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15.04.2014

14:13 Uhr

Studie zur Altersvorsorge

Rente mit 63 wird noch teurer

Eine Studie des Handelsblatt Research Instituts zusammen mit Prognos zeigt: Die Rentenpläne der Regierung kommen die Beitragszahler teuer zu stehen. Arbeitsministerin Nahles bastelt bereits an Korrekturen.

Da ist sie noch stolz auf ihr Paket, das sie nun mit immer mehr Zusätzen versehen muss: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Januar bei der Vorstellung ihres Rentenpakets. dpa

Da ist sie noch stolz auf ihr Paket, das sie nun mit immer mehr Zusätzen versehen muss: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles im Januar bei der Vorstellung ihres Rentenpakets.

BerlinNun ist es offiziell: Wegen der Regierungspläne werden die Rentenbeiträge in den nächsten Jahrzehnten steigen, gleichzeitig geht das Rentenniveau noch stärker als bislang erwartet zurück. Eine neue Studie des Handelsblatt Research Institute (HRI) und das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben hatte, bestätigt, was viele Beobachter seit Wochen am Rentenpaket von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisieren.

Genau genommen dürfte der Rentenbeitrag von derzeit 18,9 Prozent bis 2030 auf 22,7 Prozent steigen, sagte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer am Dienstag in Berlin. Das Sicherungsniveau falle um bis zu 0,5 Prozentpunkte niedriger aus als ohne die Maßnahmen der Regierung. Nach Überzeugung der Verfasser der Studie setzt die Bundesregierung mit diesem rentenpolitischen Kurs ein falsches Signal. Das derzeitige demografische Zwischenhoch werde für langfristige Leistungsausweitungen missbraucht.

Derweil bastelt Nahles bereits an der ersten Korrekturen an der Rente ab 63, um die vielfach befürchtete Frühverrentungswelle zu vermeiden. Sie will Arbeitgeber, die Arbeitnehmer mit Hilfe von Arbeitslosengeld vorzeitig in die Rente mit 63 schicken, an zusätzlichen Kosten beteiligen. Bis vor einigen Jahren mussten Arbeitgeber in bestimmten Fällen das Arbeitslosengeld für über 58-Jährige erstatten, wenn sie ältere Arbeitnehmer ungerechtfertigt in die Arbeitslosigkeit entließen.

Nahles wolle nicht, dass der Abschied vom Erwerbsleben durch zwei Jahre Arbeitslosengeld auf 61 Jahre vorverlegt werde, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin. „Das heißt für mich, dass wir es denen teuer machen müssen, den Arbeitgebern. Das nennt man Erstattungspflicht.“

Dass Arbeitnehmer das vorgezogene Rentenalter für sich ausnutzen könnten, wie ihr unter anderem der Arbeitnehmerbund vorwirft, hält Nahles ebenso für unwahrscheinlich. Dies nämlich sei mit finanziellen Einbußen für die Arbeitnehmer verbunden, da das Arbeitslosengeld nur 60 oder 67 Prozent (Arbeitslose mit Kindern) des letzten Gehalts ausmacht. Für Arbeitnehmer werde dies nur attraktiv, wenn Arbeitgeber ihnen die Einbußen in Höhe von etwa 30.000 Euro durch Abfindungen versüßten.

Das schwarz-rote Rentenpaket, das auch die Ausweitung der Mütterrente beinhaltet, soll Ende Mai vom Bundestag verabschiedet werden. Die Neuregelungen sollen zum 1. Juli in Kraft treten. Vor allem beim Wirtschaftsflügel der Unions-Fraktion im Bundestag gibt es Widerstand gegen die Regelungen bei der Rente mit 63. Dort wird gefordert, die Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit zu begrenzen wie auch eine Beschäftigung über das Rentenalter hinaus zu erleichtern.

Von

rtr

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

15.04.2014, 15:43 Uhr

Wenn der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände als Arbeitnehmer sonst kaum zuzustimmen ist, so muß ich Herrn Gunkel beipflichten. Das vor die Wahl stellen, entweder "Zwangsverrentung mit 63" oder "Zuordnung zu den Deppen, die dennoch weiter arbeiten" muß verhindert werden! Hierfür ist doch auch schon in der geltenden Gesetzeslage eine Regelung ausformuliert; wer auf den Rentenanspruch verzichtet, erhält je Monat einen Zuschlag von 0,05.

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15.04.2014, 15:46 Uhr

Dieses gilt aber nur jenseits der Regelaltersgrenze. Dieses müßte nur für die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahre übernommen werden. Dieses wird vom Ministerium aber abgelehnt, die wollen Bevormundung, Zwangsverrentung und Facharbeitmangel! Und teurer als 2 Jahre voll die Rente mehr zu zahlen, wird der Zuschlag auch nicht.

Account gelöscht!

15.04.2014, 17:00 Uhr

Die "Nahlesrente"
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Natürlich wird sie teurer als gedacht!
Und es werden sich schon Wege zur Frühverrentung finden.
Die gab es bisher immer!

Nun ist es offiziell: Wegen der Regierungspläne werden die Rentenbeiträge in den nächsten Jahrzehnten steigen, gleichzeitig geht das Rentenniveau noch stärker als bislang erwartet zurück.

Und dann wird das Rentenniveau eben noch weiter abgesenkt. Die Pensionen bleiben natürlich auf ihrem hohen Niveau!

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