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01.08.2012

12:06 Uhr

Studie

Zuwanderer fühlen sich oft benachteiligt

Migranten machen einer Studie zufolge öfter die Erfahrung, dass sie von Behörden ungerecht behandelt werden. Offen ist allerdings, ob dieser Eindruck auf Tatsachen beruht oder auf einer größeren Sensibilität.

Zuwanderer fühlen sich von deutschen Behörden überdurchschnittlich oft benachteiligt. dpa

Zuwanderer fühlen sich von deutschen Behörden überdurchschnittlich oft benachteiligt.

BerlinMenschen aus Zuwandererfamilien fühlen sich nach einer Studie in Deutschland fast doppelt so oft benachteiligt wie Bürger ohne Migrationshintergrund. Das ist das Ergebnis einer Befragung, die die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Sachverständigenrat für Migration am Mittwoch in Berlin vorgestellt haben.

Die meisten „Benachteiligungserfahrungen“ gab es demzufolge bei Ämtern und Behörden sowie auf dem Arbeitsmarkt. Ein Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland war nicht auszumachen.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, sprach von einem „Warnsignal“. Sie empfahl den Behörden, ihre Mitarbeiter im Umgang mit ethnischer Vielfalt weiter zu schulen und auf eine sprachlich vielfältige Zusammensetzung des Personals zu achten.

Gegen Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt riet sie zur Einführung anonymisierter Bewerbungsverfahren, die keine Rückschlüsse auf die ethnische Herkunft der Kandidaten zulassen. Die Sachverständigenrats-Vorsitzende Christine Langenfeld betonte: „Der Abbau von Diskriminierung ist für den Zusammenhalt der Gesellschaft entscheidend.“

24 Prozent der Befragten ohne Migrationshintergrund berichteten von Fällen, in denen sie sich ungerecht behandelt fühlten. Bei den Befragten mit ausländischen Wurzeln waren es hingegen 42 Prozent. Die Studie lässt allerdings ausdrücklich offen, ob die Klagen auf tatsächliche Benachteiligungen zurückzuführen sind oder lediglich auf eine erhöhte Sensibilität der Befragten.

Für die Untersuchung waren im vergangenen Sommer mehr als 9200 Menschen in verschiedenen deutschen Ballungsräumen befragt worden - drei Viertel von ihnen kamen aus Zuwandererfamilien.

Von

dpa

Kommentare (15)

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Bodo

01.08.2012, 12:29 Uhr

Wer Sprache nicht kann und Kultur nicht kennt ist im Nachteil. Aber das ist normal, da braucht man keine Studie.
Also, warum werden so Banalitäten noch thematisiert?
Ist unsere Willkommenskultur noch nicht ausgeprägt genug?

ITman

01.08.2012, 12:33 Uhr

Ja ..da sieht man wo DEUTSCHLAND + Gesellschaft gebilieben ist ...zurück ...viel zurück.
Kein wunder dass die fachkräfte lieber nach USA oder nach BB gehen würden als BRD

MULTIKULTI

01.08.2012, 12:52 Uhr

Man muss sich einfach wohlfühlen..
Man braucht nicht unbedingt die spache oder kultur kennen.
Es kommt drauf an wie man aufgenommen wird..das ist das wichtigste..
Ich habe Freunde gehabt ..Akademiker aus Afrika ..der hat mir erzählt,,das er einfach nicht angekommen sei.
Weil die Menschen in Deutschland zurükhaltender unfreundlicher sind als andere in EU .Er ist dann nach England gezogen ..Er fühlt sich wohler wie in Deutschland sagt er..
Wo ist die fehler.. bei ..wem ??

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