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19.12.2012

15:54 Uhr

Studie

Fast jedes fünfte Kind lebt in Armut

Kinder sind laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung häufiger arm als der Durchschnittsbürger in Deutschland. Fast jedes fünfte Kind lebt in Armut. Doch nicht alle Bundesländer sind in gleichem Maße betroffen.

Kinderarmut: Am höchsten ist der Anteil in Bremen (32,6 Prozent). dpa

Kinderarmut: Am höchsten ist der Anteil in Bremen (32,6 Prozent).

Düsseldorf/BerlinFast jedes fünfte Kind in Deutschland lebt einer Studie zufolge in Armut: Laut einer am Mittwoch von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf veröffentlichten Untersuchung sind knapp 2,46 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Armut betroffen. SPD und Sozialverbände forderten angesichts der Ergebnisse mehrerer Studien zum Thema mehr Einsatz im Kampf gegen Armut in Deutschland.

Kinder sind den Angaben zufolge sogar häufiger arm als die Durchschnittsbevölkerung: Die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen lag im vergangenen Jahr mit 18,9 Prozent 3,8 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, wie aus der Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht.

Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind sogar zu fast einem Drittel (30,3 Prozent) von Armut betroffen. Von den Kleinkindern unter drei Jahren lebt demnach jedes fünfte (20,5 Prozent) in einem Haushalt mit einem Einkommen unter der Armutsschwelle.

Die Kinder-Armutsquoten sind in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Am höchsten ist der Anteil in Bremen (32,6 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (30,1 Prozent), Sachsen-Anhalt (28,1 Prozent) und Berlin (27,1 Prozent). Die niedrigsten Quoten finden sich in Bayern (11,8 Prozent), Baden-Württemberg (13,2 Prozent) und Hessen (15,4 Prozent).

Die Armutsquote ist der Studie zufolge in den vergangenen Jahren kaum gesunken. Als arm gilt, wer weniger als 60 Prozent des sogenannten bedarfsgewichteten mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Für ein Elternpaar mit einem Kind unter 14 Jahren liegt die Armutsschwelle nach Angaben der Böckler-Stiftung derzeit bei einem Haushaltseinkommen von 1526 Euro im Monat.

Kommentare (13)

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Micha

19.12.2012, 16:26 Uhr

Eine 3-köpfige Familie mit 1526 monatlich gilt in Deutschland als "arm".
Jedem Hartz-4-Empfänger in Deutschland geht es besser als 90% der Weltbevölkerung.
So schlecht kann unser System also gar nicht sein, obwohl die Sozis versuchen es schlechtzureden und das Leistungsprizip, auf dem unser Wohlstand beruht, abschaffen. Nur durch das Leistungsprizip kann sich unser Staat die weltweit einmalige Sozialpolitik leisten!

Arbeitnehmer

19.12.2012, 16:48 Uhr

Mich würde einmal eine Auflistung von Zusatzleistungen interessieren, die es gibt, auf die man Anspruch hat.
Es wird immer viel über Armut, Hartz IV und ähnliches gesprochen, aber was steht einem mit Hartz IV eigentlich wirklich zu. Welche Leistungen über evtl. Zuschüsse und ähnliches bekommt man in Deutschland. Da ich diese Zahlen nicht habe, möchte ich mir kein Urteil bilden. Jedoch gebe ich "Micha" dahingehend recht, dass es bei uns auch der "armen Bevölkerungsschicht" sehr gut geht, wenn wir uns mit der Armen Bevölkerung in der Welt beschäftigen. Wir haben ein Gesundheitssystem für alle und andere Leistungen wo viele andere Staaten nichts haben/bieten.
Ebenfalls sollte in dem Armutsbereicht bitte auch die Region mit berücksichtigt werden. Ich benötige in den Ballungsräumen ein deutlich höheres Gehalt als in ländlicheren Regionen, um auf den gleichen Geldwert zu kommen. Ebenfalls gibt es viele Arbeitnehmer, die mehr Kosten als andere für die Arbeit ausgeben müssen (Fahrtkosten, Kleidung,...).
Und zuletzt die Frage, wie sich die Schwelle der Armut berechnet. Werden dafür die evtl. 5% Topverdiener über alle Branchen hinweg mit eingerechnet? Mit den Durchschnittswerten in vielen Branchen ziehen 5-10% der Topverdiener die Grenze hoch, der Rest verdient deutlich weniger.
Vielleicht erscheint demnächst im HB mal eine Auflistung dazu.

Account gelöscht!

19.12.2012, 17:05 Uhr

Also die Vergleiche mit der Weltbevölkerung möchte ich wirklich nicht ständig. Dort sind anderes Lebensweisen als bei uns, also kann man das ohnehin nicht wirklich vergleichen.
Und außerdem geht es hier erst einmal um das eigene Land.
Es muß auch mal definiert werden, was arm wirklich ist.
Wenn ich den angesagten Toni für mein Kind nicht kaufen kann? Wenn mein Kind nicht immer das neueste Handy hat? Wenn es keine Markenjeaans hat usw. usw.
Diese Dinge wären einfach zu lösen, wenn man endlich Schuluniformen einführen würde. Dann hört der Klamottenwahnsinn auf, der tatsächlich Formen angeommen hat, die nicht mehr normal sind.
Handys sollen generell in den Schulen verboten werden.
Wenn ich dann aber auch sehe, dass diee Kinder stänidg irgendwelches Essen unterwegs nach Schulschluss kaufen, weil zu Hause nicht gekocht wird, ist diee Form von "Armut" auch Faulheit und Unwissen von Müttern, die als Hartz IV-Empfänger alle Zeit der Welt hätten, ordentlich und preiswert zu kochen
Und ein Blick in diese Haushalte, wäre auch mal ganz gut, bevor man so eine Studie macht.
Da gibt es teilweise mehrere TV-Geräte, übrigns meistens die neueste Flachbildschirme, jede Elektronik für Kinder usw.
Ein Geringverdiener kann sich das nicht leisten
Ja, es gibt arme Kinder, es gibt aber hauptsächlich seelisch arme Kinder, die mit diesen Schrottsachen abgespeist werden
Unsere ganze Gesellschaft muß umdenken
Bei Hartz IV wird Wohnung und Heizung bezahlt.
Dann bekommen Vater und Mutter je ca. 370 € und Kinder je nach Alter etwas weniger.
Davon muß Strom bezahlt werden und der Lebensunterhalt.
Preiswerte Kleidung kann man in den Caritas-Läden kaufen.
Viele Geringverdiener haben das nicht.
Dass bei uns das Einkommens-Niveau rapide gesunken ist, ist keine Frage, da muß man generell ran
Aber immer olche pauschalen Säue durchs Dorf treiben bringt es nicht

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