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29.03.2013

14:57 Uhr

Studie

Das Ende privater Kassen würde Ärzten hohe Verluste bescheren

Auf rund 1,6 Milliarden Euro könnten sich die Verluste für Mediziner belaufen, wenn private Kassen aufgelöst werden. Der Spitzenverband der Privatkassen geht von über fünf Milliarden allein im ambulanten Sektor aus.

Private Krankenversicherung: Die Zahlen über Verluste variieren zwischen 1,6 und rund 6 Milliarden Euro dpa

Private Krankenversicherung: Die Zahlen über Verluste variieren zwischen 1,6 und rund 6 Milliarden Euro

BerlinDie Auflösung der privaten Krankenversicherung hätte für deutsche Ärzte nach einer Studie Einkommensverluste in Milliardenhöhe zur Folge. Im ersten Jahr einer Umstellung sei ein Verlust an Privathonoraren von 1,6 Milliarden Euro realistisch, heißt es in der Studie des Gesundheitsökonomen Jürgen Wasem im Auftrag der Techniker Krankenkasse, die dem Nachrichtenmagazin „Focus“ vorliegt.

Schlimmstenfalls würde ein einheitliches Ärztehonorar für gesetzlich und privat Versicherte für die Mediziner Einkommensverluste von sechs Milliarden Euro bedeuten.

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Die Niederlande haben seit 2006 eine Krankenversicherung für alle. Solch eine Bürgerversicherung wollen auch SPD, Grüne und Linke. Eine Blaupause liefern die Nachbarn nicht. Aber die Deutschen könnten es besser machen.

Die „Passauer Neue Presse“ (Donnerstag) zitierte aus einem Papier der Privaten Krankenversicherung (PKV), in dem es heißt: „Ein Einheitssystem ("GKV für alle") bedroht in Deutschland allein im ambulanten Sektor ärztliche Honorare in Höhe von 5,235 Milliarden Euro jährlich.“

Ein wichtiger Bestandteil der Praxisumsätze seien Mehrerlöse, „die nur deshalb entstehen, weil die behandelnden Personen nicht gesetzlich, sondern privat versichert sind“. Mit diesen Einnahmen könnten Ärzte in medizinisches Fachpersonal, fortschrittliche Behandlungsmethoden und in eine moderne Praxisinfrastruktur investieren.

Unter anderem die SPD sieht die Private Krankenversicherung am Ende. Sie plädiert für eine Bürgerversicherung für alle Menschen.

Von

dpa

Kommentare (24)

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Account gelöscht!

29.03.2013, 16:46 Uhr

Und wo bleibt die Gegenrechnung? Wie hoch sind die Mehreinnahmen der gesetzlichen Kasse? Wie viel spart man ein, wenn man die Personal- und Verwaltungskosten der privaten Kassen zusammen rechnet? Wie viel preiswerter werden die Kassenbeiträge für langjährig privat Versicherte?

Dieser Bericht jammert sehr einseitig über die Arzthonorare.

Klausi

29.03.2013, 17:24 Uhr

Klausi betr. priv. KK
Meine private Krankenversicherung geht mit den Mitgliedsbeiträgen weit sparsamer um als die gesetzlichen Kassen. Meines Wissens sind die Verwaltungskosten deutlich niedriger, ebenso die Spitzengehälter.

Fr.

29.03.2013, 23:17 Uhr

In jungen Jahren gehen viele Besserverdiener in die Private Krankenversicherung. Damit fehlen diese Leistungsstarken in der Solidargemeinschaft. So entsteht die Zweiklassengesellschaft und die Kassenpatienten sind die Dummen. Dieses System ist das Gegenteil von sozial. Nennt man das asozial?

In späteren Jahren, wenn die Beiträge für die Privatpatienten unbezahlbar werden und nur noch massive Leistungskürzungen helfen, sind die Privatpatienten die Dummen.

Wir brauchen kein System, bei dem immer einer der Dumme ist.
Das können wir besser!
Wir brauchen eine gemeinsame solidarische Krankenversicherung für alle!
Die Bundestagswahl im Herbst 2013 wird eine Bürgerversicherungswahl und genau wie in Wiesbaden werden die Parteien gewinnen, die für die Bürgerversicherung sind und wer noch immer nicht begriffen hat, dass die Menschen das Zweiklassensystem satt haben, muss endlich seinen Platz räumen.

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