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27.05.2011

07:34 Uhr

Studie

Strom nur wenig teurer bei schnellem Atomausstieg

Ein schneller Atomausstieg wird laut Studie des Umweltministeriums „keine nennenswerten Einbußen“ beim Wirtschaftswachstum bringen. Auch ein „vorgezogener Ausstieg“ sei ohne Gefahr von Strom-Blackouts möglich.

Ein Kühlturm des Blocks B des Kernkraftwerkes in Gundremmingen (KGG) bei Günzburg (Bayern). Quelle: dapd

Ein Kühlturm des Blocks B des Kernkraftwerkes in Gundremmingen (KGG) bei Günzburg (Bayern).

Frankfurt/MainEin schneller Atomausstieg führt nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) nur zu moderaten Strompreissteigerungen von 0,6 bis 0,8 Cent pro Kilowattstunde und wird „keine nennenswerten Einbußen“ beim Wirtschaftswachstum bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine UBA-Studie, die der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) vorliegt.

„Ein vollständiges Abschalten der AKW bis 2017 verringert die Gefahren und Risiken der Atomenergie deutlich. Dies hätte erhebliche gesellschaftliche Vorteile, die die moderaten Strompreiserhöhungen aufwiegen“, schreibt das Umweltbundesamt in dem Papier.

Das UBA hat das Hintergrundpapier als Grundlage für die seit Fukushima neu begonnene Atom-Debatte erarbeitet. Es wurde bisher nicht veröffentlicht - nach Presseinformationen auf Wunsch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Nun soll das Papier offenbar Anfang nächster Woche publiziert werden - also erst, nachdem die von Ex-Minister Klaus Töpfer (CDU) geleitete Ethikkommission zur Energiewende ihren Schlussbericht vorgelegt hat.

Die UBA-Studie argumentiert weiter, dass ein „vorgezogener Ausstieg“ ohne Gefahr von Strom-Blackouts möglich wäre. Auch das viel beschworene Problem angeblich überlasteter Stromnetze durch die Energiewende entdramatisiert das Umweltbundesamt. Neue Gaskraftwerke könnten „zur Netzstützung als Ersatz in den Regionen gebaut werden, in denen heute die Atomkraftwerke stehen“.

Solche Anlagen haben Planungs- und Bauzeiten von drei bis sechs Jahren - könnten also 2017 fertig sein. Das UBA widerspricht auch dem Argument, das schnelle Abschalten der AKW torpediere die deutschen Klimaschutzpläne.

Von

dapd

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

27.05.2011, 09:53 Uhr

Absolut logisch, Strom kostete an der Börse, vor dem Moratorium, ca. 5 Cent pro KW. Den Betreibern von Windparks in der Nordsee werden 15 Cent pro KW für 10 Jahre garantiert.
Strom als Solarzellen kostet etwa das Achtfache. Klar:
Strom wird nicht teurer!!!
Und: Röttgen sollte zur Nachhilfe in Mathe verpflichtet werden.

Account gelöscht!

27.05.2011, 10:07 Uhr

Das UBA ist eine auf die Verbreitung eines ökologistischen Staatskults ausgerichtete Propagandabehörde - ihre "Studien" sind von daher schlicht nichts wert.

Als Staatsbürger verlange ich von der Politik schlicht BILLIGEN Strom, wesentlich billiger als heute. Dazu ist es erforderlich, die vorhandenen Kernkraftwerke weiterzunutzen und das EEG anzuschaffen. Es ist weder erforderlich, weitere Gaskraftwerke zu bauen, noch weitere spätmittelalterliche Windmühlen aufzustellen und die Landschaft zu verschandeln. Von der Presse verlange ich, daß sie endlich die Zusammenhänge offenlegt und das Interessengeflecht entlarvt, das sich zwischen der politischen Kaste, den Medien und den EEG-Profiteuren herausgebildet hat.

zarakthuul

27.05.2011, 10:11 Uhr

Welche Verbindungen haben die Ersteller der Studie zu Herstellern von WKA und Solarzellen? Die meisten Studien sind doch zu genau festgelegten Zwecken bestellt und mehr als wertlos.

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