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23.09.2011

19:26 Uhr

Stuttgart 21

Bahn deutet höhere Kosten an

Laut Bahn-Technikvorstand Kefer gibt es Hinweise auf Kostensteigerungen um 370 Millionen Euro bis 2016. Damit wäre der Kostendeckel von 4,5 Milliarden fast erreicht. Der grüne Verkehrsminister äußert sich skeptisch.

Volker Kefer, Technikvorstand der Deutschen Bahn. dpa

Volker Kefer, Technikvorstand der Deutschen Bahn.

StuttgartDie Deutsche Bahn kann bei dem derzeit 4,1 Milliarden Euro teuren Bahnprojekt Stuttgart 21 höhere Baukosten nicht ausschließen. „Wir halten die Lage in dem Projekt durchaus für angespannt“, sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer am Freitag in Stuttgart. Man habe erst die Planungsphase hinter sich und wolle nun zu bauen beginnen. Dabei gebe es Hinweise von Kostensteigerungen um 370 Millionen Euro bis 2016. „Wir haben noch eine lange Projektlaufzeit vor uns“, fügte er hinzu.

Kefer forderte die grün-rote Landesregierung dennoch auf, ihren Widerstand gegen den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs rasch aufzugeben: „Wir brauchen irgendwann eine konkrete Entscheidung für das Projekt.“ Falls sich der Konflikt auch nach der für den 27. November geplanten Volksabstimmung fortsetzen sollte, werde sich das auf den Umbau des denkmalgeschützten Kopfbahnhofs in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit kilometerlangen Tunnelanfahrten auswirken. „Ich glaube, wenn wir den Dissens behalten, werden wir die Kosten und Termine nicht treffen“, sagte Kefer. Der Umbau soll eigentlich bis Ende 2019 abgeschlossen sein.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sah sich in seiner Skepsis bestätigt: „Wir gehen direkt auf den 4,5-Milliarden-Kostendeckel zu und haben noch nicht einmal zu bauen begonnen.“ Man liege nur noch 68 Millionen Euro unterhalb der Grenze des Risikopuffers. Nach Kefers Berechnungen sei derzeit mit Mehrkosten von 30 Millionen Euro zu rechnen. Es gebe aber Indikationen von 340 Millionen Euro bis 2016.

Zuvor war die Lenkungskreissitzung unterbrochen worden. Sie soll im Oktober fortgesetzt werden. Dann will die Bahn eine weitere Kostenliste vorlegen. Bund, Land, Stadt und Region Stuttgart hatten es bereits abgelehnt, bei Überschreiten der 4,5-Milliarden-Marke weitere Zuschüsse bereitzustellen. Die Landesregierung will am 28. September über ein Kündigungsgesetz abstimmen lassen. Bei der zu erwartenden Niederlage will Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Volksabstimmung ansetzen. Seit mehr als einem Jahr gibt es heftige Proteste gegen das Bahnprojekt.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

23.09.2011, 19:43 Uhr

Ich tippe darauf, dass Stuttgart 21 am Ende 10 Mrd. € gekostet haben wird. Real wohlgemerkt, mögliche Inflationen mag ich nicht vorauszusehen.

Die Kostenentwicklung bei staatlichen Großprojekten ist mehr als lächerlich.

Ich entsinne mich daran, erstmals 1996 von Stuttgart 21 als Stadtentwicklungsprojekt gehört zu haben. Damals gab man noch an, dass man die Projektkosten durch die Verkäufe freiwerdender Grundstücke decken würde. Ha ha...

Man mag von Stuttgart 21 halten, was man will. Aber dass der Staat, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart und die Bahn AG sowohl in politischer als auch in planerischer und ausführender Hinsicht auf absurde Weise versagen, ist offensichtlich.

Account gelöscht!

23.09.2011, 20:43 Uhr

KeepCool, sind Sie kundig in dieser Branche? Das ist auch meine Schätzung als Architekt nach Beobachtung der Schlichtungsdiskussion. Das Lügengebäude der Profiteure ist enttarnt, die Abkassierer fürchten den Volkszorn.

Account gelöscht!

24.09.2011, 04:34 Uhr

Das Ganze ist doch nicht ein Bahnbauprojekt, sondern ein höchst gewinnträchtiges Immobilienprojekt, wo sich Viele eine goldene Nase verdienen wollen. Man sollte nachschauen, welche Politiker da mit drinstecken und am Ende viel verdienen wollen, und gebau diese Volksvertreter können und müssen an den Pranger gestellt gestellt werden.
Es stinkt doch zum Himmel, was da in Stuttgart passiert.
Daß die Zahlen der Bahn vorne und hinten sich als böhmische Dörfer erweisen werden war und ist doch klar.

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