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29.07.2013

14:00 Uhr

Studie

Bei Wertvorstellungen tut sich Kluft zwischen Volk und Vertretern auf

Politiker sitzen für die Bürger in Parlamenten und kommunalen Gremien. Aber wissen sie eigentlich, was der Bevölkerung wichtig ist? Bei den Wertvorstellungen klafft zwischen dem Volk und den Vertreter eine große Lücke.

Wissen die Repräsentanten noch, was das Volk will? Eine Studie sagt: Eher nein. Ein demokratietheoretisches Problem. dpa

Wissen die Repräsentanten noch, was das Volk will? Eine Studie sagt: Eher nein. Ein demokratietheoretisches Problem.

Berlin/KölnDie Wertvorstellungen von Bürgern und Politikern gehen zunehmend auseinander. Mandatsträger aus Bund, Ländern und Kommunen halten abstrakte Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität für besonders wichtig. Die Bevölkerung setzt dagegen eher auf konkrete Tugenden wie Ehrlichkeit, Respekt oder Zuverlässigkeit. Das ergab eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die am Montag vorgestellt wurde. Die Studienleiter warnten Politiker davor, die Bodenhaftung zu verlieren, und rieten ihnen, „vom Planeten Politik“ herunterzukommen.

YouGov hatte zwischen Anfang Juni und Mitte Juli in mehreren Etappen mehr als 1000 Volksvertreter aus Bund, Ländern und Kommunen und mehrere tausend Bürger befragt, um die Wertvorstellungen von Bürgern und Politikern zu vergleichen. Bereits 2011 hatte das Institut eine solche „Wertestudie“ veröffentlicht. Damals hatten beide Seiten - Bürger wie Politiker - angegeben, dass Ehrlichkeit bei ihnen ganz oben auf der Werteskala steht. Bei der Bevölkerung war das Votum aber weit eindeutiger ausgefallen als bei den Mandatsträgern.

In der aktuellen Umfrage rangiert Ehrlichkeit bei den Bürgern immer noch weit vorne. Bei den Mandatsträgern streiten neben Ehrlichkeit dagegen die Gemeinschaftswerte Solidarität und Gerechtigkeit um den ersten Platz.

„Ich habe mich gefragt, ob viele Politiker hier als Antwort in ihren Parteiprogrammen geblättert haben, so abstrakt kommen mir die Antworten teilweise vor“, sagte Joachim Klewes. Er ist Leiter der Stiftung Change Centre Foundation, die an der Studie beteiligt war.

Die Mandatsträger nennen an vorderster Stelle eher abstrakte Werte wie Gerechtigkeit (63 Prozent), Freiheit (53 Prozent) und Solidarität (51 Prozent). Bei den Bürgern sind die Präferenzen weniger eindeutig, kein Wert erreicht die 50-Prozent-Schwelle. Gerechtigkeit etwa wird auch von den Bürgern häufig genannt (43 Prozent). Ihnen ist laut Studie aber vielmehr ein Kanon von konkreteren Werten wichtig - wie Respekt (44 Prozent), Ehrlichkeit (41 Prozent), Familie (39 Prozent), Zuverlässigkeit (33 Prozent) oder Toleranz (31 Prozent).

Kommentare (5)

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Auslaender

29.07.2013, 14:21 Uhr

Nun lassen wir mal die guten Vorsätze und Tugenden beiseite. Was wirklich zählt ist Kontrolle. Die Politik macht es vor: Regulierungen, Ueberwachung und Kontrolle des Geldflusses der Bürger.

Drehen wir den Spiess um und fordern wir Kontrolle der Politik durch den Bürger. Die Schweiz macht es schon lange richtig. Volksinitiativen regulieren die Politik zur Haushaltsdisziplin, Abschaffung der Unkündbarkeit der Beamten, schlanke Verwaltung und damit zu vernünftigen Steuersätzen. Ad hoc Schnellschüsse wie z. B. die Energiewende der Kanzlerin Merkel werden dadurch verhindert. Vielleicht wäre uns auch das Ende des Bankgeheimnis, der Soli und andere finanzielle Belastungen erspart geblieben die "natürlich wohlgemeint" im Namen der (subjektiven) Gerechtigkeit initiiert wurden.

SeuteDeern

29.07.2013, 14:27 Uhr

Bei den Wertvorstellungen klafft zwischen dem Volk und den Vertreter eine große Lücke.
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Das sind nämlich jene Politiker, die es dann nicht fassen können, dass sie dermaßen missverstanden wurden, ..... und händeringend sagen werden: "Aber ich habe euch doch ALLE lieb!"

Frank3

29.07.2013, 17:15 Uhr

drei Freunde auf der Welt : Mut , Verstand und Weisheit

" ELTERN haften für ihre Kinder und WÄHLER für ihre Politiker , die ABER OHNE LÜGEN KÖNNEN und BESTIMMTEN INTERESSEN DIENEND , NIE ZUR WAHL AUFGESTELLT WORDEN WÄREN und MÜSSEN VERSPRECHEN HALTEN , die GARNICHT aus EIGENEN MORALDENKEN GEGEBEN WURDEN ??? WÄHLER mach FEHLER !!! LÄSST sich mit WORTE FANGEN aber NUR TATEN BEWEISEN WAHRES DENKEN und SCHON GETANE TATEN SOLLTEN NUR MASSSTAB SEIN .
UND sagt er WAHRHEITEN oder NUR INTERESSEN DIENEN WOLLEN , PRÜFE seine VERGANGENHEIT !!! HAT IMMER GEMACHT WAS SAGTE ??? "
Frank Frädrich

" Politiker HABEN KEINE ANGST MEHR , dass VERANTWORTEN MÜSSEN ihre TATEN GEGEN . . .
HABEN NUR SOZIALLEITER im KOPF , für die sie JEDE SCHWEINEREI MACHEN , wenn DAFÜR " JEMAND " HÖRE SOZIALSTUFE VERSPROCHEN HAT und SEHEN NICHT MENSCHEN sondern ZU BENUTZENDE . . .
HABEN für ALLES VERANTWORTUNG aber VERANTWORTEN MÜSSEN ???
KEIN KNAST DROHT und VOLK hat keine WAFFEN .
Wowereit ( SPD 12.01.12013 NACH FLUGHAFEN DEBAKEL ) EINMAL das GRINSEN VERGANGEN und in ZWEIFEL oder ANGST GEKOMMEN ? Nöööö . er WEISS um die ANGST der andren , SOZIALLEITER OHNE ihn ZU VERLIEREN und WO IST NOCH EINER der . . . .
SO meine AUSSAGE BEWIESEN .
Frank Frädrich




GLAUBEN GEBEN IST BENUTZEN WOLLEN .
WAHRE WAHRHEIT FINDEN IST UNUMSTÖSSLICH aber MACHT dich UNBENUTZBAR , SO MUSS MACHT WAHRHEIT VERSTECKEN sonst du AUCH WIRST EIN Gott .
DIE WAHRE WAHRHEIT WIDERLEGT AUCH KEINER MEHR .
IST SO .
Frank Frädrich

Wie rühmte sich Gerhard Schröder 2006 beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos: "Wir haben in Deutschland mit der Agenda 2010 eine Vorreiterrolle in Europa übernommen u. so den effektivsten Niedriglohnsektor in ganz Europa eingeführt."

Vielen Dank an die Genossen hierfür! . . .

" Politiker betreiben also diese Geschäfte - im Gegensatz zu wirklichen Unternehmern - ohne jedes persönliche Risiko."

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