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29.09.2014

20:08 Uhr

Such nach Endlager

Arbeit in Gorleben wird auf Minimum reduziert

Das Bergwerk Gorleben soll in den Offenhaltungsbetrieb überführt werden. Ein Erkundungsbereich wird außer Betrieb genommen. Eine endgültige Entscheidung über den künftigen Standort einen Atommülllagers steht noch aus.

Im sogenannten Offenhaltungsbetrieb sollen lediglich die zwei Schächte des ehemaligen Bergwerks Gorleben sowie notwendige Anlagen für Frischluft und Fluchtwege weiter betrieben werden. dpa

Im sogenannten Offenhaltungsbetrieb sollen lediglich die zwei Schächte des ehemaligen Bergwerks Gorleben sowie notwendige Anlagen für Frischluft und Fluchtwege weiter betrieben werden.

GorlebenDas Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat einen neuen Hauptbetriebsplan für das Erkundungsbergwerk in Gorleben als möglichem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll vorgelegt.

Damit soll das Bergwerk in den sogenannten Offenhaltungsbetrieb überführt werden, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung des BfS sowie der Umweltministerien in Berlin und Hannover.

Bereits Ende Juli hatten sich der Bund und das Land Niedersachsen darauf verständigt, die Arbeiten in dem Salzstock bis zu einer endgültigen Entscheidung über den künftigen Standort eines deutschen Atommülllagers auf ein Minimum zu reduzieren. Der neue Hauptbetriebsplan sieht daher vor, den Erkundungsbereich 1 außer Betrieb zu nehmen.

Der Fahrplan zum Atommüll-Endlager

2014 bis Mitte 2016:

Eine 33-köpfige Kommission mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet mit Expertenanhörungen die Grundlagen der Suche. Danach muss das Endlagersuchgesetz eventuell noch einmal modifiziert werden.

2015/2016:

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager gehen. Sie müssen in andere Zwischenlager in Deutschland gebracht werden.

Ab 2016:

Zunächst werden bundesweit alle ungeeigneten Regionen ausgesiebt. Regionen mit guten Gesteinsformationen werden ausgewählt und mehrere Standorte erkundet, auch mittels Probebohrungen.

Bis 2023:

Am Ende sollen die besten Standorte aufwendig unter Tage erkundet werden. Welche Standorte ausgewählt werden, soll mit einem weiteren Bundesgesetz beschlossen werden. Die Kosten pro Erkundung werden mit einer halben Milliarde Euro pro Standort veranschlagt.

2031

Bundestag und Bundesrat sollen endgültig über den Standort entscheiden, der Klageweg soll nicht eröffnet werden. Die Kosten der Endlagersuche werden mindestens zwei Milliarden Euro betragen.

Im sogenannten Offenhaltungsbetrieb sollen lediglich die zwei Schächte sowie notwendige Anlagen für Frischluft und Fluchtwege weiter betrieben werden. Bis dahin könnten noch zwei Jahre vergehen, heißt es in der Mitteilung.

Mit einem Erkundungsstopp im November 2012 wollte der damalige Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) die stockenden Gespräche über eine bundesweite Atommüll-Endlagersuche wieder in Gang bringen.

Im Endlagersuchgesetz vom Juli 2013 wurde zugleich die Offenhaltung des Bergwerks festgelegt, solange es nicht endgültig aus dem Auswahlverfahren ausscheidet. Atomkraftgegner fordern seit Jahrzehnten das endgültige Aus für Gorleben.

Von

dpa

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