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24.02.2004

13:00 Uhr

Studie zur Politikberichterstattung

Schröder kommt bei Medien schlechter weg

Schröder hat laut einer Medien-Tenor-Studie 2003 sein „schwärzestes Medienjahr“ erlebt. Obwohl er wieder der Politiker mit der größten Medienpräsenz gewesen sei, war der Anteil an zustimmenden Aussagen seit seiner Amtsübernahme im Oktober 1998 am geringsten.

Das glanzvolle Medienbild Schröders hat stark gelitten. Foto: dpa.

Das glanzvolle Medienbild Schröders hat stark gelitten. Foto: dpa.

HB HAMBURG. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse des Bonner Forschungsinstituts hervor. Danach war Schröder zwar erneut der mit Abstand am häufigsten genannte Politiker, doch überwogen deutlich die negativen Äußerungen. Das Institut hat 69 670 gedruckte und gesendete Informationen über Politiker, Parteien und Regierungen in 33 Print- und elektronischen Medien im Jahr 2003 ausgewertet.

Dabei zeigte sich, dass die Opposition zum Jahresende in den Medien Boden gut machen konnte. Davon profitierten bei der CDU sowohl Oppositionsführerin Angela Merkel als auch der Finanzexperte Friedrich Merz. In der kontinuierlichen Untersuchung des Kanzlerimages, die das Institut seit 1994 betreibt, war der Anteil zustimmender Aussagen so niedrig wie noch nie, seit Schröder das Amt Ende 1998 übernommen hatte.

Schlechter als der Kanzler wurden in den Medien nur Finanzminister Hans Eichel (SPD), Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD), die Ex-PDS-Vorsitzende Gabi Zimmer, SPD-Generalsekretär Olaf Scholz und die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) bewertet. Fazit der Medienforscher: „Der Kanzler stand also in einer Linie mit jenen Politikern, deren Namen im vergangenen Jahr vor allem mit Pannen, Niederlagen und Rücktrittsforderungen in Verbindung gebracht wurden.“

Positiv entwickelte sich dagegen das Image des designierten SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering. Der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten im Bundestag war „auf Seiten der rot-grünen Koalition der klare Gewinner in der Politikberichterstattung 2003“, heißt es in dem Forschungsbericht.

Zu den Verlierern in den Oppositionsparteien gehören der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle. Kochs „Abstieg“ in den Medien wurde im letzten Quartal 2003 beobachtet, als er gegen das Vorziehen der Steuerreform plädierte. Er sei mit seiner Position zwar im Einklang mit führenden Wirtschaftswissenschaftlern gewesen, nicht aber mit den Medien, die ihn häufig kritisierten. Westerwelle hatte mit den Folgen des fehlgeschlagenen „Projekts 18“ zu kämpfen.

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