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09.04.2011

12:12 Uhr

Stuttgart 21

Grube droht Grün-Rot mit Milliardenforderung

Sollte es wirklich zu einem Abbruch der Bauarbeiten kommen, würde die Bahn milliardenschwere Forderungen erheben - verkündete Bahnchef Rüdiger Grube jetzt. Er glaubt aber weiterhin an die Fertigstellung von Stuttgart 21.

Der Vorstandsvorsitzende der Bahn: Rüdiger Grube. Quelle: dpa

Der Vorstandsvorsitzende der Bahn: Rüdiger Grube.

BerlinBahn-Chef Rüdiger Grube droht Grünen und SPD in Baden-Württemberg mit milliardenschweren Forderungen für den Fall eines Scheiterns des Projekts Stuttgart 21. Bei einem Ausstieg würde die Bahn rund 1,5 Milliarden Euro verlangen, machte er deutlich.

Zur Begründung sagte der Bahn-Chef der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Wir haben mit dem Land Baden-Württemberg wasserdichte Verträge. Und wenn dort jemand meint, dass er aus dem Projekt aussteigen möchte, soll er das allen Partnern sagen, übrigens auch wohin wir die Rechnung schicken sollen. Unsere Forderungen würden sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen. Bei einem Ausstieg müssen wir uns dieses Geld wiederholen. Als Vorstandsvorsitzender einer Aktiengesellschaft bin ich schlichtweg dazu verpflichtet.“ Trotz des Regierungswechsels in Baden-Württemberg werde Stuttgart 21 „mit 100-prozentiger Sicherheit“ kommen, sagte der Manager voraus.

Grube fügte auch hinzu: „Was wäre denn die Alternative? Der Weiterbetrieb eines völlig veralteten Bahnhofs mit einer Technologie, in die seit mehr als zehn Jahren wegen des Neubauprojekts nur das Nötigste investiert worden ist? Das kann niemand wollen.“ Dem geplanten Stresstest für die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts sieht Grube gelassen entgegen: „Wenn wir uns nicht sicher wären, dass der Bahnhof den Test besteht, hätten wir uns auf das Thema nicht eingelassen. Wir stehen weiterhin voll zu Stuttgart 21.“

Nach der Abwahl der CDU/FDP-Koalition am 27. März hatte die Bahn verkündet, die Arbeiten bis zur Wahl des neuen Ministerpräsidenten am 12. Mai ruhen zu lassen. Der designierte Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Zukunft des Bahnhofprojekts bis nach einem Volksentscheid offengelassen, gegen das im Wahlkampf vor allem seine Partei Front gemacht hatte. Zuvor soll es einen Belastungstest für die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts geben.

 

Kommentare (8)

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a222703

09.04.2011, 12:43 Uhr

Ich dachte Merkel(=Bund) hätte die Wahl zur Abstimmung über Stuttgart 21 gemacht, hat sie jetzt nicht den Mumm, zu ihrem Wort zu stehen?

welch_rechnung

09.04.2011, 14:04 Uhr

1 jahr wird gebaut. 1,5 mrd ist die rechnung. für 7mrd gibt es finanzierungsvereinbarungen. bei diesem tempo ist die summe in 5 jahren verbraucht. ist s21 dann fertig? wohl kaum!
Dannach gibt es neues geld nur millionenweise zumindest vom Bund, der für schienenprojekte - ja verantwortlich zeichnet. bauzeit für s21 ca. xx jahre.
Grube bezeichnet sich selbst als ehrlichen Kaufmann. ich glaube ihm nicht! man soll im übrigen nicht gutes geld schlechtem hinterherwerfen.

Buerger

09.04.2011, 15:07 Uhr

Die Verträge schließen doch bestimmt eine Grenze für das benötigte Investment ein, oder ? Aus Erfahrung weis man doch das alle unter staatlicher Regie abgeschlossenen Bauaufträge die veranschlagter Summen laut Vertrag weit überschreiten. Hat das Land und der Bund eine Nachschlagsklausel (unbegrenzt) eingebaut ?
Dann weiter so, es kommt ja nicht auf neue zusätzliche Milliarden Euro an ? Es bezahlt ja nur der Steuerzahler.
Die Bahn gehört immer noch dem Staat und damit uns Bürgern.

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