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22.01.2010

10:28 Uhr

Subventionen

„Wind und Bioenergie viel wichtiger als Solar“

Der Chef der Deutschen Energie-Agentur hält die aktuellen Solarförderungen für deutlich überzogen. Der geplante harte Einschnitt sei gerechtfertigt. Ohnehin sei es Zeit für ein Umdenken, die gesamte Förderung muss nach seiner Meinung neu ausgerichtet werden.

Arbeiter an Solaranlage: Haben Biomasse und Wind bessere Chancen als Energieträger der Zukunft? Reuters

Arbeiter an Solaranlage: Haben Biomasse und Wind bessere Chancen als Energieträger der Zukunft?

HB BERLIN. Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) fordert eine grundlegende Neuausrichtung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Das EEG sei sehr gut geeignet gewesen, der Nutzung erneuerbarer Energien einen Startschub zu geben, sagte Dena-Chef Stephan Kohler der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Es habe jedoch ein schnelles Auf und Ab der Preise nicht verhindert und auch nicht dafür gesorgt, die Kosten für die Verbraucher zu begrenzen. Im Zuge der Pläne für eine Kürzung der Solarförderung "sollten wir über eine grundsätzliche Neuausrichtung des Gesetzes nachdenken", sagte Kohler.

Mit der Photovoltaik bekomme eine Technik den größten Teil des Geldes, die bislang weniger als ein Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms erzeuge. "Wind und Bioenergie, Kraft-Wärme-Kopplung und Effizienzmaßnahmen sowieso sind viel billiger und vermutlich mittelfristig wichtiger, erhalten aber wesentlich weniger Förderung", sagte der Dena-Chef. Hier gebe es Nachbesserungsbedarf. Er halte es für verkraftbar, die Förderung von Solaranlagen um weitere 15 Prozent unter die von der Bundesregierung ohnehin geplante Senkung zu drosseln. "Es ist ein sehr harter Einschnitt, aber gerechtfertigt, weil die Preise für Solarmodule ebenfalls sehr kräftig gefallen sind."

Die Dena ist eine Tochter von Wirtschafts- und Umweltministerium, an der auch Banken beteiligt sind. Sie berät sowohl Regierung als auch Unternehmen und Endverbraucher.

Kommentare (2)

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Michael W. Dietrich

22.01.2010, 12:15 Uhr

Fragt sich, wann der Herr dann die Förderung des Atomstroms zurückfahren will.

Würden die KKW-betreiber z.b. statt 20.000 fach unterversichert zu sein sich versichern müssen, wie jeder andere Unternehmer auch, wäre Atomstrom bei 45ct /kWh und Solarstrom auch ohne jede Förderung billiger als Atomstrom.

Wenn man dann die betreiber noch adäquat an der Entsorgung ihres Mülls beteiligen würde, wäre das Thema Atomstrom wohl innerhalb weniger Wochen von slebst erledigt, weil die Unwirtschaftlichkeit dieser Technologie für die betreiber klar zu Tage träte. Jeder Haushalt selbst Hartz iV-Empfänger muss Müllgebühren zahlen, die für die Gemeinde Kostendeckend sind. Wieso also zahlen die KKW-betreiber nicht endlich für adäquate Zwischen- und Endlager und warum muss der bund die Sanierung der "Asse" finanzieren, obwohl dort der Müll der KKW-betreiber lagert.

Das alles sind Subventionen für Atomstrom, die den Markt so sehr verzerren, dass es wirkt als sei Solarstrom ohne Subventionen unwirtschaftlich.

Dabei ist Solarstrom längst billiger als alle anders erzeugten Arten von Strom außer vielleicht Windenergie. Nur weil seit Jahrzehnten die SPD Kohle-Verstromung und CDU/FDP Atomstrom auf Teufel komm raus subventionieren funktioniert halt seit eben diesen Jahrzehnten der Energiemarkt nicht als Markt sondern wie in der Planwirtschaft üblich gar nicht. Ohne Planwirtschaftliche Subventionierung von Kohle und Atomstrom hätte wir längst keinen Atomstrom UND keine Kohleverstromung mehr - eine vernünftige EnergieWiRTSCHAFT wäre die Folge.

Allerdings könnten sich die Großindustriellen interessenvertreter dann keine Millionengehälter mehr in die Taschen schaufeln und Politiker sich nicht mehr in den Aufsichtsräten der Energieriesen ein erkleckliches Sümmchen fürs Altenteil hinzuverdienen.

Kurz ich halte Herrn Kohler für einen Heuchler im Morgenmantel der Energieriesen, aus deren bett er gerade gestiegen ist, um sie unsinniges Statement abzugeben.

J. Steinbacher

31.01.2010, 20:22 Uhr

Die verbale inkontinenz unserer Energiekonzerne und deren Erfüllungsgehilfen (Volksvertreter) und deren "Anhängsel" in unserer Scheindemokratie zu stoppen, wird sich weiterhin als unlösbares Problem darstellen!
Wer finanziert eigentlich die Dena?
Das Volk ? Dann schmeissen wir den Chef raus!
Die banken ? Dann gute Nacht, armes Deutschland.

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