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28.04.2015

11:09 Uhr

Studie von Agora Energiewende

Wie der Strommarkt flexibler werden könnte

VonDana Heide

Eine Studie des Think Tanks Agora Energiewende zeigt die Möglichkeiten auf, wie es attraktiver für Stromverbraucher werden könnte, ihre Energie flexibler einzukaufen. Den Unternehmen versprechen die Autoren Kosteneinsparungen.

Mehr Flexibilität würde helfen, sagt Agora Energiewende. dpa

Mehr Flexibilität würde helfen, sagt Agora Energiewende.

Berlin In den Ohren von deutschen Unternehmen dürfte das Versprechen von Patrick Graichen gut klingen: Der Direktor des Think Tanks Agora Energiewende, der zuvor von dem heutigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Rainer Baake geleitet wurde, stellt den Firmen niedrigere Beschaffungspreise für Strom in Aussicht. Das Zauberwort heißt Lastmanagement. Dem stünden allerdings noch Hemmnisse im Weg. „Diese Hemmnisse sollten rasch abgebaut werden sollten“, sagt Graichen. Wie, dass will Agora Energiewende in einer Studie herausgefunden haben, die das Beratungsunternehmen Connect Energy Economics für den Think Tank erstellt hat und die dem Handelsblatt exklusiv vorab vorliegt und am Dienstagnachmittag bei den Berliner Energietagen vorgestellt wird.

Zu dem „Bündel von Maßnahmen“, die genannt werden, gehört etwa die Änderung der Netzentgeltsystematik. Die bisherige Gestaltung führe zu Anreizen, die dem Strompreissignal widersprächen, heißt es in der Studie. Stromnutzer können bisher ihre Netznutzungsentgelte reduzieren, wenn sie überdurchschnittliche Bezugsspitzen vermeiden. Das könne aber auch dazu führen, dass „flexible Verbraucher ihre Last auch dann nicht erhöhen, wenn der Strompreis besonders niedrig ist.“ Die Studienautoren plädieren daher für eine Modifizierung dieser Regelung.

Zudem fordern sie, dass Stromhändler stärker in die Pflicht genommen werden sollen, die Nachfrage ihrer Stromkunden genauer abzudecken. Gelinge ihnen das nicht, so sollten die Stromhändler die Kosten der Regelenergie tragen, die nötig ist, um die so genannten Abweichungen auszugleichen, heißt es.

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Der Think Tank plädiert auch für eine zeitlich noch genauere Ausschreibung von Regelleistungen, also jenen Stromerzeugungskapazitäten, die zur Sicherung der Versorgung dienen. Agora Energiewende schlägt vor, „kalendertägliche Ausschreibungen im Regelleistungsmarkt sowie stündliche Regelleistungsprodukte“ zu schaffen. Bislang erfolgten die Ausschreibungen für Regelenergie überwiegend auf wöchentlicher Basis und für jeweils mehrere Stunden. Die Autoren der Studie versprechen sich davon unter anderem, dass Erneuerbare Energien stärker an der Bereitstellung von Regelleistungen teilnehmen können.

Im Rahmen eines vereinfachten Strommarktmodells wollten die Studienautoren zeigen, dass konsequentes Lastmanagement die Höchstpreise an der Strombörse um bis zu 50 Prozent reduzieren und umgekehrt den durchschnittlichen Wert von Strom an der Strombörse aus Erneuerbaren Energien verdoppeln. Das würde auch dazu beitragen, dass Wind- und Solaranlagen seltener gedrosselt werden müssen, teilten die Autoren mit.

Kommentare (3)

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28.04.2015, 12:18 Uhr

Dieser Grüne Think Tank Agora Energiewende steht für die VERICHTUNG unserer kostengünstigen und zvuerlässigen Stromversorgung (Kohle, Gas und Kernkraftwerke) in Deutschland!!!
Flexibler Strommarkt heißt für Agora Energiewende nichts anderes als die Verwaltung des Mangel und die Verarmung unserer Volkwirtschaft = sozialen Wohlstand durch rasant steigende Strompreise bei einer gleichzeitigen Mangelhaften Stromversorgung.

Strom ist ein "Just in Time" Produkt und ist nicht in volkswirtschaftlichen Größen Speicherbar!
"Just in Time" bedeutet, dass der Strom nur dann erzeugt wird, wenn dieser auch für die Stromversorung bzw. Aufrechterhaltung gebraucht wird.
Die Energiewende = Erneuerbare Energiesystem erzeugt Strom egal ob dieser nun gebraucht oder nicht gebraucht und oft wird Strom überhaupt nicht erzeugt, weil Flaute, Nacht, Bewölkung, Sturm oder Schnee vorherrscht.

Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie zu wenden), dann der Betrug/Selbstbetrug (EEG=Markt-Gesellschaftsfeindlichkeit), danach der Mangel (Stromeinsparzwang,Lastmanangment) und zum Schluss die Armut (steigende Strompreise bei gleichzeitiger mangelhafter Stromversorgung).

Herr Ingo Ulrich

29.04.2015, 14:03 Uhr

Ich bleib dabei, es gibt Bereiche wie :

Energie - Bahn - Kommunikation(T-online) - Krankenhäuser - Strassen/Brücken aller ART - Schulen - Müllentsorgung - Trinkwasser ................

die gehören nicht in private Hände !!! Nur in Ausnahmen wie Privatschulen !

Es ist nichts besser geworden seit dem Privatisierungs-Wahn, nur teurer ist es geworden !!!

Herr Rainer Feiden

30.04.2015, 09:18 Uhr

Unter "flexiblem Strommarktt" würde ich mir einen Markt vorstellen ohne Einspeisevorrang und feste Absatzpreise für Strom aus tendenziell unnützen Zufallskraftwerken. Denn wenn an einem "Markt" eine für eine Gruppe von Marktteilnehmer Abnahmezwang zu Festpreisen (!) herrscht und der Rest der Anbieter für die Verluste aus dem Aufrechterhalten der Versorgungssicherheit aufkommen dürfen, kann man doch wirklich nicht mehr von einem "Markt" sprechen.

Hallo Agora! Aufwachen! Es herrscht Planwirtschaft!

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