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06.10.2017

08:19 Uhr

Studie zur Bundestagswahl

Etablierten Parteien laufen bürgerliche Wähler davon

Bei der Bundestagswahl schauten viele auf das Abschneiden der AfD. Laut einer neuen Studie gab es in der bürgerlichen Mitte die größten Verschiebungen – und eine neue Konfliktlinie.

Wahlstudie zur Bundestagswahl

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Wahlstudie zur Bundestagswahl: „Die Volksparteien haben ihre Kernwähler verloren“

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GüterslohDie etablierten Parteien haben bei der Bundestagswahl laut einer Studie nicht nur am rechten Rand Wähler verloren, sondern auch massiv in der bürgerlichen Mitte. Demnach haben vier von zehn Wahlberechtigten dieser Gruppe ihre Stimme nicht abgegeben oder die AfD gewählt. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag vorgestellte Studie der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh mit dem Titel „Populäre Wahl“.

Demnach verloren CDU/CSU in dieser Gesellschaftsgruppe bei der Wahl vor gut zwei Wochen 15 Prozentpunkte, während die AfD um den gleichen Wert zulegte. „Die etablierten Parteien verlieren in der bürgerlichen Mitte deutlich an Terrain. Der Kampf um die Mitte hat sich massiv verschärft“, erklärte der Autor der Studie, Robert Vehrkamp.

Das hat Folgen für die Koalitionsbildung. Eine große Koalition aus Union und SPD würde demnach nur noch 42 Prozent und ein Jamaika-Bündnis aus CDU/CSU, FDP und Grünen nur 39 Prozent aller Wahlberechtigten aus der bürgerlichen Mitte repräsentieren.

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„In der bürgerlichen Mitte gibt es eine Erosion, darum müssen sich die etablierten Parteien kümmern. Sonst werden sie das verloren gegangene Terrain nicht wieder zurückgewinnen“, sagte Studienautor Vehrkamp der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Auswertung der Daten haben die Gütersloher Forscher eine neue Konfliktlinie der Demokratie ausgemacht. Die Wählerschaft ist demnach gespalten in die Skeptiker und Befürworter der Modernisierung. Diese Trennlinie hat das Wahlverhalten nach Überzeugung der Studienautoren entscheidend geprägt. Auf der einen Seite stünden Milieus, die sich mit Begriffen wie Tradition oder Besitzstandswahrung identifizierten. Für Milieus, die der Modernisierung offen gegenüber stehen, stünden Begriffe wie Grenzüberwindung und Beschleunigung.

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„Die AfD wurde ganz überwiegend von Menschen gewählt, die der sozialen und kulturellen Modernisierung zumindest skeptisch gegenüberstehen“, befand Vehrkamp nach Auswertung der Zahlen. 65 Prozent aller AfD-Wähler kommen aus Milieus, die eher modernisierungsskeptisch sind. Damit habe die AfD im Parteienspektrum ein Alleinstellungsmerkmal, heißt es in der Studie. Die Wähler aller anderen Parteien im Bundestag sind in der Mehrheit Modernisierungsbefürworter: Bei der CDU/CSU sind es 52 Prozent, SPD (56), FDP (59) und Linke (62). Spitzenreiter sind mit 72 Prozent die Wähler der Grünen.

Von

dpa

Kommentare (34)

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Herr Peter Spiegel

06.10.2017, 08:51 Uhr

Modernisierungsbefürworter: Bei der CDU/CSU sind es 52 Prozent, SPD (56), FDP (59) und Linke (62). Spitzenreiter sind mit 72 Prozent die Wähler der Grünen.
Wie schön, daß der moderne Deutsche mit Afrikanern und im Rechtssystem der Scharia leben will
auch das Tragen einer Burka, mit Sonnenbrille vor dem Sehschlitz, ist doch eine Innovation für die moderne Frau. Der Hosenanzug hat glücklicher Weise ausgedient und die wahre moderne Kultur, aus Mekka, setzt sich durch. Wie gut, daß es in Deutschland eine so weise und moderne Kanzlerin gibt, die den Volkswillen so nachhaltig umsetzt.

Rainer von Horn

06.10.2017, 08:56 Uhr

Den etablierten Parteien laufen bürgerliche Wähler davon? Wie kann das nur sein, bei der bürgernahen Politik in diesem Land? Ich bin völlig von den Socken.

Hier erklärt ein eingetragenes CDU-Mitglied, weiso er diesmal blau gewählt hat:

http://www.fundresearch.de/Nachrichten/Top-Themen/Max-Otte-Wo-leben-wir-denn-.html

Zum Glück für Merkel, 100%-Schulz und Co. befinden sich über 80% der Wähler in diesem Land immer noch im politischen Tiefschlaf oder sind kollektiv GEZ-hypnotisiert.

Herr Holger Narrog

06.10.2017, 09:14 Uhr

Die Politik ist seit den 60er Jahren nach links gedriftet. Dies hat sich in den letzten Jahren rasant beschleunigt. Fr. Merkel hat die CDU/CSU auf einen ökosozialistischen Kurs gebracht. die SPD ist als Antwort unter Schulz weiter nach links gerutscht und hat noch mehr Umverteilung propagiert.

Damit wird die politische Mitte nur mehr teilweise von der AfD abgedeckt (auch wenn die AfD dank der massiven Propaganda nicht als Mitte empfunden wird). Es ist somit nicht erstaunlich dass die Wähler der Mitte keine Heimat mehr haben.

Die Aussagen der Studie sind in erster Linie der Ideologie der Autoren geschuldet die sich aus ideologischen Gründen Denkverbote auferlegt haben.
Der Satz: "Auf der einen Seite stünden Milieus, die sich mit Begriffen wie Tradition oder Besitzstandswahrung identifizierten. Für Milieus, die der Modernisierung offen gegenüber stehen, stünden Begriffe wie Grenzüberwindung und Beschleunigung." ist erfrischend. Die "Modernisierung" besteht in einer Islamisierung, höherer Kriminialität/Terrorismus und zahlreichen ökoreligiös begründeten Verboten, Schikanen, Autofahrerschikanen und teurem Strom durch eine Stromerzeugung mit ungeeigneten Mitteln.

Auf eine solche "Modernisierung" werden viele Mitmenschen gerne verzichten.

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