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05.09.2013

16:54 Uhr

Studie

Euro-Krise ist die größte Angst der Deutschen

Deutschland steht wirtschaftlich vergleichsweise gut da. Das scheint sich aber nicht aufs Gemüt auszuwirken: Laut einer Studie haben die Deutschen vor allem finanzielle Sorgen. Andere Ängste spielen kaum eine Rolle.

Studie der R+V Versicherung

Die größten Ängste der Deutschen

Studie der R+V Versicherung: Die größten Ängste der Deutschen

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BerlinVor allem die Euro-Krise jagt den Deutschen derzeit am meisten Angst ein. Immer größer wird zugleich die Sorge, im Alter ein Pflegefall zu werden - im Vergleich zum Vorjahr ist diese Furcht am stärksten gewachsen. Das geht aus der jährlichen repräsentativen Umfrage der „R+V Versicherung“ zu den Ängsten der Deutschen hervor. Die Studie wurde am Donnerstag in Berlin vorgestellt. Die Versicherung befragt jedes Jahr rund 2400 Bundesbürger zu ihren Ängsten.

Demnach fürchten in diesem Jahr rund zwei Drittel der Bundesbürger (68 Prozent), als Steuerzahler heftig für die Schuldenkrise bluten zu müssen. Im Vergleich zum Vorjahr sank diese Angst aber um fünf Prozent. 55 Prozent bangen, einmal ein Pflegefall zu werden - insbesondere Frauen. 2012 waren es noch 50 Prozent. Das Problem dabei: Bis jetzt hat jede dritte Frau noch keinen einzigen Cent in eine eigene Altersvorsorge eingezahlt.

Trotz dieser Ängste halten viele Bundesbürger die Politiker für kompetent genug, um Krisen und Probleme im Land zu meistern. In früheren Wahljahren waren die Umfragewerte in dieser Frage regelmäßig in den Keller gesackt. Mit 45 Prozent hält nun aber weniger als die Hälfte der Befragten Politiker für überfordert. Das ist der niedrigste Wert seit 2001. Vergangenes Jahr waren es noch 55 Prozent. Politologen erklären diesen Trend damit, dass viele Befragte die wirtschaftliche Lage Deutschlands im Moment als positiv einschätzen - und andere Ängste davon trennen.

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Bloß keine Veränderung: Die Deutschen wollen, dass alles gleich bleibt. Davon profitiert Kanzlerin Merkel – der „unberechenbare“ SPD-Herausforderer hat das Nachsehen. Doch die Umfrage offenbart noch andere Tendenzen.

Neben der Euro-Schuldenkrise machen sich die Deutschen auf der Liste ihrer Top-Ängste die größten Sorgen um steigende Lebenshaltungskosten (61 Prozent) wie Strom, Lebensmittelpreise und Mieten. Danach folgt die Angst vor Naturkatastrophen (56 Prozent) - Tribut an den Hochwassersommer. Die geringste Angst haben die Bürger vor Scheidung, Straftaten und Vereinsamung. Die Syrien-Krise hat die Angst vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung nur leicht ansteigen lassen - von 29 auf 32 Prozent.

Auffällig bleibt aber, dass die Ängste der Deutschen stark um das Thema wirtschaftliche und soziale Sicherheit kreisen - mehr als in anderen Ländern. Aus der Luft gegriffen seien diese Sorgen nicht, sagt Manfred Schmidt, Politologe an der Universität Heidelberg. „Die Deutschen haben ein Gespür für die Großwetterlage und neigen zu einer realistischen Bestandsaufnahme“, ergänzt er. Auch wenn die Euro-Krise im laufenden Wahlkampf keine große Rolle spiele, sähen die Bundesbürger nicht einfach über ihre Risiken hinweg.

Zum ersten Mal geben sich die Ostdeutschen in der Befragung auch nicht mehr ängstlicher als der Westen. Die optimistischsten Bundesbürger leben in Berlin und Thüringen, die pessimistischsten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern.

Von

dpa

Kommentare (78)

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Lutz

05.09.2013, 16:59 Uhr

Solidarität mit Europa bis zum letzten Hemd?

Ich wünsche der deutschen Bevölkerung eine gute Portion Egoismus und einen gesunden Selbsterhaltungstrieb um noch vor der Wahl zu erkennen, was die Blockparteien anrichten

Was war Deutschland vor dem Euro schön!

DeutschlanddenDeutschenAFD

05.09.2013, 17:06 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Republikaner

05.09.2013, 17:07 Uhr

Die Überschrift ist völlig belanglos! Einfach mal den BuFu anschauen. Sehr wahrscheinlich muß die EZB in Kürze deutsche Staatsanleihen kaufen, um den "Markt" -was immer das auch ist - stabil zu halten - herzlich willkommen im Vorhof zur Hölle.
[...]

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