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30.04.2013

17:19 Uhr

Studie

Mehrheit der Muslime für Scharia-Anwendung

Die Umfrage eines Forschungsinstitutes zeigt, dass die meisten Muslime weltweit die Anwendung des islamischen Gesetzes befürworten. Doch zugleich offenbaren sich starke Unterschiede in der islamischen Welt.

Verschleierte Frauen in Berlin: Die Mehrheit der Befragten befürwortet Religionsfreiheit. dpa

Verschleierte Frauen in Berlin: Die Mehrheit der Befragten befürwortet Religionsfreiheit.

Eine Mehrheit der Muslime in der Welt will laut einer Studie die Anwendung des islamischen Gesetzes der Scharia in ihrem Land. Allerdings zeigte die Umfrage zu den 1,6 Milliarden Muslimen weltweit erhebliche Unterschiede zwischen den Ländern, wie das Forschungsintitut Pew bei der Vorstellung der Studie "Religion, Politik und Gesellschaft" am Dienstag erklärte. So bejahten 99 Prozent der Befragten in Afghanistan die Anwendung der Scharia, während es in der früheren Sowjetrepublik Aserbaidschan nur acht Prozent waren.

Zudem gingen die Meinungen auseinander, in welchen Bereichen die Scharia angewandt werden sollte. So zeigte die Studie, dass vor allem in Ländern, in denen es bereits Scharia-Gerichte gibt, ihre Anwendung in Fragen des Familien- und des Grundrechts, nicht aber des Strafrechts gewünscht wird. Die Hinrichtung von Konvertiten und Körperstrafen wie Auspeitschen und Handabhacken wurde demnach in den meisten Ländern nur von einer Minderheit befürwortet, nur in Afghanistan und Pakistan gab es dafür breite Zustimmung.

Die Studie, für die zwischen 2008 und 2012 insgesamt 38.000 Muslime in 39 Ländern befragt wurden, zeigte auch, dass eine Mehrheit Religionsfreiheit befürwortet. So sprachen sich in Pakistan 96 Prozent für die freie Ausübung des Glaubens aus. Die Hälfte der Muslime weltweit zeigte sich zudem beunruhigt über religiösen Extremismus. Gewalt im Namen des Islam wurde weitgehend abgelehnt, allerdings fand eine deutliche Mehrheit in Bangladesch, Ägypten, Afghanistan und bei den Palästinensern dies akzeptabel.

In den meisten Ländern meinte eine Mehrheit der Männer und Frauen, dass Frauen ihren Ehemännern gehorchen sollten. Zugleich aber war eine Mehrheit der Meinung, dass Frauen selbst über das Tragen des Schleiers entscheiden müssen. Die meisten Muslime sprachen sich für die Demokratie aus und empfanden keine Spannung zwischen ihrer Religion und einem modernen Lebensstil. So lieben die meisten Befragten Musik und Filme - auch wenn Prostitution, Homosexualität, Selbstmord und Alkohol sehr überwiegend als unmoralisch abgelehnt werden.

Von

afp

Kommentare (35)

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Schlonz

30.04.2013, 19:25 Uhr

@frank3 bitte vom Arzt die Pillen checken lassen...

Wie sagte schon ein weiser Mann: wenn es bei solchen Diskussionen um Weltbilder ginge, wären Indien und China schon längst dem Erdboden gleichgemacht.

In diesem Sinne...

Account gelöscht!

30.04.2013, 19:35 Uhr

Leider vergisst (!) die Studie einmal wieder Zahlen zu Deutschland zu nennen. Sind sie politisch nicht passend? Aus Großbritannien ist bekannt, dass jeder dritte Moslem die Einführung der Scharia befürwortet! 7 Prozent “bewundern Organisationen wie Al-Kaida, die gegen den Westen zu kämpfen. Unter den jüngeren Moslems ist der Wert sogar 13 Prozent. 74 Prozent der 16-24jährigen würden es zudem bevorzugen, wenn Frauen das Kopftuch tragen. Mit Einschränkung sind vermutlich für Deutschland vergleichbar erschreckende Werte zu befürchten.

Account gelöscht!

30.04.2013, 19:41 Uhr

Die Scharia findet doch auch Deutschen Gerichten schon lange Anwendung. Wie soll sonst ein Gericht Migranten die zwei Frauen haben, scheiden und über das vermögen wenn es eines gibt Urteilen. Mit Deutschen Gesetzen geht das nicht.

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