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27.08.2012

11:22 Uhr

Studie zu Strompreisen

Kohle und Atom teurer als Ökostrom

Atomstrom gilt als günstig, Energie aus erneuerbaren Quellen als teuer. Dieses Vorurteil will eine Studie des Forums Ökologische-Soziale Marktwirtschaft widerlegen. Demnach ist Atomstrom dreimal teurer als Ökostrom.

Blick in den Braunkohle-Tagebau von Vattenfall unweit des brandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße) nordöstlich von Cottbus, dpa

Blick in den Braunkohle-Tagebau von Vattenfall unweit des brandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße) nordöstlich von Cottbus,

BerlinDie Förderung von Kohle- und Atomstrom schlägt einer Studie zufolge weit stärker zu Buche als die Zahlungen für erneuerbare Energien. Würden bisher angefallene Kosten summiert und auf den Strompreis aufgeschlagen, läge eine solche Kohle- und Atomstrom-Umlage bei 10,2 Cent je Kilowattstunde, ergab eine am Montag in Berlin vorgestellte Studie des Forums Ökologische-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Das wäre dreimal so hoch wie die über den Strompreis zu zahlende Ökoumlage.

Die Verbraucher müssten die Kosten für Kohle und Atom über Steuern und Abgaben indirekt zahlen, die Ökoenergie-Förderung sei hingegen transparenter, betonte Swantje Küchler vom FÖS. Zudem seien Umweltschäden und die Kosten für die Atommüll-Entsorgung nur zum Teil von den Verursachern zu tragen.

In der Studie im Auftrag von Greenpeace Energy und dem Bundesverband Windenergie werden Steuervergünstigungen, begünstigende Rahmenbedingungen und Finanzhilfen für Steinkohlestrom von 1970 bis 2012 mit 177 Milliarden Euro, für Braunkohlestrom mit 65 Milliarden Euro und für Atomstrom mit 187 Milliarden Euro beziffert. Allerdings hat die Energiebranche solche Zahlen des FÖS immer wieder als viel zu hoch und nicht plausibel kritisiert.

Die über den Strompreis zu zahlende Unterstützung für erneuerbare Energien wird mit 54 Milliarden Euro errechnet. Da Vergütungen aber auf 20 Jahre garantiert gezahlt werden müssen, ist jetzt schon mit Kosten von mehr als 150 Milliarden Euro für Ökoenergie auszugehen.

Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy, sprach von einer fast hysterischen Debatte um die Strompreise. „Da wird der Eindruck erweckt, die erneuerbaren Energien seien ein großer Kostentreiber, während fossile Energieträger quasi kostenneutral zu seien.“ Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, forderte von der Bundesregierung eine ehrliche Kostendebatte.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Sven

27.08.2012, 11:39 Uhr

Von einer Studie des Forums Ökologische-Soziale Marktwirtschaft (FÖS), in Auftrag gegeben von Greenpeace Energy und dem Bundesverband Windenergie, erwarte ich nun wirklich kein anderes Ergebnis - ist das Satire?

Account gelöscht!

27.08.2012, 11:55 Uhr

"...Finanzhilfen für Steinkohlestrom..."
was ist damit gemeint? das geld was alle bezahlt haben um den steinkohlebergbau am leben zu halten....vermute ich mal. sowas dann als subvention für kohleverstomung zu betrachten ist kaum zulässig.

wie kann noch jemand, irgendeiner der öko lobbygruppen, wie greenpeace, glauben schenken, nachdem was rund um das thema klima und co2 abgeht.

nur mal 'klima hockey stick' googeln

ich habe denen mal geglaubt aber jetzt will ich von den märchenerzählen nix mehr wissen....

joe

27.08.2012, 12:01 Uhr

Wie heißt es so schön: "Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing." Mehr ist zu dieser Studie nicht zuu sagen.
Und noch etwas zu dem Wirtschaftsverständnis von Herrn Keiffenheim: Schon mal etwas von "sunk cost" gehört. Für die Volkswirtschaft wird es allemal teuerer, wenn schnell laufende Kraftwerke abgebaut werden, um neu zu bauen. Hat jemand eigentlich schon mal in die Ökobilanz von Solar und co die Energie für den Abriss der Atomkraft eingerechnet??

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