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Studie zu Jugendlichen in Deutschland

„Stotter-Start“ ist immer öfter die Regel

Jugendliche in Deutschland habe eine Menge Möglichkeiten, etwas aus ihrem Leben zu machen. Dennoch haben viele schlechte Startchancen, millionenfach sind Minderjährige abgehängt. Eine Studie analysiert, woran das liegt.

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Mit 22 Millionen ist nach einem stetigen Abwärtstrend seit 1991, etwas mehr als jeder Vierte in Deutschland jünger als 27 Jahre. Nach einem Tiefststand 2013, ist die junge Bevölkerung aber wieder leicht angestiegen – vor allem wegen der hohen Zuwanderung. dpa

Wie viele Junge gibt es überhaupt in der alternden Gesellschaft?

Mit 22 Millionen ist nach einem stetigen Abwärtstrend seit 1991, etwas mehr als jeder Vierte in Deutschland jünger als 27 Jahre. Nach einem Tiefststand 2013, ist die junge Bevölkerung aber wieder leicht angestiegen – vor allem wegen der hohen Zuwanderung.

Bild: dpa

2015 zeigten sich 73 Prozent der 12- bis 25-Jährigen mit der Demokratie in Deutschland zufrieden. 2010 waren es nur 63 Prozent. In Ostdeutschland waren es zuletzt aber nur 54, im Westen 77 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- Jugendhilfe. AP

Wie sehen junge Menschen die politischen Verhältnisse?

2015 zeigten sich 73 Prozent der 12- bis 25-Jährigen mit der Demokratie in Deutschland zufrieden. 2010 waren es nur 63 Prozent. In Ostdeutschland waren es zuletzt aber nur 54, im Westen 77 Prozent. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- Jugendhilfe.

Bild: AP

Ja - sogar in steigendem Maß. In Gruppen mit konkreten Anliegen etwa in Gesellschafts- oder Umweltfragen waren 2010 fast 25 Prozent der Unter-29-Jährigen aktiv. 2002 waren es 17 Prozent. Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren sind laut Kinder- und Jugendhilfe die am stärksten ehrenamtlich engagierte Gruppe. Mit Skepsis sehen viele die offizielle Politik, möchten Änderungen: So wünschen sich 85 Prozent der 15- bis 25-Jährigen mehr junge Leute in der Politik. dpa

Engagiert sich die Jugend überhaupt noch für die Gesellschaft?

Ja - sogar in steigendem Maß. In Gruppen mit konkreten Anliegen etwa in Gesellschafts- oder Umweltfragen waren 2010 fast 25 Prozent der Unter-29-Jährigen aktiv. 2002 waren es 17 Prozent. Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren sind laut Kinder- und Jugendhilfe die am stärksten ehrenamtlich engagierte Gruppe. Mit Skepsis sehen viele die offizielle Politik, möchten Änderungen: So wünschen sich 85 Prozent der 15- bis 25-Jährigen mehr junge Leute in der Politik.

Bild: dpa

Bei weitem nicht immer. 35 Prozent aller Kinder in Deutschland kommen in nicht-ehelichen Gemeinschaften zur Welt. 2,3 Millionen der Unter-18-Jährigen leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, meist der Mutter. dpa

Verheiratete Eltern mit Kindern unter einem Dach - normal?

Bei weitem nicht immer. 35 Prozent aller Kinder in Deutschland kommen in nicht-ehelichen Gemeinschaften zur Welt. 2,3 Millionen der Unter-18-Jährigen leben bei einem alleinerziehenden Elternteil, meist der Mutter.

Bild: dpa

Armut und Ausgrenzung - so sehen es die Jugendhelfer. 3,7 Millionen - mehr als jeder Vierte - seien von Armut bedroht. Ihre Familien haben deutlich weniger Einkommen als der Durchschnitt oder können sich Dinge des täglichen Lebens nicht leisten, die für andere ganz normal sind. Viele wachsen bei Eltern ohne Berufsausbildung oder Job auf. dpa

Was ist das Hauptrisiko für junge Leute?

Armut und Ausgrenzung - so sehen es die Jugendhelfer. 3,7 Millionen - mehr als jeder Vierte - seien von Armut bedroht. Ihre Familien haben deutlich weniger Einkommen als der Durchschnitt oder können sich Dinge des täglichen Lebens nicht leisten, die für andere ganz normal sind. Viele wachsen bei Eltern ohne Berufsausbildung oder Job auf.

Bild: dpa

Oft gut - aber abhängig vom Elternhaus. Während die Zahl der Auszubildenden auf zuletzt 1,34 Millionen abnahm, legte die Zahl der Studenten auf 2,8 Millionen zu. Viele studieren auch im europäischen Ausland: zuletzt mehr als 107 000, noch 2004 waren es erst 40 000. Es gibt mehr Abiturienten und weniger Hauptschüler. Und fast 95 Prozent der Über-3-Jährigen besucht eine Kita, bei den Jüngeren ist es jeder Dritte. Die Zahl der Unter-3-Jährigen in der Kindertagesbetreuung hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Schlechtere Bildungschancen haben tendenziell diejenigen aus Elternhäusern mit niedrigen Bildungsabschlüssen und ausländischen Wurzeln. dpa

Bildung ist der Schlüssel fürs Fortkommen - wie ist da die Lage?

Oft gut - aber abhängig vom Elternhaus. Während die Zahl der Auszubildenden auf zuletzt 1,34 Millionen abnahm, legte die Zahl der Studenten auf 2,8 Millionen zu. Viele studieren auch im europäischen Ausland: zuletzt mehr als 107 000, noch 2004 waren es erst 40 000. Es gibt mehr Abiturienten und weniger Hauptschüler. Und fast 95 Prozent der Über-3-Jährigen besucht eine Kita, bei den Jüngeren ist es jeder Dritte. Die Zahl der Unter-3-Jährigen in der Kindertagesbetreuung hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Schlechtere Bildungschancen haben tendenziell diejenigen aus Elternhäusern mit niedrigen Bildungsabschlüssen und ausländischen Wurzeln.

Bild: dpa

„Stotter-Start“ – das ist laut Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe für viele eher die Regel als die Ausnahme. Bis junge Leute finanziell auf eigenen Beinen stehen, dauere es teilweise weit bis ins Erwachsenenalter. Befristete Jobs und niedrige Gehälter seien gerade bei ihnen weit häufiger anzutreffen. Bei ihren Angaben stützt sich die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe auf eine Analyse der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik in einem Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund sowie auf den Bildungsbericht 2016 und den 15. Kinder- und Jugendbericht. dpa

Wie gelingt den jungen Leuten der Übergang in den Beruf?

„Stotter-Start“ – das ist laut Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe für viele eher die Regel als die Ausnahme. Bis junge Leute finanziell auf eigenen Beinen stehen, dauere es teilweise weit bis ins Erwachsenenalter. Befristete Jobs und niedrige Gehälter seien gerade bei ihnen weit häufiger anzutreffen.

Bei ihren Angaben stützt sich die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe auf eine Analyse der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik in einem Forschungsverbund des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund sowie auf den Bildungsbericht 2016 und den 15. Kinder- und Jugendbericht.

Bild: dpa

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