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30.10.2012

07:40 Uhr

Studie

„Erheblicher Geldverkehr zwischen Deutschland und der Türkei“

VonDietmar Neuerer

ExklusivTürken in Deutschland geht es verhältnismäßig gut. Davon profitiert auch die Türkei. Viele Migranten schicken laut einer Studie einen Teil ihres Einkommens dorthin. Doch nicht nur Bares wird Richtung Bosporus bewegt.

Türkische Jugendliche schwenken eine deutsche, eine türkische und eine europäische Fahne vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Archivfoto vom 22.05.2004). dpa

Türkische Jugendliche schwenken eine deutsche, eine türkische und eine europäische Fahne vor dem Brandenburger Tor in Berlin (Archivfoto vom 22.05.2004).

BerlinViele der in Deutschland lebenden Türken verschieben einen Teil ihres Einkommens in die Türkei. Das geht aus einer Handelsblatt Online vorliegenden repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Info hervor.  Info-Geschäftsführer Holger Liljeberg begründete dies damit, dass die Bindung in die Heimat für viele Menschen mit türkischem Migrationshintergrund „enorm groß“ sei. Dies führe zu einem „erheblichen Geld- und Warenverkehr zwischen Deutschland und der Türkei“, sagte er Handelsblatt Online.

Etwa jeder dritte Türke in Deutschland schickt demnach regelmäßig oder zumindest hin und wieder Geld in die Heimat. Im Schnitt würde dabei pro Jahr und Person 1.300 Euro in die Türkei transferiert, heißt es in der Studie. Hochgerechnet sei das etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Nach den in der Studie erhobenen Zahlen stammt das Geld zum einen aus Sozialtransferleistungen (das betrifft 17 Prozent der Türken). 57 Prozent der Befragten verfügen über ein eigenes Erwerbseinkommen.

Laut der Studie schicken die Türken in Deutschland aber nicht nur Bargeld in ihre Heimat. 18 Prozent sendeten Waren, Geräte und Nahrungsmittel im Wert von durchschnittlich 250 Euro in die Türkei. Als Hauptgrund nennen die Befragten die Unterstützung von Familienmitgliedern. Hochgerechnet entspricht dies einem Volumen von etwa 90 Millionen Euro pro Jahr.

Fast jeder zweite Türke in Deutschland gibt überdies an, Immobilienbesitz in Deutschland bzw. der Türkei zu haben. Jeder Dritte verfüge dabei über Immobilieneigentum in der Türkei. „Auch diese Werte untermauern den Wunsch vieler Türken nach einer Absicherung für den Fall der Rückkehr in ihr Heimatland“, sagte Info-Chef Liljeberg. Auch von denjenigen, die in Deutschland Transferleistungen erhielten, hätten mehr als ein Drittel Immobilienbesitz, 16 Prozent in Deutschland und 27 Prozent in der Türkei.

Die wichtigsten Fakten zum Armuts- und Reichtumsbericht

Kinder

Das Risiko von Kinder, arm zu werden, ist dann am höchsten (60 Prozent), wenn sie in einem Haushalt ohne Verdiener aufwachsen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" und nimmt Bezug auf den Armuts- und Reichtumsbericht. Auch Kinder Alleinerziehender haben ein hohes Risiko zu verarmen (55 Prozent), gefolgt von Ausländern (28 Prozent), berichtet die Zeitung.

Kinderbetreuung

Die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder ab einem Jahr hat sich seit 2006 auf mehr als 500 000 verdoppelt. Auch werden doppelt so viele Grundschüler ganztags betreut. Trotz aller Verbesserung: Die eingesetzten Mittel für die frühkindliche Bildung und Betreuung von Kindern unter sechs ist im internationalen Vergleich "immer noch weit unterdurchschnittlich". Sie beliefen sich auf 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. "In Ländern wie Dänemark oder Schweden beträgt dieser Anteil das Dreifache", heißt es in der Regierungsanalyse.

Bildung

In Deutschland sind die Bildungschancen von Kindern davon abhängig, was die Eltern gelernt haben und welches Haushaltseinkommen sie erzielen. Und: Für Analphabeten - mindestens 7,5 Millionen in Deutschland - wird nicht genug getan. Immerhin: nur noch 6,5 Prozent schafften 2010 keinen Schulabschluss. 2007 waren es noch 7,7 Prozent.

Minijob und Teilzeitstelle

Teilzeitstelle von bis zu 20 Wochenstunden, Minijob, befristeten Arbeitsverträge oder einer Anstellung als Leiharbeiter: Immer mehr Menschen arbeiten in einer solchen atypischen Beschäftigung. Der Anteil hat sich innerhalb on zehn Jahren von 20 auf 25 Prozent erhöht - und das auch noch auf Kosten normaler Arbeitsverhältnisse. Denn deren Zahl hat sich fast nicht verändert.

Ältere Menschen

"Die Einkommens- und Vermögenssituation der Älteren von heute ist überdurchschnittlich gut", heißt es in dem Bericht laut "Süddeutsche Zeitung". Nur 2,45 Prozent der über 65-Jährigen waren auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen. Als entsprechend niedrig gilt ihr Risiko, arm zu werden. Es liegt bei 14,7 Prozent, bei der Bevölkerung insgesamt bei 15,3 Prozent.

Arbeitsmarkt

Immerhin: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist seit 2007 um 40 Prozent auf im Jahresdurchschnitt 1,06 Millionen 2011 gesunken, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Besonders deutlichen Rückgang gibt es bei Zugewanderten. Zwischen 2008 und 2011 sei deren Erwerbstätigenquote "noch stärker gestiegen als die der Inländer". Auch habe sich die Zahl der hoch qualifizierten Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten kräftig von 1200 im Jahr 1998 auf 27 800 im Jahr 2011 erhöht.

Kommentare (18)

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Buddha

30.10.2012, 09:17 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

N_K

30.10.2012, 09:24 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Hugo

30.10.2012, 09:25 Uhr

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