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29.12.2011

17:51 Uhr

Subventionen

Hohe Produktion von Solarstrom reizt Kritiker

VonKlaus Stratmann

ExklusivDie Produktion von Solarstrom ist in diesem Jahr unerwartet stark angestiegen. Politiker der Koalitionsfraktionen fordern deshalb, die Förderung für diesen Strom deutlich zu beschränken.

Die Produktion von Solarstrom ist stark gestiegen. dpa

Die Produktion von Solarstrom ist stark gestiegen.

BerlinMit dem unerwartet hohen Anstieg der Solarstromproduktion um 60 Prozent in diesem Jahr wächst der Druck auf Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), die Förderung zu begrenzen. Politiker der Koalitionsfraktionen fordern deutliche Einschnitte. „Der Anstieg bei der Solarstromproduktion verdeutlicht, dass die Entwicklung völlig aus dem Ruder läuft. Ich erwarte von der Regierung, dass sie ihre Zusage zur Begrenzung des Kostenanstiegs einhält“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), dem Handelsblatt. Noch im ersten Quartal des kommenden Jahres müssten die Weichen dafür gestellt werden. „Dabei darf es keine Tabus geben“, sagte der CDU-Politiker. 

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hatte am Donnerstag bekanntgegeben, die Solaranlagen in Deutschland hätten 2011 mit einer Stromproduktion von 18 Milliarden Kilowattstunden einen neuen Rekord erzielt. Laut BSW entspricht der Wert einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber 2010.

Der Anstieg der Solarstromproduktion werde „Bürger und Unternehmer viel Geld kosten“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) dem Handelsblatt. Zudem würden damit Jobs „in China und Malaysia gesichert, nicht aber in Deutschland“. Der Photovoltaik-Zubau müsse auf 500 Megawatt (MW) installierter Leistung pro Jahr begrenzt werden, sagte Fuchs. In diesem Jahr wurden voraussichtlich Anlagen mit 6000 MW installiert. Fuchs kritisierte, der Beitrag der Photovoltaik sei trotz der Milliardenförderung mit drei Prozent Anteil an der Stromproduktion „irrelevant“.

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Klaus Breil, forderte, „einen nachhaltigen Mechanismus zu entwickeln, um einen weiteren Kostenanstieg für die Verbraucher zu verhindern“. Niemand dürfe sich der Illusion hingeben, die Förderung könne in dieser Form ungebremst weitergehen, sagte er dem Handelsblatt.

 

Kommentare (21)

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29.12.2011, 18:31 Uhr

EU-Energiekommissar Oettinger fordert niedrigere Stromabgaben
dapd | 07.12.2011

Leipzig - EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die schwarz-gelbe Bundesregierung dazu aufgefordert, die Stromabgaben in Deutschland zu senken. Dies sagte Oettinger gegenüber der "Leipziger Volkszeitung".
Er halte aus sozialen Gründen für Einkommensschwächere, aber auch zur Sicherung von Industriearbeitsplätzen mit Blick auf die energieintensiven Industrien eine Absenkung der Abgaben und Gebühren in Deutschland für wünschenswert.

Derzeit habe Deutschland innerhalb der EU den zweithöchsten Staatsanteil beim Strompreis hinter Dänemark. 41 Prozent des Strompreises entfielen in der Bundesrepublik 2010 bereits auf Steuern und Abgaben.

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29.12.2011, 18:38 Uhr

Wie sieht europäische Energiepolitik aus ?

Oettinger fordert Subventionen für 40 NEUE Atomkraftwerke bis 2030 in Europa
Deutschlands Ausstieg ist beschlossene Sache. Die EU aber will auf Kernkraft offenbar nicht verzichten, sie sogar deutlich ausbauen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger plant laut einem Medienbericht den Neubau von 40 Atomkraftwerken bis 2020 in Europa.
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Und da Deutschland ein Industrieland ist ,einer der größten Verbraucher in Europa ebenfalls , wird sich auch Deutschland nicht dem Bau neuer anlagen verweigern können .
Wollen wir hoffen das die deutschen wieder einigermaßen vernünftig werden und ihre Abhängigkeit von Elektroenergie selber erkennen , bevor man es ihnen vor Augen halten muss.

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29.12.2011, 18:41 Uhr

Wir sollten uns ALLE Subventionen für EE sparen und für Europäische belange reservieren , denn Europäische belange sind bindend , auch für die Deutschen !

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