Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2012

04:15 Uhr

Studie

Ausbildungsgarantie rechnet sich für den Staat

Die Kosten für eine Berufsausbildung sind hoch. Doch einer Studie zufolge ist es für den Staat günstiger, jedem Jugendlichen eine Ausbildung zu garantieren - er könne die Investition später wieder hereinholen.

Als Ungelernte haben Jugendliche kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. dpa

Als Ungelernte haben Jugendliche kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

BerlinDer Staat sollte nach einer Empfehlung der Bertelsmann-Stiftung jedem Jugendlichen nach dem Schulabgang eine unmittelbare Berufsausbildung garantieren. Dies wäre für die Gesellschaft auf Dauer erheblich kostengünstiger als die weitere Finanzierung einer kaum noch überschaubaren Zahl von Übergangsmaßnahmen, rechnet der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm in einer neuen Bertelsmann-Studie vor.

Allein im vergangenem Jahr haben demnach knapp 300.000 Jugendliche nach ihrem Schulabgang an einer Übergangsmaßnahme teilgenommen. Experten bezweifeln seit längerem den Nutzen vieler Maßnahmen und sprechen von „teuren Warteschleifen“.

Staat und Bundesagentur für Arbeit wenden dafür jährlich rund 4,3 Milliarden Euro auf. Dennoch bleiben nach Klemms Aussage jedes Jahr 150.000 Jugendliche dauerhaft ohne Berufsabschluss und haben als Ungelernte kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn der Staat aber allen Jugendlichen, die nach dem Schulabgang keine betriebliche Lehrstelle gefunden haben, unmittelbar danach eine betriebsnahe Ausbildung bei Trägern oder in Berufsschulen garantiere, fielen dabei zusätzlich Mehrkosten in Höhe von 11.000 Euro pro Person an, heißt es in der Studie.

Dem gegenüber stünden aber 22.000 Euro, die der Staat später wieder gewinne - durch höhere Einnahmen bei Lohnsteuern und Sozialbeiträgen sowie durch geringere Aufwendungen für Arbeitslosengeld und Sozialhilfe. Zugleich stünden der Wirtschaft pro Jahr bis zu 150.000 Fachkräfte zusätzlich zur Verfügung.

Ausbildungsplätze: Noch 100.000 Lehrstellen sind unbesetzt

Ausbildungsplätze

Noch 100.000 Lehrstellen sind unbesetzt

Die Zeit des Mangels an Ausbildungsplätzen ist vorbei. In diesem Jahr bleiben viele Firmen ohne Lehrlinge. 101.100 Stellen hat die Arbeitsagentur in ihrem System. Trotzdem suchen noch über 900.00 Bewerber eine Lehre.

Von

dpa

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

20.09.2012, 06:45 Uhr

Ausbildungsplatz garantiert, Arbeitsplatz garantiert, Einkommen garantiert, Leistung garantiert?

tststs

20.09.2012, 07:07 Uhr

ts,ts - mal wieder viele Halbwahrheiten. In Wirklichkeit kostet ein Ausbildungsplatz nicht nur, sondern weil weit unter Produktivität gezahlt wird und Rekrutierungskosten entfallen und man den Kandidaten "testen" kann entfallen auch teure Kosten. Es gibt Ausbildungen die sich mehr als amortisieren.

trotz allem stellt die Wirtschaft seit Jahrzehnten nicht genug Plätze zur Vfg. Nur noch 22,5% inkl. ÖD, 11% davon gewerbliche Wirtschaft.

in vielen Bereichen werden Azubis als billige Arbeitskräfte ausgenutzt. Friseure bekommen bis zu 6000 Euro Subventionen pro Hauptschüler, damit wirbt deren Kammer - hab ich selbst im Internet gefunden.

und die Qualität vieler Ausbildungen lässt auch zu Wünschen übrig, dass merken die jungen Leute aber nicht immer, da sie keinen Vergleich haben.

die Azubis sind mittlerweile bei Ausbildungsbeginn alle im Abituralter, obwohl wir viele mit 15-16 abschulen. So lange müssen die in DE halt "warten" bis sich ein Gnädiger findet. Der Sohn eines Bekannten von mir ist mit Abi und mit 34 hat der in DE noch nie einen Ausbildungsbetrieb gefunden. Der ist immer noch ungelernt.

17% zw.24 und 30 sind Ungelernte in DE - sollen lt. Weltbank mehr sein als in vielen anderen Industriestaaten.

und eine "Upper Secondary" ist das überhaupt nicht mehr, nur noch 28% sind unter Abituralter. Hauptschüler sind bei Beginn schon über 20 Jahre alt.

ist nicht mehr zeitgemäß den Betrieben 16jährige Pupertäre vor die Füße zu kübeln. Auch haben sich viele Berufe halt verändert. Mehr Technik, mehr IT, mehr Kundenkontakt etc.

aber lassen wir ruhig die meisten Deutchen auf dem Niveau von 9 Jahren Schulbildung und Hauptschule, wo lt. KMK ja alle Ausbildungen stehen. Sogar für Krankenpflege haben wir das Niveau wieder auf Hauptschule festgesetzt - das ist global ein Studium.

sind wir hier halt alle Hauptschüler.



tststs

20.09.2012, 07:24 Uhr

Buch "Lissabon 2000 und die duale Ausbildung von Rothe. Da steht auch drin, dass die duale Ausbildung internationale Standards nicht einhält. Das DE viel mehr Ungelernte hat als viele andere Industrieländer. Dass das System qualitativ nicht die Normen erfüllt, wie man immer behauptet.

das BIBB sagt übrigens selber: weil die Azubis mittlerweile nicht mehr pupertär sind, sondern erwachsen müssste man vielen eigentlich mehr zahlen, weil eben viele mit besserem Bildungsstand Vorbildung kommen, z.B. jeder 5. mit Abitur ist und die produktiver, da "reifer" sind.

Das wird aber nicht gemacht. Außerdem ist es nur eine Sekundarstufe 2.

jemand mit Abi der eine Ausbildung macht vergeudet seine Lebenszeit. Sein Bildungsstand bleibt dann immer auf Highschoolniveau, er langweilt sich dann zu Tode, weil es mit Absicht niveaulos gemacht ist etc.

das passt nicht mehr in die heutige Zeit. Technischer Fortschritt verändert die Berufe und DE klammert sich an die Hauptschule.

lauter Erwachsene in einer Sekundarstufe 2 die ab 15/16 sein soll. Und aus dem Ausland die importierten Azubis sind oft Mitte 20, bringen Abi oder schon eine Ausbildung mit etc.

und vor Ort bilden sie immer weniger aus. Noch in den 1980er Jahren haben fast 40% ausgebildet. Nun zählt Quartalsdenken, da passt das nicht. Und Handwerker ? Meisterzwang zum Glück weg, mehr Soloselbständige - -die bilden auch nicht aus.

und DE bildet zu viel im Niedriglohnsektor aus - mit Friseuren können wir die Straßen bis China pflastern, ebenso Büroleute...

manche Branchen bilden weit über Bedarf aus, gerade die Unproduktiven. Gibt ja auch Subventionen. DE bildet nachher vornehmlich für den LowBudget Sektor aus.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×