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02.07.2013

18:11 Uhr

Studie

SPD fordert 125.000 zusätzliche Pflegekräfte

Völlig unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt – die Pflegeversicherung dürfte reformiert werden. Sie wird teurer werden. Eine Studie zeigt, wie sehr der Bedarf wächst. SPD-Kandidat Steinbrück prescht vor.

Nach einer neuen Studie wächst die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf rund 3,3 Millionen. picture alliance / dpadpa / picture alliance

Nach einer neuen Studie wächst die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf rund 3,3 Millionen.

BerlinDer SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will dem wachsenden Pflegemangel in Deutschland mit 125.000 zusätzlichen Stellen begegnen. Damit wird immer klarer: Unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl im Herbst ist eine neue Pflegereform greifbar. Der Bedarf ist tatsächlich groß. Nach einer neuen Studie wächst die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2030 auf rund 3,3 Millionen.

Steinbrück sagte der „Rhein-Zeitung“ (Dienstag), er wolle tariflich entlohnte Stellen für Pflegerinnen und Pfleger. Dies solle mit einer Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung um 0,5 Prozentpunkte finanziert werden.

Vor wenigen Tagen hatten offizielle Regierungsberater Pläne vorgestellt, nach denen Demenzkranke besser gepflegt werden können. Eine zwei bis vier Milliarden Euro teure Pflegereform sei dafür nötig. Der Beitragssatz könnte demnach im teuersten Fall von 2,05 auf 2,45 Prozent steigen, für Menschen ohne Kinder auf 2,7 Prozent.

Fakten zur Bundestagswahl

Wie läuft der Wahltag ab?

Mehr als 80.000 Wahllokale gibt es in den insgesamt 299 Wahlkreisen. Damit dort von 8 bis 18 Uhr gewählt werden kann, sind über 600.000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz - dafür steht ihnen nicht mehr als ein Erfrischungsgeld von 21 Euro zu. Pünktlich um 18 Uhr schließen die Wahllokale, dann beginnt die Auszählung. Erste Hochrechnungen gibt es meist schon wenige Stunden später.

Wer organisiert die Wahl?

Oberster Organisator ist der Bundeswahlleiter. Der wird auf unbestimmte Zeit vom Innenminister ernannt. Traditionell wird regelmäßig der Präsident des statistischen Bundesamtes mit dieser Aufgabe betraut - seit 2008 ist deshalb Roderich Egeler Bundeswahlleiter. Er organisiert nicht nur die Bundeswahlen, sondern überprüft auch die antretenden Parteien und unterstützt die 16 Landeswahlleiter bei der Durchführung der Wahlen auf Landesebene. Auch jeder Wahlkreis hat seine eigene Wahlkreisleitung.

Wer sind die Wähler?

Wählen darf jeder, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und über 18 Jahre alt ist. Bei der Bundestagswahl am 22. September werden das 61,8 Millionen Menschen sein. Nur 3,6 Prozent der Wahlberechtigten sind zwischen 18 und 20 Jahren alt, aber über 20 Prozent der Wahlberechtigten sind 70 Jahre und älter. 51,5 Prozent der Wahlberechtigten sind Frauen.

Wann kommt eine Partei in den Bundestag?

Damit eine Partei bei den Wahlen antreten kann, muss sie vom Bundeswahlausschuss anerkannt werden. Unterschieden wird hier zwischen den „etablierten" Parteien, die seit der letzten Wahl mit mindestens fünf Abgeordneten im Bundestag oder in einem Landtag vertreten sein müssen, und den nicht etablierten Parteien. Nicht etablierte Parteien müssen neben ihren Unterlagen auch Unterschriftensammlungen vorlegen, um zur Wahl antreten zu können.

Um in den Bundestag zu kommen, muss eine Partei mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen erhalten - oder aber drei Direktmandate in den Wahlkreisen holen.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte angekündigt, dass er sich für eine Umsetzung der Vorschläge einsetzen wolle, ohne sich die Geldforderungen zu eigen zu machen. Steinbrück erklärte: „Wir brauchen mehr Pflegepersonal, weil die Pflegebedürftigen mehr Zeit für Zuwendung brauchen.“

Der Bedarf wächst in den kommenden Jahren deutlich, wie der am Dienstag veröffentlichte Pflegeheim Rating Report 2013 unter anderem des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Beratungsfirma Accenture zeigt. Die Erhebung zeigt aber auch, dass die Prognosen seit Jahren stabil sind. Bereits 2008 hatte das Statistische Bundesamt 3,4 Millionen Pflegebedürftige bis 2030 vorhergesagt.

Hauptgrund ist die Alterung der Gesellschaft. 2012 bekamen rund 2,4 Millionen Menschen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die aktuelle Studie zeigt auch erneut, dass es künftig mehr Pfleger braucht. Bis 2030 gebe es zusätzlichen Bedarf für 371 000 stationäre Pflegeplätze und bis zu 331 000 Pflegerinnen und Pflegern.

Auch CDU/CSU versprechen Verbesserungen, bleiben in ihrem Wahlprogramm aber wage: Eine besser abgestufte Bestimmung der Pflegebedürftigkeit solle es geben, eine Weiterentwicklung der Versicherung - sowie eine moderate Erhöhung des Beitrags zur Pflegeversicherung.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Payday.22.09.2013

03.07.2013, 02:39 Uhr

Heuchler,
jetzt ganz plötzlich erkennen Politiker die extreme Schieflage?
Natürlich kurz vor der Wahl.
Komisch, komisch...
Tja, zu spät!

Untergang hatten wir lange genug!

September 2013 ist Zahltag,
der Politik wird die Quittung serviert!

Ich wähle die AfD.
Demokratie u. Zukunft müssen her.

Rene

03.07.2013, 07:44 Uhr

Die Antwort der SPD ist die Erhöhung von Steuern/Abgaben? Nee, wie überraschend kreativ...
Ich fordere, ich fordere, ich fordere...

Account gelöscht!

03.07.2013, 07:56 Uhr

"Heuchler,
jetzt ganz plötzlich erkennen Politiker die extreme Schieflage?"

Der Heuchler sind Leute wie Sie.
Genau über diese Probleme wird fast täglich berichtet, einschließlich der Tatsache das aus den billigen Ostländern Frauen importiert werden um für 1€/Stunde die deutschen Alten zu pflegen und als 'Au-Pair' in Haushalten arbeiten.
Von wegen plötzlich, aber eine neue Partei mit alten Opas wirds schon richten *lol*.
Gibt es die Grauen Panther eigentlich noch?

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