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10.01.2013

10:40 Uhr

Studie zu Missbrauchsfällen

Bischofskonferenz dementiert Aktenvernichtung

Der katholischen Kirche wird vorgeworfen Akten vernichtet zu haben und damit die Untersuchung der Missbrauchsfälle zu behindern. Die Bischofskonferenz wehrt sich nun gegen diesen Vorwurf. Die Justizministerin mischt mit.

Ein Priester hält einen Rosenkranz und eine bischöfliche Erklärung. Die Bischofskonferenz wehrt sich gegen den Vorwurf der Aktenvernichtung. dpa

Ein Priester hält einen Rosenkranz und eine bischöfliche Erklärung. Die Bischofskonferenz wehrt sich gegen den Vorwurf der Aktenvernichtung.

BerlinDie Deutsche Bischofskonferenz hat im Streit um die gestoppte Studie zu Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche den Vorwurf der Aktenvernichtung abermals zurückgewiesen. „Es gibt keinerlei Hinweise für Aktenvernichtungen im kirchlichen Bereich“, bekräftigte Sekretär Hans Langendörfer am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Die Bischöfe hatten am Vortag vorzeitig den Vertrag über das Projekt mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen gekündigt. Dessen Leiter Christian Pfeiffer wirft der Kirche die Vernichtung von Missbrauchsakten und Zensur vor. Landendörfer sagte: „In dem letzten Vertragsentwurf [...] ist überhaupt keine Rede davon, dass es eine, wie Herr Pfeiffer gerne sagt, Kontrolle, Zensur geben solle.“ Langendörfer nannte Pfeiffer einen renommierten Wissenschaftler, der „unseriös geworden ist“.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte hingegen im Deutschlandfunk, dass sie stets gute Erfahrungen mit Pfeiffers Forschungsinstitut gemacht habe. „Da hat Herr Pfeiffer immer auch sehr intensiv gearbeitet. [...] Er gehört wirklich mit zu den ersten Adressen in Deutschland.“ Es entstehe der Eindruck, dass „die Kirche am Ende die Hand drauf haben wollte, darauf, was soll wirklich veröffentlicht werden und was nicht an Erkenntnissen, die gewonnen werden.“

Von

dpa

Kommentare (4)

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flyingfridge

10.01.2013, 11:16 Uhr

Die Deutsche Bank hat auch Kooperation mit der Staatsanwaltschaft zugesagt und sich danach anscheinend nicht daran gehalten. Bevor noch Akten unter den Talaren versteckt werden, sollte man mal ein paar Hundertschaften bewaffneter Polizisten vorbeischicken. Denn warum sollte die eine verdächtige Organisation besser behandelt werden als die andere? Noch dazu, wo es bei einer nur um Geld geht, bei der anderen aber um viel schlimmere Schäden.

Unglaublich

10.01.2013, 11:42 Uhr

Wäre es nicht die kath. Kirche, so würde man von einer kriminellen Vereinigung innerhalb der kath. Kirche sprechen.
Da diese von der gesamten Kirche gedeckt und gezielt verschleiert/Vertuscht wird, macht sich die gesamte Kirche mitschuldig und ist Teil des Pädophilenrings.

Mag hart klingen, aber wäre es nicht die kath. Kirche, so wäre der Laden längst dicht gemacht. Aber so passiert halt nix.

Account gelöscht!

10.01.2013, 11:46 Uhr

Staatliche Ermittlungen wären hier von Anfang an angebracht gewesen. So wie die Kirche mit diesen Vorwürfen umgeht erkennt man keine Aufarbeitung. Die Kirche hat vom BND gelernt. Vertuschen und vernichten. Hier hilft nur die Konsequenzen ziehen und sich von dieser Organisation entfernen. Ein Verbrecher kann nicht seine Strafe oder die Strafverfolgung selbst bestimmen.

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