten am Montag mehrere mit der Zahl Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters. Dies bedeutet, dass ein Durchschnittshaushalt wegen der Subventionen für Energie aus Wind, Wasser oder Sonne etwa 40 Euro mehr im Jahr zahlen muss. Branchenvertreter widersprachen damit auch Medienberichten, wonach die Netzbetreiber die Umlage bereits auf über 6,3 Cent festgelegt haben.

Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden muss nun für den Strom aus erneuerbarer Energie inklusive Mehrwertsteuer 2014 insgesamt gut 250 Euro zahlen. Für 2013 war die Umlage nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) allerdings mit fast zwei Cent noch doppelt so stark auf 5,277 Cent gestiegen. Die vier großen Netzbetreiber berechnen die Umlage anhand der Menge des eingespeisten Ökostroms, der Zahl der Stromkunden, die die Abgabe tragen müssen sowie der Börsenpreisentwicklung. Die Zahl wird am Dienstag von Transnet BW, Amprion, Tennet und 50Hertz veröffentlicht.

Fragen und Antworten zur Förderung der erneuerbaren Energien

Was ist die EEG-Umlage?

Rund 45 Prozent des Strompreises machen bereits Steuern, Abgaben und Umlagen aus - im Fokus steht besonders die sogenannte EEG-Umlage. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sind für Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerke auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze festgelegt. Daher ist mit einem raschen Sinken der Förderkosten vorerst nicht zu rechnen.

Wie werden die Vergütungssätze berechnet?

Gezahlt wird die Differenz zwischen dem garantierten Vergütungssatz für den Hersteller und dem tatsächlich am Markt erzielten Preis. Die Verwalter des Umlage-Kontos, die Übertragungsnetzbetreiber, berechnen angesichts der Anlagenzahl und von Erfahrungswerten beim Wetter die möglichen Fördersummen und geben immer zum 15. Oktober eine Umlage für das kommende Jahr an. Verrechnen sie sich, wird das mit der nächsten Umlage korrigiert.

Was ist das Quotenmodell?

Beim Quotenmodell müssen Energieversorger einen bestimmten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen liefern - notfalls durch Zukauf von Ökostrom bei Betreibern von Wind- oder Solarparks. Wie sie das anstellen ist nebensächlich, Hauptsache sie erfüllen die Quote. Wenn sie die Quote nicht erfüllen, müssen sie Strafe zahlen. Bisher haben etwa Großbritannien und Schweden das Quotenmodell umgesetzt.

Der Anstieg der Umlage ist allerdings nur zum kleinen Teil auf das Wachstum beim Ökostrom zurückzuführen: Verantwortlich sind zusätzliche Entlastungen für die Industrie, die die übrigen Verbraucher mitschultern müssen, sowie vor allem der gefallene Börsenpreis. Denn die Umlage wird als Differenz zwischen den meist auf 20 Jahre garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom und dem Börsenpreis berechnet. Fällt dieser, steigt die Umlage. Da es zudem in diesem Jahr relativ wenig Sonne und Wind gab, ist das Ökostrom-Wachstum für rund 0,15 Cent des Zuwachses verantwortlich.

Zudem ist inzwischen über die Hälfte des Industriestroms von der Umlage weitgehend befreit, so dass Mittelständler und Privathaushalte umso höhere Beiträge schultern müssen. Mit den Befreiungen will die Regierung große Stromverbraucher im internationalen Wettbewerb stützen.

Kommentare (26)

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vandale

14.10.2013, 19:21 Uhr

Es handelt sich um die wiederholte, bewusste Falschmeldung.

2013 liegen die EEG Subventionen bei 20 Mrd. €, Hinzu kommen Netzausbaukosten, 1% KfW Darlehen, EKF Fonds und KWK Subventionen, macht ca. 30 Mrd. €/Jahr.

Industrie und Gewerbe haben keine himmlischen Geldquellen. Die Kosten werden mit Gemeinkostenzuschlag, Marge und Steuern an die Kunden weitergereicht.

Bei 40 Mio. Haushalten macht dies ca. 750 €/Haushalt und Jahr. Zzgl. Gemeinkosten, Marge und Steuern sind dies ca. 1400 €/Haushalt, oder 120 €/Monat.

Vandale

Account gelöscht!

14.10.2013, 19:27 Uhr

Und so sieht die Wahrheit aus :

Einer der Kritiker der hohen Subventionen für erneuerbare Energien, EU-Kommissar Günther Oettinger, hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Zahlen zur europaweiten Förderung von Atom- und Kohle-Energie aus einem Subventionsbericht zur Energiepolitik streichen lassen. Wie die Zeitung unter Berufung auf einen Entwurf des Subventionsberichtes schreibt, wurden erneuerbare Energien im Jahr 2011 in den 27 EU-Ländern mit 30 Milliarden Euro gefördert. Nukleare Anlagen wurden im selben Jahr demnach mit 35 Milliarden Euro subventioniert, fossile Kraftwerke mit 26 Milliarden Euro.

Meldung vom 14.10.2013
auf der T-Online Homepage im Bereich Wirtschaft.

Account gelöscht!

14.10.2013, 19:33 Uhr

Zitat: "Mit den Befreiungen will die Regierung große Stromverbraucher im internationalen Wettbewerb stützen."


Das ist ein schwerer Denkfehler der Regierung, da eben NICHT nur Großbetriebe im internationalen Wettbewerb sind, sondern auch viele kleine und mittelgroße Firmen des produzierenden Gewerbes.
WIR bezahlen den Unfug auch und können uns eben nur noch durch Rationalisierung, Arbeitsplatzabbau und Produktionsverlagerung zu ausländischen Lieferanten dagegen wehren.

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