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06.02.2014

12:06 Uhr

Studie

Mindestlohn beflügelt Tarifabschlüsse

Weil der Mindestlohn spätestens 2017 ohnehin kommt, geben viele Firmen schon jetzt nach: Immer häufiger können Gewerkschaften Tarifabschlüsse von 8,50 Euro aufwärts erreichen, so eine Studie des WSI-Instituts.

Für sie erreichen die Gewerkschaften mehr, seit der Mindestlohn in Sicht ist: Streikende der Metall- und Elektroindustrie. dpa

Für sie erreichen die Gewerkschaften mehr, seit der Mindestlohn in Sicht ist: Streikende der Metall- und Elektroindustrie.

BerlinIn Deutschland gibt es nach einer Studie des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts immer weniger Tariflöhne unter der angestrebten gesetzlichen Mindestlohngrenze von 8,50 Euro. Im Dezember 2013 sahen nach der am Donnerstag in Berlin vorgelegten Untersuchung zehn Prozent von rund 4.750 tariflichen Vergütungsgruppen geringere Stundenlöhne Euro vor. Im März 2010 seien es noch 16 Prozent gewesen. Wie viele Beschäftigte in diesen Tarifgruppen arbeiten, lasse sich nicht sagen.

Der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Reinhard Bispinck, wertete die Entwicklung als Beleg dafür, dass die Gewerkschaften als Tarifpartner die Situation im Niedriglohnsektor deutlich verbessert hätten. Dabei habe die Debatte über einen gesetzlichen Mindestlohn geholfen. Die Aussicht darauf mache es für Arbeitgeber unattraktiv, sich Tarifverhandlungen einfach zu entziehen. Auf diese Weise stärke der Mindestlohn schon vor seiner Einführung das Tarifsystem.

Die Bundesregierung will ab 2015 einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einführen. Dieser darf bis Ende 2016 nur noch auf Grundlage von Tarifverträgen unterschritten werden. Ab 2017 sollen keine Ausnahmen mehr möglich sein.

Von

rtr

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