Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.05.2012

17:27 Uhr

Studentenförderung

Wenige Bundesländer nutzen Deutschlandstipendium

VonBarbara Gillmann

ExklusivVon einer „starken Stipendienkultur“ ist die Bundesrepublik noch weit entfernt. Das neue „Deutschlandstipendium“ wird bislang nur von wenigen Universitäten genutzt. Ein Bundesland ist in dieser Sache vorbildlich.

Hörsaal der TU in München: Bei Stipendien hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher. ap

Hörsaal der TU in München: Bei Stipendien hinkt Deutschland im internationalen Vergleich hinterher.

BerlinDie von Bundesministerin Annette Schavan (CDU) versprochene „starke Stipendienkultur“ steht noch auf schwachen Beinen: Bisher hat lediglich jede dritte Hochschule ihr Kontingent am neuen „Deutschlandstipendium“ ausgeschöpft. Nur ein Bundesland – das kleine Saarland – hat alle im Startjahr 2011 vom Bund bereit gestellten Mittel zum Wohl der besten Studenten abgerufen. Das zeigt der „Ländercheck kompakt“ des Stifterverbandes zum Deutschlandstipendium, der dem Handelsblatt vorliegt.

Das Deutschlandstipendium soll auch in der Bundesrepublik eine Stipendienkultur für besonders begabte Studenten etablieren, wie sie etwa in den USA weit verbreitet ist. Bisher kommen nicht mal drei Prozent der Studenten in den Genuss eines Stipendium und auch davon finanziert der Staat etwa über die Begabtenförderwerke indirekt den Löwenanteil. Das neue Deutschlandstipendium zahlt der Bund zur Hälfte, wenn die Hochschulen private Sponsoren für die andere Hälfte finden.

Ursprünglich wollte Schavan mittelfristig 160.000 Deutschlandstipendien vergeben, das wären rund acht Prozent aller Studenten. Wegen diverser Probleme reduzierte sie das Volumen im ersten Jahr jedoch auf  9400 Stipendien. Tatsächlich vergeben wurden im Wintersemester 2011/12 nur knapp 5.300 Stipendien.

Doch der Ländercheck zeigt  enorme Unterschiede: Sehr gut haben neben dem Saarland auch Bremen, Niedersachsen und Bayern abgeschnitten. Auch NRW bietet zumindest dann eine gute Bilanz, wenn man dort das landeseigene Stipendium dazu rechnet, das einst die Blaupause für das Deutschlandstipendium bot. In Hamburg und Berlin, Schleswig-Holstein und Brandenburg lässt das Engagement für die neue Stipendienkultur dagegen noch sehr zu wünschen übrig.

Insgesamt machten im Wintersemester drei Viertel der 387 Hochschulen mit. Im Schnitt konnten diese zwei von drei möglichen Stipendien vergeben. In fünf Ländern schafften sie im Schnitt nicht einmal die Hälfte. Bei Schlusslicht Hamburg waren es nur traurige 18 Prozent.

Besonders erfolgreich waren die teilnehmenden technischen Hochschulen: Sie konnten im ersten Jahr immerhin 75 Prozent des Stipendien-Kontingents ausschöpfen. Ein Grund dürfte der Ingenieurmangel sein. Sponsoren haben die Möglichkeit, ihre Spenden fachlich zu fokussieren, also etwa auf Ingenieure zu beschränken.

Von den neun Elite-Unis waren Konstanz und Freiburg in der ersten Runde noch nicht mit dabei. Die RWTH Aachen, die TU München und das Karlsruher Institut für Technologie hingegen konnten alle Stipendien gegenfinanzieren.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×