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17.04.2012

11:02 Uhr

Sylvia Löhrmann

„Die Piraten wollen nicht regieren. Wir schon.“

VonFlorian Brückner, Barbara Gillmann

ExklusivDie Grünen-Spitzenkandidatin in NRW, Sylvia Löhrmann, ist gegen drastisches Sparen. Den Haushalt möchte sie mit höheren Steuern sanieren. Im Interview erklärt sie zudem, warum die Grünen vor den Piraten keine Angst haben.

Sylvia Löhrmann ist Vorsitzende der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2010 ist sie Bildungsministerin im Kabinett Kraft. dpa

Sylvia Löhrmann ist Vorsitzende der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2010 ist sie Bildungsministerin im Kabinett Kraft.

DüsseldorfHandelsblatt: Frau Löhrmann, Sie regieren seit zwei Jahren mit der SPD. NRW ist pleite. Wo sparen Sie, wenn Sie nach der Wahl regieren?
Heute ist das letzte Kindergartenjahr beitragsfrei. Weitere Jahre werden wir – so schön das wäre – nicht beitragsfrei stellen. Daneben werden wir systematisch prüfen, welche Förderprogramme wir von Zuschuss auf Darlehen umstellen können. Das bietet sich gerade dort an, wo mit Einsatz von Fördermitteln Rendite erzielt werden kann, etwa in der Wirtschaft.

CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen setzt voll auf Haushaltskonsolidierung.

Er hat bisher keinen einzigen konkreten Vorschlag gemacht. Er will 12 000 Stellen abbauen, sagt aber nicht, welche – weil nämlich bei dieser großen Stellenzahl Lehrer und Polizisten dabei sein müssten, anders geht das nicht. Die Hauptforderung seiner Partei – Wiedereinführung von Studiengebühren und Abschaffung des beitragsfreien Kitajahres - hat er aus reinem Kalkül einkassiert. Das waren bis dato die Haupteinsparpunkte der CDU-Landtagsfraktion.

Sylvia Löhrmann - Vita

Die Grüne

Sylvia Löhrmann ist seit 1985 Mitglied der Grünen. Die Essenerin entstammt einem konservativen Elternhaus und besuchte ein katholisches Mädchengymnasium.

Die Lehrerin

Sylvia Löhrmann ist seit 1985 Mitglied der Grünen. Die Essenerin entstammt einem konservativen Elternhaus und besuchte ein katholisches Mädchengymnasium. Nach dem Staatsexamen für das Lehramt – Deutsch und Englisch – arbeitete sie an einer Gesamtschule in Solingen.

Die Ministerin

Nach der Landtagswahl in NRW im Mai 2010 führte sie die Koalitionsgespräche mit der SPD. In der daraus folgenden rot-grünen Minderheitsregierung war Löhrmann Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie Vize-Ministerpräsidentin.

Die Koalitionspartner

Wunschpartner auch im künftigen Düsseldorfer Landtag ist für sie die SPD. Die Grünen-Spitzenkandidatin schließt aber auch ein Bündnis mit der CDU nicht aus. 

Die Themen

Wichtige Themen im Wahlkampf sind Bildung und Energie. Außerdem soll die politische Einbindung der Bevölkerung und die kommunale Selbstverwaltung ausgebaut werden.

Dann könnten sie ja auch mit der CDU regieren.
Ich kann rechnen: Nach den Umfragen reicht es dafür auf keinen Fall. Zudem ist Röttgen ein unsicherer Kantonist, der sich nicht festlegt – das gefällt mir nicht. Und wenn Röttgen so grün wäre, wie er redet, würde er keinen Kahlschlag bei der Solarförderung machen und sich für ein Nachtflugverbot für Passagierflüge in Köln/Bonn einsetzen – dafür gibt es sogar einen einstimmigen Landtagsbeschluss, den meine Partei forciert hat.
Was sind Ihre Kernpunkte im Wahlkampf?
Eine beschleunigte Energiewende – das nutzt Umwelt, Industrie und Handwerk. Bildungspolitik als Zukunftsaufgabe. Und wir brauchen einen handlungsfähigen Staat und handlungsfähige Kommunen, die wir bereits mit Milliarden gestärkt haben. Aus NRW muss auch ein Signal für die Ablösung von Schwarz-Gelb in Berlin ausgehen – der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten.
Und die Gemeinschaftsschulen?
In knapp zwei Jahren haben wir bisher insgesamt mehr als 70 Schulen mit längerem gemeinsamem Lernen auf den Weg gebracht, also Gemeinschafts-, Sekundar- oder Gesamtschulen. Es war richtig, die Entscheidungsmöglichkeiten der Kommunen über die Schulentwicklung zu erweitern; diese grüne Saat geht jetzt auf.

Kommentare (37)

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17.04.2012, 11:19 Uhr

Unter Rot-Grün wird der NRW Haushalt NIEMALS saniert. Die Regierung sah doch inmitten des Booms 2011 noch eine wirtschaftliche Notlage.

Selbst wenn wir 90% Steuern zahlen würden - das Geld würde verprasst!

Account gelöscht!

17.04.2012, 11:22 Uhr

Ja, ja die Frau Löhrmann
mit dieser neuen Schule habe ich mich mal ein wenig beschäftigt. Dort können Kinder machen was sie wollen. Wenn sie eben jetzt keine Lust auf Mathe haben, werden sie gefragt, was sie denn lieber tun würden usw.
Also Ordnung und Zielstrebigkeit, Disziplin? Fehlanzeige
Toll, das werden richtig tolle neue Auszubildende, da dürfen sich die Firmen freuen.
Da sagt ihnen dann der Azubi, dass er keine Lust hat, dienächsten 4 Wochen in der Buchhaltung zu sein usw.
Und ab welchem Gehalt möchte denn Frau Löhrmann die Steuern erhöhen?
Die Grünen sind wirklich eine Strafe Gottes

Account gelöscht!

17.04.2012, 11:26 Uhr

Alt-feministische Aussitz-Frauen sind der endgültige Untergang Deutschlands. Tanten-Klüngel-Runden wie sie auch Merkel veranstaltet sind der Weg immer weiter in Richtung EU-Bürokratie und Sozialismus. CDU SPD GRÜNE alles nicht wählbar.

Dringender Aufruf des Bund der Steuerzahler e.V.:
STOPPT den ESM Vertrag. Hier unterzeichnen

http://www.stop-esm.org/unterzeichner

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