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02.08.2011

15:49 Uhr

Stuttgart 21

Kopfschütteln über Geißlers Nazi-Zitat

Vondpa , Henning Otte

Heiner Geißler wollte der edle Stuttgart-21-Schlichter sein, doch nun wird ihm ein "Nazi-Zitat" vorgeworfen und manch einer behauptet, Geißler habe Stuttgart keinen Frieden gebracht, sondern weitere Eskalation.

Der Schlichter im Konflikt um das Bahnprojekt "Stuttgart 21", Heiner Geissler (CDU), hat überraschend eine bauliche Kompromisslösung vorgeschlagen. Quelle: dapd

Der Schlichter im Konflikt um das Bahnprojekt "Stuttgart 21", Heiner Geissler (CDU), hat überraschend eine bauliche Kompromisslösung vorgeschlagen.

StuttgartEs ist ein Déjà-vu. Als Heiner Geißler vor etwa zehn Monaten seine Stuttgart-21-Mission startet, zündet der damals 80-Jährige mit einem einzigen Satz eine mediale Bombe. Im Foyer des Stuttgarter Bahnhofs erklärt er dem erstaunten Pressepulk: „Der Ministerpräsident war einverstanden mit einem Bau- und Vergabestopp.“ Die Gegner des Tiefbahnhofs jubeln, der damalige CDU-Regierungschef Stefan Mappus zürnt und pfeift Geißler zurück. Die Gegner des früheren CDU-Generalsekretärs wettern, das heutige Attac-Mitglied sei wohl nicht ganz bei Trost. Doch Geißler lässt sich nicht beirren. Er nennt die Baustopp-Debatte ein Missverständnis und nimmt seine Arbeit als Schlichter auf - mit den bekannten Folgen. 

Nun, einen Sommer später, fragen sich wieder viele: Was ist bloß mit Heiner Geißler los? Denn der mittlerweile 81-jährige hatte am Freitag zum Ende der zehnstündigen Stuttgart-21-Schlichtung nicht nur mit seinem Kompromissvorschlag überrascht, sondern auch mit der so heiklen wie provozierenden Frage: „Wollt Ihr den totalen Krieg?“. Das Goebbels-Zitat stößt in der Runde mit Landesminister, Staatssekretär, Bahn-Manager, Oberbürgermeister und linken Projektgegnern zunächst nicht auf Widerspruch. 

Die Kontrahenten mussten wohl erstmal verdauen, dass Geißler sie mit seiner Kombilösung aus Kopf- und Tiefbahnhof überrumpelt hatte. Doch in den klassischen Medien und im Kurznachrichtendienst Twitter schwoll die Kritik an Geißlers Goebbels-Zitat übers Wochenende an. Von bösem Ausrutscher und Patzer ist die Rede. In seinem Büro stapeln sich die Beschwerdebriefe. 

Kommentare (2)

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Osterwelle

02.08.2011, 17:34 Uhr

Ja was ist falsch auf der Aussage: der Pazifismus der 30er Jahre habe Auschwitz erst möglich gemacht? Ausserdem führt die Kompromißlosigkeit der streitenden Stuttgart-21 Parteien tatsächlich zu einem "totalen Krieg". Außer der Wortfolge in diesem Satz hat doch Geisler nichts mit dem Goebbels gemein. Wer dann seinen Spruch nicht versteht oder nicht verstehen will, der wird wahrscheinlich wohl viel mehr auch nicht verstehen. Und diese Leute gestalten unsere Politik??
Ich mag Herrn Geisler wegen vielen seiner Positionen nicht. Aber das hier durfte er wohl doch sagen !! Noch leben wir nicht in einem totalitären System ! Also, genießen wir die letzten Tage.

Account gelöscht!

03.08.2011, 16:36 Uhr

Das ist doch klar, dass die Gutmenschen sich auf so ein Zitat stürzen und wieder mit der Nazikeule kloppen.
Das Schlagen mit der Nazikeule ist bei den linken Gutmenschen in unserem Land so verinnerlicht, dass es nur mit aller Gewalt wieder getilgt werden kann.
Und die Nazizeit wird von den Grünen, die die Schlimmsten sind, und allen übrigen Gutmenschen ja wie eine Monstranz vor sich her getragen.
Was andres könenn sie nicht.
Eigentlich sind diese Leute ganz arme Wesen.
Intellektuell unterbelichtet und vond r Nazizeit wissen sie selbst gar nichts

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