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25.08.2011

07:56 Uhr

"Stuttgart 21"

Bahn-Chef Grube gibt sich kompromissbereit

Im Streit um das Bahnprojekt Stuttgart 21 ist Bahn-Chef Rüdiger Grube nach eigenen Angaben zu Kompromissen bereit. Doch sein Einlenken ist auch an Bedingungen geknüpft.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Ruediger Grube. dapd

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, Ruediger Grube.

MünchenIm Streit um das Bahnprojekt „Stuttgart 21“ ist der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, zu Kompromissen bereit. Er halte es für denkbar, mit dem Abriss des Südflügels bis nach der Volksabstimmung im Herbst zu warten, sagte Grube der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht. „Bedingung ist, dass uns finanziell und rechtlich keine Nachteile entstehen und dass das Projekt nicht weiter verzögert wird“, sagte Grube. Das müsse ihm Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) verbindlich zusichern. „Wir wollen ja niemanden unnötig provozieren und schon gar nicht eskalieren“, sagte Grube. Zuvor hatte Kretschmann die Bahn mehrfach davor gewarnt, den Südflügel vor der für Ende November geplanten Volksabstimmung abzureißen.

Zu der von Schlichter Heiner Geißler Ende Juli ins Gespräch gebrachten Kombination aus Kopf- und Tiefbahnhof, sagte Grube, die Idee sei Anfang der 90er Jahre ausführlich diskutiert und damals aus guten Gründen nicht weiter verfolgt worden. „Aus unserer heutigen Sicht ist „Stuttgart 21' dem Kombi-Bahnhof überlegen - und zwar sowohl städtebaulich, wirtschaftlich, ökologisch als auch verkehrlich“, sagte Grube. Geißler hatte vorgeschlagen, statt des unterirdischen Durchgangsbahnhofs eine Kombilösung aus überirdischer Station für den Regional- und unterirdischer für den Fernverkehr zu bauen.

Zugleich verteidigte Grube den Plan der Bahn, in den kommenden fünf Jahren fast jede dritte Stelle in den Reisezentren streichen zu wollen. „Immer mehr Menschen kaufen ihre Fahrkarte im Internet oder am Automaten“, sagte er. „Auf diese Entwicklung müssen wir reagieren.“ Gleichzeitig investiere die Bahn allein in diesem Jahr sieben Millionen Euro in die Modernisierung der Reisezentren. Grube betonte: „Kein Mensch denkt daran, Reisezentren zu schließen. Wir haben derzeit 400 Standorte, und es bleiben 400.“ Die Bahn werde den Service sogar noch verbessern. „Dafür stehe ich persönlich gerade.“

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