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17.12.2012

10:58 Uhr

Studie

Energiewende belastet vor allem ärmere Haushalte

VonDana Heide

Immer auf die Kleinen: Die Kosten für die Energiewende lasten überproportional auf den Schultern der Geringverdiener, stellt das Forschungsinstitut IW Köln fest. IW-Chef Michael Hüther nennt eine Alternative.

Strom wird immer teurer

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DüsseldorfGerecht ist anders: 1,3 Prozent ihres Einkommens müssen die ärmsten zehn Prozent der deutschen Bevölkerung für den Ausbau von Windkraft, Solaranlagen und Co. bezahlen. Die reichsten zehn Prozent hingegen belastet die sogenannte EEG-Umlage nur mit 0,2 Prozent ihres Verdienstes. Das stellte das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer heute vorgestellten Studie fest.

Das liegt daran, dass sich der Stromverbrauch mit steigendem Einkommen kaum verändere, sagte IW-Institutsleiter Michael Hüther. Bei einem mehr als sechsmal so hohen Einkommen seien die Stromkosten nur um rund ein Viertel höher. Für die ärmere Hälfte liegt die EEG-Umlage pro Kopf bei knapp 6 Euro, die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung zahlten 7,20 Euro.

Auch Sozialverbände kritisieren die durch Abgaben und Steuern steigenden Stromkosten und warnten bereits vor "Energiearmut".

Hüther schlägt deshalb vor, die Kosten für die Energiewende durch Steuerfinanzierung zu stemmen, und die EEG-Umlage, die pauschal auf den Strompreis pro Kilowattstunde aufgeschlagen wird, abzuschaffen. "Dies wäre beispielsweise durch eine Erhöhung des Solidaritätszuschlags von 5,5 auf 12,5 Prozent möglich", sagt Hüther. In dieser Form wäre die Kostenbelastung durch die Energiewende prozentual abhängig von der Höhe des Einkommens.

Wie viel Haushalte für die EEG-Umlage pro Person monatlich zahlen müssen

Singles

2011 mussten Alleinstehende noch 6,34 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,51 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,49 Euro oder 0,72 Prozent des Einkommens sein.

Paare ohne Kinder

2011 mussten Paare ohne Kinder noch 6,47 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,31 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 9,68 Euro oder 0,44 Prozent des Einkommens sein.

Alleinerziehende

2011 mussten Alleinerziehende noch 5,94 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,6 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,88 Euro oder 0,85 Prozent ihres Einkommens sein.

Paare mit Kindern

2011 mussten Paare mit Kindern noch 5,65 Euro pro Monat auf ihre Stromrechnung zur Finanzierung der Energiewende draufbezahlen. Das entsprach 0,34 Prozent ihres Einkommens. 2013 werden es laut IW Köln nach der Erhöhung der EEG-Umlage 8,45 Euro oder 0,48 Prozent ihres Einkommens sein.

Kommentare (27)

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kleinerhobit

17.12.2012, 11:13 Uhr

Wieder ein untauglicher Versuch eines den Energiekonzernen nahestehenden Insititutes die Energiewende in Frage zu stellen. Wenn hierzulande Löhne gezahlt würden, von denen die Menschen auch leben können, wäre das Problem mit den Energiepreisen viel geringer. Es wird daher endlich Zeit für einen gestzlichen Mindestlohn. Aber dagegen wehren sich u.a. die Energiekonzerne und machen lieber Kasse um anschließend Hrtz 4 Empfängern gegen die Energeiwende zu instrumentalisieren. Das sollte man denen nicht durchgehen lassen!

vandale

17.12.2012, 11:18 Uhr

Die Aussagen sind für ein Wirtschaftsinstitut ziemlich peinlich, bzw. politisch.

Die EEG Subventionszahlungen betragen dieses Jahr gut 20 Mrd. €. Der Wert von Solar- und Windstrom liegt volkswirtschaftlich bei etwa 0. Die Der Wert von Wasserkraft und Biostrom bei etwa 50 €/MWh. Der zusätzliche Netzausbau ca. 6 Mrd. €. Weitere Subventionen wie 1% KfW Darlehen können 2-4 Mrd. € betragen. Somit betragen die Gesamtkosten des umweltschädlichen Oekostroms ca. 20 Mrd. €.

Da die Stromkosten des Gewerbes und staatlicher Einrichtungen in Form von Preisen und Gebühren weitergegeben werden, trägt letztlich der Verbraucher diese Last.

Steuern und Abgeben auf den Strom, wie MwSt, kommen theoretisch dem Verbraucher als staatliche Leistung wieder zu gute und sind nicht einbezogen.

Letztlich beträgt die Last je Haushalt netto durchschnittlich ca. 500€/Jahr, oder 2% der durchschnittlichen Nettoeinkommen.

Vandale

HofmannM

17.12.2012, 11:30 Uhr

Schafft endlich das EEG ab und wir haben wieder einen bezahlbaren und finazierbaren Strompreis in Deutschland. Die Kosten der Energiewende fallen so oder so an und diese Kosten steigern sich von Jahr zu Jahr. Zum Schluss muss diesen Erneuerbaren EnergieLuxuspreis die gesamte deutsche Volkswirtschaft tragen. Egal ob ich jetzt mit Gesetzen jetzt noch da oder dort hin verteilen will. Zum Schluss bleibt jeder Bürger und Unternehmer durch das EEG auf der Strecke!!!

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