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07.06.2011

10:29 Uhr

Studie

Kranke Arbeitnehmer kosten ein Vermögen

VonMaike Telgheder

Laut einer Studie kosten kranke Mitarbeiter Deutschland fast ein Zehntel der Wirtschaftskraft. Am teuersten sind aber diejenigen, die angeschlagen zur Arbeit gehen.

Eine erkältete Frau putzt sich die Nase. Quelle: dpa

Eine erkältete Frau putzt sich die Nase.

FrankfurtKranke Arbeitnehmer kosten die deutsche Volkswirtschaft jährlich rund 225 Milliarden Euro oder etwa neun Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Beratungsgesellschaft Booz & Company für die Felix-Burda-Stiftung.

Die hohen Kosten entstehen dabei laut Berechnung der Berater nicht nur durch die reinen Fehlzeiten von kranken Arbeitnehmern und dem damit verbundenen Produktivitätsausfall. Der weitaus höhere Teil entsteht dadurch, dass Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit gehen und dadurch häufig eine geringere Qualität abliefern, mehr Fehler machen und sogar Unfälle verursachen.

Dieser „Präsentismus“, wie ihn die Berater benennen, koste jährlich pro Kopf knapp 2394 Euro und damit etwa doppelt so viel wie die reinen Fehlzeiten (1197 Euro pro Mitarbeiter), so die Berechnungen. Booz & Company plädiert daher für mehr betriebliche Gesundheitsvorsorge, damit Unternehmen die durch kranke Arbeitnehmer entstehenden Kosten reduzieren können. Der Handlungsdruck steige auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem zunehmenden Wettbewerb um Arbeitskräfte, so die Autoren der Studie.

Kommentare (2)

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whisky

07.06.2011, 10:55 Uhr

Es ist doch von unseren "Spitzenmanagern" gewollt, daß sich die Beschäftigten krank zur Arbeit schleppen. Wehe, wenn nicht!
Bei uns kommen eben nur die Besten an die Spitze. So wie Siemens-Chef Löscher. Der mit zwei Geschäften ein Minus von 1,7 Milliarden hinbekommt.

susemichel

08.06.2011, 08:58 Uhr

Die Personaldecke in vielen Unternehmen ( auch im Öffentlichen Dienst) ist mittlerweile hauchdünn! Der Leistungsdruck wird ständig erhöht, viele Unternehmen arbeiten mit "Zielerreichungsprämien" statt ordentlicher Entlohnung ( wobei die Meßlatte zur Erreichung dieser Prämien ständig höher gelegt wird).
Viele haben Angst um ihren Arbeitsplatz, Angst in "Hartz 4" abzurutschen. Da geht man schon mal mit "dem Kopf unter dem Arm" zur Arbeit und verschleppt eine Erkrankung! Das Resultat ist dann oft eine wirklich langwierige oder schwere Erkrankung oder ein heftiger Burn out.
Es ist ja ganz schön, dass Unternehmen Gesundheitsfürsorge betreiben wollen, aber diese fängt bei menschenwürdigen Arbeitsbedingungen an!

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