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02.04.2011

14:55 Uhr

Strompreise

Verbraucher zahlen Netzausbau

Jetzt kommt die Rechnung für den Atom-Ausstieg auf den Tisch der Verbraucher: EU-Energiekommissar Günther Oettinger will sie für den Ausbau der Stromnetze zur Kasse bitten. Außerdem schlagen weitere Kosten zu Buche.

Während Kernkraftwerken immer weniger Zukunft zugebilligt wird, werden die Netze wohl ausgebaut. Quelle: dpa

Während Kernkraftwerken immer weniger Zukunft zugebilligt wird, werden die Netze wohl ausgebaut.

Die Verbraucher müssen bei einer Energiewende mit deutlich höheren Stromkosten rechnen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert, sie am Ausbau neuer Stromnetze und -speicher in Europa finanziell zu beteiligen. „Ich denke an eine Umlage von etwa einem Cent pro Kilowattstunde“, sagte Oettinger dem „Spiegel“.

Laut RWE müssen sich die Bürger schon wegen des deutschen Atom-Moratoriums auf höhere Preise einstellen. „Für Kunden von Versorgern, die sich jetzt zu hohen Börsenpreisen eindecken müssen, könnte sich das rein rechnerisch in einer Preiserhöhung von bis zu fünf Prozent niederschlagen“, sagte Vorstand Leonhard Birnbaum der „Rheinischen Post“.

Aber auch auf die Atomkonzerne dürften neue Kosten zukommen. Laut „Wirtschaftswoche“ will Oettinger die Haftung von Atomkraftwerken europaweit vereinheitlichen. Dazu habe er für Dienstag Vertreter von Konzernen, Versicherern und Organisationen nach Brüssel eingeladen.

Bisher regelt jedes EU-Land die Haftung für Atomkatastrophen selbst. Während Betreiber in Frankreich dem Bericht zufolge nur für Schäden bis 91,5 Millionen Euro je Kraftwerk haften, sind in Deutschland Schäden bis zu 2,5 Milliarden Euro abgedeckt. „20 Pkw vor einem Kernkraftwerk sind besser versichert als die Anlage selbst“, sagte der Grünen-Europaabgeordnete Claude Turmes dem Blatt.

Josef Schlarmann, Chef der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, wandte sich gegen indirekte Subventionen. „Ordnungspolitisch muss man den Versorgern einfach alle Kosten der Atomkraft in Rechnung stellen, von der Endlagerung bis zur Versicherung aller Risiken“, sagte er der „Wirtschaftswoche“.

Grünen-Chefin Claudia Roth bezeichnete Atomstrom als den teuersten Strom überhaupt. „Wenn sich die Kraftwerksbetreiber gegen die Risiken selbst absichern und die Entsorgung ihres Mülls selbst bezahlen müssten, würde eine Kilowattstunde etwa zwei Euro kosten“, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“.

Von

dpa

Kommentare (8)

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Gast44

02.04.2011, 15:23 Uhr

"...EU-Energiekommissar Günther Oettinger fordert..."
Auweia. Keiner hat ihn gewählt und jetzt sollen trotzdem alle Bürger mehr zahlen.
Schöne EU-"Demokratie".

Account gelöscht!

02.04.2011, 15:37 Uhr

Der Preisanstieg für den Verbraucher finde ich absolut akzeptabel,wenn wir dafür den Atomdreck loswerden.
Was Schlarmann sagt,denke ich schon lange.Es kann nicht sein,dass die Atomwirtschaft die Gewinne einstreicht und die Kosten auf die Allgemeinheit verteilt!

Account gelöscht!

02.04.2011, 16:03 Uhr

Ulfkotte hat doch vor kurzem ein Buch rausgebracht.
Armut für alle oder so ähnlich.
So ist es, wenn Wirtschaft nur noch für Manager und Aktionäre arbeitet aber nicht mehr für die Firma z. B. in Form von neuen Investitionen
So wie das Geld reinkommt, geben sie es aus für die Manager und Aktionäre.
Es bleibt kein Krümel in der Firma für neu Investitionen, da ruft man dann nach dem Staat. Und es hat ja auch lange funktioniert.
Selbst zum #gehälterzahlen am Monatsende haben sie kein Eigenkapitakl, da muß man Kredite aufnehmen, so wird heute in Deutschland gewirtschaftet.
Nun denn, derzeit so belegen Studien, wird in dieem Land ca. 400.000 Menschen der Strom gesperrt, weil sie ihre Rechnung nicht zahlen können. In Zukunft werden das eben Millionen sein.
Dieser oberbekloppte Öttinger vergißt völlig, dass auf die Strompreise der Staat schon mindestens 1/3 davon ohnehin belegt hat mit allen möglichen Abgaben und Steuern.
Und wo sind nun die Grünen? Die Rattenfänger? Die angeblich so bürgerlich Partei?
Rufen sie jetzt auf zur Demo gegen weitere Abzocke?
Nein, natürlich nicht, denn sie haben ja in ihrer Reg.-Zeit mitgeholfen den Strompreis zu verteuern

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