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08.01.2009

12:40 Uhr

Studie

Gigantische Verschwendung im Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen werden durch zu hohe Preise und Überkapazitäten einer Studie zufolge jährlich Unsummen verschwendet. Durchgreifende Reformen könnten demnach den gesetzlichen Krankenkassen Einsparungen von bis zu 9,8 Milliarden Euro im Jahr bei Kliniken, Ärzten und Arznei bringen.

Kliniken und Arztpraxen sind laut der Studie teilweise viel zu teuer. Foto: dpa dpa

Kliniken und Arztpraxen sind laut der Studie teilweise viel zu teuer. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Erhöhung des Kassenbeitrags auf einheitlich 15,5 Prozent wäre unnötig gewesen, wenn das System wirtschaftlicher arbeiten würde, kritisierte die arbeitgeberfinanzierte Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft am Donnerstag in Berlin. Sie hält einen Beitragssatz von 14,5 Prozent auch ohne weitere Steuerzuschüsse für möglich.

Infolge eines mangelnden Wettbewerbs müssten die gesetzlichen Krankenkassen den Kliniken und Arztpraxen teilweise viel zu hohe Preise zahlen, hieß es. So liegt die Vergütung für eine durchschnittliche Krankenhausleistung der Studie zufolge in Rheinland-Pfalz bei 2 960 Euro, in Schleswig-Holstein dagegen bei 2 685 Euro.

In einigen Bundesländern gibt es demnach auch viel zu hohe Fallzahlen in Krankenhäusern, Arztpraxen sowie bei der Vergabe von Arzneimitteln. So suchen im Saarland die Bürger um 13 Prozent häufiger eine Klinik auf als im Bundesdurchschnitt. Ärzte in Hamburg bekommen laut Studie ein um 42 Prozent höheres Honorar als ihre Kollegen in Niedersachsen. Für Arzneimittel werden den Angaben zufolge im Osten Deutschlands 60 Euro pro Kopf mehr ausgegeben als im Bundesdurchschnitt (403 Euro).

„Das zentrale Ergebnis der Studie lautet: Im deutschen Gesundheitswesen schlummern ungenutzte Effizienzreserven in Höhe von 5,6 bis 9,8 Mrd. Euro“, sagte der Geschäftsführer der Initiative, Max Höfer.

Die Studie hatte Einsparpotenziale bei Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken (inklusive Arzneimitteln) untersucht. Sie machen gut 72 Prozent der Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung aus. Dabei wurden ein konservatives Szenario und ein optimistisches Szenario errechnet.

Die von der Initiative in Auftrag gegebene Studie wurde vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung sowie vom Lehrstuhl für Gesundheitsökonomie der Universität Duisburg-Essen erarbeitet.

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